Zähne ziehen Tochter 9 Jahre

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Zähne ziehen Tochter 9 Jahre

Beitrag#1von Gast » 13. Apr 2010 11:07

Hallo, meine Tochter (9J.) ist seit ca. 1 Jahr in KFO-Behandlung. Sie hat eine einteilige lose Spange, ich denke mal es ist ein Aktivator, den sie 4 Std. am Tag sowie nachts trägt. Nun klagt der KFO aber immer noch über ihren zu engen Kiefer. Es wurde nun schon unten 1 Backenzahn (Milchzahn 4er) gezogen, da sich der neue dahinter durchbrechende 5er da verkeilt hatte und schief an dem 4er festhing. Nun sollen auch noch alle 4 Eck-Milchzähne gezogen werden. Die 2er haben vor einigen Monaten gewechselt und hängen im OK wegen Platzmangel fest, sind nur halb so lang wie die anderen Zähne. Aber ich möchte keine weiteren Milchzähne ziehen lassen, da sie ja auch wichtige Platzhalter sind und ich meiner Tochter auch die Prozedur nicht zumuten will. Der KFO will jetzt nur Platz schaffen und dann mit einer festen Spange weitermachen wenn alle Milchzähne weg sind. Ich denke statt des Aktivators soll er besser eine aktive Platte o.ä. einsetzen, die den Oberkiefer weiten kann. Aber ich komme mir auch doof vor, ihm als Laie vorzuschreiben wie er vorgehen soll. Was soll ich nur tun wenn er mich unter Druck setzt wegen des Zähneziehens? Was gibt es für Alternativen, habe schon von Crozat-Gerät, Bimler-Spangen und K3F hier gelesen. Viele Grüße!
Gast
 

Zweitmeinung: mit oder ohne Wechsel

Beitrag#2von ruebezahl » 14. Apr 2010 15:02

Hallogast,
>Aber ich möchte keine weiteren Milchzähne ziehen lassen, da sie ja auch wichtige Platzhalter sind und ich meiner Tochter auch die Prozedur nicht zumuten will.
++ So sehe ich das auch.
Ein üblicher Aktivator wirkt gegen Rückbisslagen einschließlich Tiefbisse, aber gewinnt keinen Platz.
Milchzähne ziehen, wenn bleibende darunter festhängen oder daneben herausgucken, ist in Ordnung.
Milchzähne aus Platzmangel ziehen zementiert dagegen zur den Weg dahin, neue bleibende Zähne zu opfern. Um wirklich drohende Karambolagen zu entschärfen, wäre die sanftere Wahl, Milchzähne schmaler zu schleifen.

Mit 9 Jahren wachsen Kinder doch noch so stark!
Da sollte man einen Kieferorthopäden oder Alleskönner-Zahnarzt finden, der der Behandlung die nötige Zeit gibt, um den Platz in 2 oder 3 Jahren mit Wachstum zu gewinnen. Zugleich können die Zähne dabei ja schon eingeordnet werden. Statt dass die Behandlung mit Zähneziehen zu einem lebenslang verstümmelten Gebiss durchgepeitscht wird, mit beengtem Zungenraum, beengtem Nasenraum, eingefallener Mundpartie, und vielleicht auch Schäden an Zähnen oder Zahnfleisch von festen Spangen.
Sollte das Wachstum wirklich nicht mehr zum Platzgewinn reichen, kann man auch die bleibenden Zähne schmaler schleifen. Das wäre das viel kleinere Übel.
KONKRET:
Man kann einer Behandlung auf die Sprünge helfen, wenn man eine Zweitmeinung einholt, auch wenn man dann nicht wechselt. ABER NUR unter 2 Bedingungen:
1)
Der jetztige Behandler mag auch Patienten, an denen er nicht maximal verdient.
2)
Er beherrscht das Platzgewinnen mit Platten überhaupt noch (oder mit Crozat
, was etwas kniffliger ist). Denn KFO-Zahntechniker oder in der DDR gelernte Kieferorthopäden beklagen, dass die heutigen nicht mehr lernen, wie man diese Spangen-Arten so richtig ausreizt, wie es z.B. diese Fallbeispiele zeigen:
www.sanfte-zahnklammern.de/fallbeisp/lu ... rueck.html
Platzgewinn-Platten sollten zusätzliche Halteklammern haben, damit sie die Kraft der Schraubsegmente auch übertragen, und die Platte nicht stattdessen aussteigt. Weiterhin müssen diese Halteklammern dabei ab und zu nachgebogen werden.
Wenn nicht BEIDE Bedingungen erfüllt sind, sollten ihr gleich den Wechsel planen. Adressen braucht ihr auf jeden Fall. Mailt oder ruft mich an, und besser den Einzugsbereich nicht zu klein angeben.
Wie leicht oder schwer ein Wechsel geht, hängt ab vom Ort, von der Kasse und vom Behandlungsstadium (das hier ja noch nicht so fortgeschritten ist, also wechsel-günstig).


Ansonsten kann man mit Kaukraft Kiefer-Formern zwar eine Selbsthilfe versuchen, und zumindest eine Verschlimmerung verhindern, wenn sich die Suche nach einem vernünftigen und erreichbaren Behandler länger hinziehen sollte. Aber ich habe dazu noch keine so eindrucksvollen Beispiele.
Kiefer-Former regen das Kieferwachstum eher im Ganzen an, statt an einzelnen konkreten Engstellen. Zudem wirken sie auch wie Aktivatoren. Lückenöffner daran wirken konkreter, aber bei halb herausgewachsenen beengten Zähnen sind die Aussichten da grenzwertig. Da hängt es vom Einzelfall ab (Zahnform?), ob die Lückenöffner noch greifen.

Ein Schlusswort zur Bimler-Methode, die ist langsam und schonend und in Langzeitbeobachtungen dokumentiert, aber sie hat sich nur noch in wenigen ökologischen Nischen erhalten.
Soweit erstmal,
Larissa
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Beitrag#3von Gast » 14. Apr 2010 18:19

Vielen Dank für die kompetente Antwort.

Also eine Zweitmeinung möchte ich mir auf jeden Fall einholen und wäre auch bereit weiter zu fahren. Ich sende Ihnen eine Mail mit meinen Daten.

Unser jetziger Behandler ist übrigens Arzt, Zahnarzt und KFO, praktiziert jedoch nur als KFO. Daher hatte ich gehofft, dass er die ganze Sache ganzheitlich sieht, was meinem Medizinverständnis entspricht. Mal sehen, vielleicht ist er ja auch gesprächsbereit. Mein älterer Sohn (12 J.) ist auch seit 1 Jahr dort, bei ihm haben wir mit der losen Spange schon gute Erfolge erzielt, und ich habe schon gesagt, dass er keine feste Spange bekommen soll. Er hatte jedoch auch zuerst eine 2-teilige Spange, wo er jeden Abend ein kleines Stück weitergedreht hat und jetzt einen Aktivator.

Ach so, kleine Korrektur zu meinem oberen Text, gezogen wurde bei meiner Tochter bereits ein Milch 5 er im OK, da der neue 6er da quasi dran festhing. Der KFO machte mir Angst bzgl. einer Retention und ich habe dem Ziehen quasi gegen meine Überzeugung zugestimmt.

Viele Grüße, Anke
Gast
 


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