Platzmangel, 10-j.: nur noch Headgear oder Zähneziehen ???

Hier der Link zur Hauptseite: http://www.zwanglose-zahnspangen.de
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Platzmangel, 10-j.: nur noch Headgear oder Zähneziehen ???

Beitrag#1von ruebezahl » 3. Aug 2007 11:02

Platzmangel, 10-j.: Kasse zahlt nur noch Headgear oder Zähneziehen ODER WAS ?!
12 April 2006
Liebe Leser,
die kieferorthopädische Kinder-Behandlung befindet sich mancherorts offensichtlich im freien Fall, und manchen Eltern wird dieses böse Spiel nicht klar.

Denn zusehends heißt es heute bei 10-jährigen oder noch jüngeren Kindern, da müssen gesunde neue Zähne raus, die Kasse würde nur dies zahlen. Oder vielleicht noch eine Außenspange (Headgear). Als fortschrittlichere Methode zum Privatzahlen werden manchmal noch Festeinbauten wie Pendelum oder Distal-Jet angeboten, die die Mundhygiene und das Sprechen erschweren und das Gleiche wie ein Headgear tun:
nur die hintersten Zähne zurück zu zwingen (und wie dann weiter?)

ALLES DREI TRITT ABER DIE MÖGLICHKEIT, DAS NOCH BETRÄCHTLICHE WEITERE WACHSTUM EINES SO JUNGEN KINDES ZUM PLATZGEWINN ZU NUTZEN, MIT FÜSSEN ! Alle drei sind eigentlich Methoden der Erwachsenen-Behandlung.

Natürlich gab es Zähneziehen aus Platzmangel auch früher schon. Aber dass es so wie heute grassierte, bezweifle ich doch stark!

Müssen Grundschüler dafür büßen, dass ihre Eltern sich belügen lassen? Denn die Kassen zahlen durchaus noch traditionelle herausnehmbare Spangen zum Platzgewinn, die vielen Eltern und Großeltern doch aus eigener Erfahrung bekannt sein sollten, und die heute dünner und schöner gebaut werden können:
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Zähneziehen Headgear Pendelum Distal-Jet, invasive Mini-Pins

Beitrag#2von ruebezahl » 3. Aug 2007 11:04

ALTERNATIVEN zu: Zähneziehen, Headgear, Pendelum, Distal-Jet, Knochen-Piercing (sog. Mini-Pins).

(Fortsetzung): anders als diese Höllenmaschinchen können aktive Platten bei Kindern darauf ausgelegt werden, mit Federdrähten oder Schraubsegmenten ZUGLEICH in Längs- und Querrichtung das Kieferwachstum zu fördern und dabei noch Zähne zu korrigieren.

Wie man sowas richtig macht, scheint aber in den Niederungen mancher KFO-Praxen in Deutschland und anderswo in Jahrzehnten gut gefüllter Kassen verlernt worden zu sein. Denn heute häufen sich Fälle von Kindern, bei denen erst 2 – 3 Jahre mit einer herausnehmbaren Alibi-Spange herumgeeiert wurde, um danach (!) zum Platzgewinn doch Zähne ziehen oder Höllenmaschinchen einbauen zu wollen.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man diese Kinder zwecks Arbeitsbeschaffung 2 -3 Jahre lang unvollständige Spangen hat tragen lassen, die gar nicht korrekt und vollständig ausgelegt waren. Denn wie sonst ist zu erklären, dass die meisten Fälle im Fallbeispiele-Kapitel meiner Seite in 2 – 3 Jahren vollständig inklusive Platzgewinn korrigiert wurden? Mit Spangen, die dem Laien ähnlich erscheinen mögen, es aber nicht sind! Sie sind nämlich Vollversionen, keine Sparversionen.
Im übrigen gibt es auch bei den Doppeldecker-Spangen speziellere, die Platz gewinnen können. Z.B. Funktionsregler oder Bimler-Geräte, sowie verschiedene konfektionierte „Trainer“.

Wenn dann so ein Schwindel auffliegt, bevor es zu spät ist, um den Platzmangel noch mit Wachstum zu beheben, folgen leider oft die nächsten Hindernisse:
nicht nur ist es schwer genug, für Kinder mit solchem 2 bis 3 Jahre lang verschleppten Platzmangel noch einen Arzt zu finden, der dafür noch sanfte Methoden hätte.
Noch fieser ist dann, dass ein kostenneutraler Wechsel, der auf dem Papier bei einer kassengezahlten Behandlung doch möglich sein sollte, vielerorts vom übernehmenden Arzt verweigert wird (wegen Druck durch kassenzahnärztliche Vereinigungen?) Meist wird Wechsel nur mit Behandlungsabbruch (= 20% Selbstbehalt weg!) und privater Weiterbehandlung (800, 2000, ??? Euro) angeboten.

