Vorsicht Delaire-Maske Gaumennaht-Erweiterung GNE: nicht schlimm? Ungefährlich??

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Vorsicht Delaire-Maske Gaumennaht-Erweiterung GNE: nicht schlimm? Ungefährlich??

Beitrag#1von ruebezahl » 8. Okt 2018 21:14

Liebe Leser,
sorry für die lange Funkstille.
Derweil gibt es weitere Beispiele, wie ein Großteil der heutigen Kieferorthopäden mit Kanonen auf Spatzen schießt, oder eher noch mit Raketen auf Mücken.
--------------- z.B. ----------------
Schweizer mit einem Kreuzbiss der Schneidezähne im Milchgebiss, vormals. Den wollte dort vor dem Zahnwechsel niemand behandeln. Grenznah in Deutschland ließ sich der Kreuzbiss mit traditioneller Frühbehandlung erfolgreich korrigieren.
Nun wachsen die neuen 1er im Kopfbiss, bei ansonsten schönen, breit genug entwickelten Zahnbögen mit gutem Platzangebot und seitlich Normalbiss.
Ein wenig Anschluss-Behandlung wäre angebracht, aber bei knapper werdender Zeit ist es nun zu weit, bei jener Praxis fortzusetzen.

Eine nahegelegene KFO-Praxis, die nett und nicht geldgeil wirkt, plant indessen:
Gaumennahtsprengung (GNE, mit Kappenschienen eingeklebt, erschwert die Mundhygiene sehr) mit Außenspange (Delaire-Maske), die dabei fälschlich als Funktionskieferorthopädie bezeichnet wird.
Außerdem planen sie feste Bracket-Spangen im Wechselgebiss oben + unten, und dann soll unten auf den dünnen Schmelz der Rückseiten der Schneidezähne, die eigentlich jetzt schon gerade stehen, über Jahre ein Retainer-Draht fest eingeklebt werden. Eine besondere Kariesfalle, da neuer kindlicher Zahnschmelz noch empfindlich ist!
Anschließend Beobachtung des Wachstums, ob eine kombinierte Behandlung mit Kieferoperation angezeigt wäre.

JA, LEUTE, GEHT'S NOCH ???
Die Mutter wundert sich über diese extrem gegensätzliche Meinung zur Vorbehandlerin.
Und darüber, dass die jetzt planende, da sie selber kleine Kinder hat, Kinder eher nicht als lästig oder als bloßen Brennstoff für den Praxisbetrieb betrachtet?
Auch wenn dieser Horror-Plan die Vorbehandlungs-Erfolge völlig ignoriert.
VERSUCH EINER DEUTUNG: sie hat keine Kinderbehandlung mit aktiven Platten mehr gelernt, und richtige Funktionskieferorthopädie auch nicht, mit der man Wachstum beeinflussen könnte. Eher sollen Heranwachsende sehenden Auges in die Knochensäge hinein laufen.
Sondern stattdessen, dass eine Gaumennahtsprengung die Wirkung einer Delaire-Maske steigert, egal, ob Kiefer zu schmal oder nicht. Wenn der Oberkiefer in zwei Einzelhälften vorliegt, dann lässt er sich wohl schneller verformen. Und dann?

WOHIN JETZT? Tatsächlich ist eine Zahnarztpraxis erreichbar, die noch aktive Platten „Dehnplatte nach Schwarz“ im Programm hat. Bionator wäre auch eine Option, auch bei ungünstigem Wachstum später. Aber der Weg dahin verläuft an Abgründen, weil ehrliche Bionator-Anbieter dort im Umkreis rar sind. Stattdessen nutzen Praxen, die invasive Methoden propagieren, den Bionator als Lockmittel. Oder sie sind zwar ohne harte Methoden, aber überteuert.

--------------- z.B. ----------------
Ein junger Patient mit Einzelzahn-Kreuzbiss im frühen Wechselgebiss, bei geringfügigem Platzmangel. Ansonsten sind seine Zahnbögen gut entwickelt und in Normalokklusion. Die Platzreserve der Milchmolaren stände noch zur Verfügung.

