11-j. „Ugly Duckling“ Privatpatient“ 10.000 € für Zahnspange

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11-j. „Ugly Duckling“ Privatpatient“ 10.000 € für Zahnspange

Beitrag#1von ruebezahl » 7. Aug 2011 13:08

Liebe Aktive,
manche Kieferorthopäden werden angesichts von Privatpatienten sehr kreativ. Auch, wenn diese mit restlichen Milchzähnen noch keineswegs Spätfälle sind.
Gerade wurde so einer in einer „teuren Gegend“ (aber nicht Großstadt) mit jeder Menge Kieferorthopädie- und Medizin-Chinesisch wichtiggetan, um entsprechend erhöhte Steigerungsfaktoren zu produzieren und die Kosten-Argusse, die auch bei privaten KVen wachen, blenden zu wollen.
- Erblicher Einfluss (liegt bei 20% der Fehlstellungen vor)
- Platzmangel: ist häufig, aber hier durch die Milchzahn-Platzreserve zu regeln („Ausnutzen des Leeway-Space“: beim Segeln, oder was?)
- Etwas aufgewanderte und vorstehende Zähne gipfeln im Befund „Ugly Duckling“ = häßliches Entlein. Man sieht förmlich die Dollarzeichen in den Augen der Verbreiter dieser Bezeichnung!
- Kreuzbiss eines Milch(!)-Backenzahns. Ein solcher kann bei Enge kurz vor dem Ausfallen durchaus ein- oder auswärts gedrängt werden.
- Zungen- und Schluck-Fehlfunktion
- Spitzkiefer (wohl eine Folge davon)

Weil noch Milchzähne da sind, wurden zwar erst aktive Platten geplant und dann zur (obligatorischen, was sonst?) festen Bracket-Spange keine feste Zusatzteile.
Schneidezähne „in physiologischen Torque einstellen“ fehlt bei den Zielen nicht. Hackespitzevorwärtsseitwärts-Behandlungs-Aufbläh, das Wort Torque existierte in früheren deutschen Lehrbüchern der Kieferorthopädie NICHT!

Außerdem wird mit 4 Jahren (!) Behandlungszeit nicht etwa ein in sich stabiles Ergebnis anvisiert, wie es bei Bimler-, Trainer- und Bionator-Behandlungen üblich wäre, während sich nach Kreuzbiss-Frühbehandlungen die korrigierte Verzahnung oft selbst stabilisiert und während man aktive Platten damals, als sie noch als hinreichende Behandlungsmittel galten, einfach ausschleichen konnte.
Sondern - Vorhang auf! - würde jener Behandler sein lebendes Kunstwerk gern mit einem LPR fixieren: ein lingualer paradontalprophylaktischer Langzeitretainer!
Ich rate mal, welche Eigenschaften, die dieses hier überflüssige Ding nach zahnmedizinischem Kenntnisstand eh haben sollte, da schick als teureres „neues“ Produkt verpackt werden:
-- ausreichend Distanz zum Zahnfleisch wahren, um keine Schmutznischen zu schaffen
-- die Schienung nicht starr, sondern flexibel zu gestalten
Schließlich gibt es nach gewaltsamer oder entzündungsbedingter Zahnlockerung durchaus hilfreiche Anwendungen davon. Und wenn in ein Behandlungsmittel oder -verfahren Entwicklungsarbeit hineingesteckt wurde, fragen sich Kollegen: WO kann man es noch einsetzen, damit es profitabler wird?

So wird die kieferorthopädische Aufrüstungs-, Kosten- und Zuzahlungs-Spirale weitergedreht. Um die Bodenhaftung zurück zu gewinnen, wäre der ausgeuferte Gebrauch teurer, von Lobbys etablierter Risikomethoden zurückzufahren. Statt maximaler Perfektion, die instabil ist, wäre mit wirtschaftlichen Mitteln mehr Gesundheit anzustreben. Wozu die Kassen eh angehalten sind. Aber das ist unter den real herrschenden Bedingungen das Papier nicht wert, auf dem...
Nebenbei fragte sich gerade jemand, warum manche Politiker erst dann Vernünftiges von sich geben, wenn sie aus dem Amt sind? Mein Vorschlag: vielleicht, weil dann endlich der Lobbyisten-Zustrom abbricht?

Regenzeitliche Grüße,
Rübezahl
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