Um so wichtiger ist also, VOR Behandlungsbeginn, wenn nötig, gezielt viele Angebote mit verschiedenen Behandlungsmethoden einzuholen. Oder VORHER noch, zu wissen, dass Engstand und Kiefer-Fehlwuchs meist kein Schicksal ist! Vom Kleinkindalter an kann man in gewissen Grenzen vorbeugen (siehe auf meiner Startseite).
KEINESFALLS sollte man seine Kinder so lange in die Warteschlange schieben lassen, bis alle Milchzähne weg sind. So viel wertvolle Zeit zu vertun, das verlangen die Kassen nie! JEDOCH klafft für Kinder mit Platzmangel tatsächlich eine Versorgungslücke (sofern nicht noch ein Kreuzbiss dazu kommt, bei dem die Kassen eine Frühbehandlung zahlen würden).

Je frühzeitiger das Defizit in der Kieferentwicklung behoben wird, desto gesünder und stabiler ist das Ergebnis (vorausgesetzt, auch auf gesunde Lippen- und Zungenhaltung und -funktion wurde geachtet).

BITTE, liebe Leser, wenn euch solche Fälle zu Ohren kommen, in der Nachbarschaft, bei Kollegen, Verwandten und Bekannten, (Sport-)Verein, (Musik-)Schule, Gemeinde usw. wäre es für die betroffenen Kinder und Eltern hilfreich, darauf hinzuweisen, dass es diese weiteren Alternativen gibt.
Hier gebe ich nochmal in dem Sinne, lieber einäugig als blind, preisgünstige Privat-Anbieter in der Versorgungslücke „rechtzeitiger Platzgewinn“ an, aber OHNE GEWÄHR für die Adressen:
http://www.junge-kfo.de/
Potenziell mit Platten platzgewinnende Adressen (unter „Eltern und Kinder“)
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Beitrag#3von sabeth » 14. Okt 2007 17:57

Hallo,

Zitat:
"KEINESFALLS sollte man seine Kinder so lange in die Warteschlange schieben lassen, bis alle Milchzähne weg sind. So viel wertvolle Zeit zu vertun, das verlangen die Kassen nie! JEDOCH klafft für Kinder mit Platzmangel tatsächlich eine Versorgungslücke (sofern nicht noch ein Kreuzbiss dazu kommt, bei dem die Kassen eine Frühbehandlung zahlen würden). "
Zitatende

Das irritiert mich jetzt. Laut KFO bezahlt die Kasse beim Kind die Behandlung eben doch erst nach dem Zahnwechsel. Also kann ich wählen zwischen früher Behandlung, die ich selbst bezahle und schneller, harter "Spätbehandlung", deren Kosten die Kasse trägt!?
Gruß von Sabeth
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Nochmal ausführlich: Wann zahlt die Kasse?

Beitrag#4von ruebezahl » 15. Okt 2007 17:35

Wer Sie da irritiert hat, ist wohl eher jene Sorte von Kieferorthopäden (leider immer häufiger), die tatsächlich ALLE Kinder warten lassen, bis alle Milchzähne weg sind (und bei Platzmangel dann 4 neue, gesunde 4er gleich mit gezogen wurden)! Um dann bei allen profitabel Großbaustelle mit fester Spange und Zubehör zu machen!
Wer mit seinem Kind an so einen gerät (das kann man ja schon am Telefon herausfinden), sollte besser sofort weitersuchen. Wie viele Fälle wurden auf diese Weise schon verschleppt und erschwert ...
Sofern die Fehlstellungen schwer genug dafür sind, zahlt die Kasse reguläre Behandlungen dann, sobald in jedem der 4 Gebiss-Viertel (Quadranten) ein Seitenzahn wechselt (ein 3er, 4er oder 5er). Meist kommt davon der 4er zuerst, manchmal aber auch der 3er (Eckzahn). Anders herum, können dann noch maximal 8 Milchzähne stehen.
Mit Versorgungslücke meinte ich, dass dieser Behandlungsbeginn bei Platzmangel im Unterkiefer meist schon zu spät für eine einfache, sanfte Lösung ist. Die bräuchte eine Frühbehandlung. Aber diese wäre bei Platzmangel im Unterkiefer, wenn sonst nichts dazukommt, selber zu zahlen. Wobei es preisgünstige Anbieter gibt.
Die Kasse zahlt Frühbehandlungen nämlich nur in folgenden Fällen:
offener Biss;
alle Kreuzbisse, also sowohl seitliche (Schiefbiss; ausgeprägter Schmalkiefer) als auch frontale (Vorbiss, Progenie) und auch Einzelzahn-Kreuzbisse.
Diesen Fällen droht unbehandelt nämlich ein gravierender Kiefer-Fehlwuchs, und anders als beim Platzmangel wäre daran mit Zähneziehen nichts zu machen.