Eine örtliche KFO-Praxis stellte zudem Abweichungen der Kiefer vom Durchschnittsschädel fest - eine Krankheit? Das ist nichts, was dem Laien auffallen würde oder gar hässlich aussieht.
Eine aktive Platte mit Dehn- und Einzelzahnschraube könnte die Fehlstellung beheben, oder für Crozat-Könner wäre es auch kein Problem.
Jene Praxis plante aber eine volle GROSSBAUSTELLE:
zunächst eine Außenspange (Delaire-Maske) und Quadhelix (für eine GNE reichte der geringe Bedarf an transversaler Erweiterung wohl nicht). Nach Überbrücken des Zahnwechsels dann feste Multibracketspangen oben und unten. Sollte etwa der Kreuzbiss bis dahin aufbewahrt werden?

Auch in Fällen, bei denen eine falsche Bisslage mit einem Aktivator, Bionator oder ähnlichem funktionskieferorthopädischen Gerät korrigiert wird, wird dieses oft nicht mehr eingeschliffen (so wie früher). Damit sich die Zähne währenddessen an die neue Bisslage anpassen können, indem sie z.B. noch ein Stück wachsen. Sondern diese Aufgabe wird dann für eine volle feste Bracket-Spange aufbewahrt.
Welcher Laie ahnt, was hier UNTERSCHLAGEN wurde?

--------------- z.B. ----------------
8-Jährige mit schmalem Oberkiefer und mehreren Zähnen im Kreuzbiss, im Entwicklungsstadium noch etwas früher.
Seit 4 Jahren haben dortige Kieferorthopäden die Behandlung aufgeschoben. Um nun plötzlich, um termingerechter Behandlungsergebnisse willen, dem Mädchen die Gaumennaht brechen zu wollen.
GNE mit Kunststoff-Kappenschienen ist dort weit verbreitet, auch bei einer Praxis mit Bionator-Lockmittel. Oder einer anderen, die früher schöne Dehnplatten auf ihrer Webseite zeigte. Die aber nun vom Generationswechsel weggespült sind.
Gaumennahterweiterung wäre doch nicht so schlimm, würde von den meisten Kindern gut toleriert, wird dabei abgewiegelt.
WIRD HIER DAS VORSORGE-PRINZIP DURCH DAS RISIKO-PRINZIP ERSETZT? Nicht mehr die Risiken vermeiden http://www.zwanglose-zahnspangen.de/spa ... preng.html, sondern sie kleinreden oder ausblenden. Und falls sich dann jemand geschädigt findet, dann hat der Betroffene den Nachweis zu erbringen.

Nahebei macht eine Familien-Zahnarztpraxis sporadisch Dehnplatten, aber nur im Milchgebiss. Hätte man die schon vor 3 Jahren angefragt ….

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Erfrischende Offenheit fand ich auf einer Praxis-Seite in Thüringen:
der Hauptvorteil fester Zahnspangen wäre, dass die Behandlungsdauer „präziser abgeschätzt werden kann, da sie gezwungenermaßen dauerhaft getragen werden muss (…) Wird jedoch nicht ausreichend Zahnpflege betrieben,“ dann kann Karies entstehen.

Dort begegnete mir auch eine Tragezeit-Merkwürdigkeit bei herausnehmbaren Spangen (gegen Bagatell-Fehlstellung, frühzeitig):
Ein Kieferorthopäde verlangt bloß, sie „nachts + 2 Stunden tagsüber“ zu tragen. Eine jüngere Kieferorthopädin verlangt hingegen Vollzeit tragen (außer Essen, Sport, Zähneputzen und wo es gute Aussprache braucht). Warum?
Wird da, vielleicht in heutigen MSc-Studiengängen, gelehrt, dass Kinder lose Spangen zu oft verlieren oder kaputt machen, wenn sie sie nicht im Mund haben?
In meiner Schulzeit differenzierten viele Kieferorthopäden die Tragezeit-Anforderung zwischen rechtzeitigen Fällen (halbtags) und Spätfällen (Vollzeit).

Soweit für diesmal,
schöner Herbst ohne -scharnier,
Rübezahl
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