Im Zweifelsfall: bei der Kasse nachfragen und auf eine kompetente Antwort hoffen.
Die zusätzliche Abzocke zu kassengezahlten Behandlungen ist leider vielerorts zur Regel geworden. Bei den viel kostengünstigeren Frühbehandlungen ist sie natürlich entsprechend geringer. Selbst eine komplett privat gezahlte Frühbehandlung kostet, wenn sie bei einem günstigen Anbieter erfolgt, wahrscheinlich weniger als die durchschnittliche Zuzahlung zur späteren Behandlung. Wobei die künftig drohenden weiteren Preissteigerungen und eventuelles weiteres Zurückfahren der Kassenleistungen noch nicht berücksichtigt sind. Langer Rede kurzer Sinn: Frühbehandlung zahlt sich aus. Aber Augen auf, auch bei Frühbehandlungen gibt es Brutalos (zum Glück nicht so viele wie bei Spätbehandlungen).
Viele Grüße,
Larissa
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Wichtiger Nachtrag zu: Was zahlt die Kasse?

Beitrag#5von ruebezahl » 19. Okt 2007 11:54

Liebe Leser,
leider ist zur Kasse noch Folgendes zu ergänzen:

Eine Behandlung mit sanften Mitteln wird bei Spätfällen (die nicht selten durch Verschleppung dazu wurden) als Behandlungsversuch betrachtet. Und Versuche zahlen die Kassen in diesem Sektor nicht.
Beispiele für Spätfälle: Rückbisslage oder Schmalkiefer bei 15-Jährigen.
Selbst ein Arzt, der sich hier noch auf sanfte Methoden versteht, kann sie nicht auf Kasse abrechnen, ohne Ärger mit Kassen-Gutachtern zu riskieren.
Dabei bleibt unbeachtet, dass der sanfte „Behandlungsversuch“ kostengünstiger und schadensärmer als die Brutalmethoden wäre (Herbstscharnier, Gaumennahtsprengung, Zähneziehen, Headgear), die die Kassen für Spätfälle noch zahlen.
Ein Zahlenbeispiel:
wenn wir in Spätfällen 20% Versagerquote einer sanften Methode annehmen, und diese 20% hernach hart behandeln, dann sind die Gesamtkosten der 100% behandelten Spätfälle immer noch geringer, als wenn 100% von vornherein hart behandelt würden. Und die Schäden lägen nur bei 20% der Schäden, die die routinemäßige Hart-Behandlung hinterlassen würde.
Ich glaube nicht, dass den Kassen solche Betrachtungen fremd sind. Eher ist der Einfluss derer, die mit der Brutalbehandlung und ihren Folgeschäden einen Reibach machen, reineweg zu groß.
Folglich ist für Spätfälle nicht nur ein Arzt zu finden, der sich auf ihre Behandlung mit sanften Mitteln versteht, sondern der diese gezwungenerweise private Behandlung auch zu einem guten Preis durchführt. Es gibt solche Ärzte - aber außerhalb von Ballungsräumen oft nur mit einem längeren Anreiseweg. Wobei es hier wiederum gesundheitsbewusste Leute gibt, die mit anderen Betroffenen zusammen Fahrgemeinschaften bilden.
Um solchen Katzenjammer aber zu vermeiden,
besser gar nicht erst verschleppen (lassen). Ich wiederhole: Frühbehandlung zahlt sich aus.
Einen Sonderfall stellen Fälle mit sog. Nichtanlagen dar. Bei ihnen sind bestimmte bleibende Zähne nicht angelegt. Wobei mangelnde Weisheitszähne kaum ein Problem sind, anders als nicht angelegte untere 5er oder obere 2er, um die hier meistbetroffenen Zähne zu nennen (Nichtanlagen vieler Zähne sind hingegen extrem selten).
Also, bei 5er- oder 2er-Nichtanlage ist die beste Lösung, die Milchzähne lebenslang zu erhalten. Man kann sie später durchaus als bleibende Zähne verkleiden. Dagegen ist die zweitbeste Lösung, diese Milchzähne früh zu ziehen. Dann schließen sich die Lücken durch spontane Zahnwanderung fast oder gänzlich. Aber Achtung beim Ziehen, auch Milchzähne haben richtige Wurzeln, wenn kein Nachfolgerzahn da ist, der sie abbaut.

Viele Grüße,
Larissa
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