Kindern die Gaumennaht brechen (GNE) +5 Mon. (!!) Verheilen

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Kindern die Gaumennaht brechen (GNE) +5 Mon. (!!) Verheilen

Beitrag#1von ruebezahl » 3. Aug 2007 11:08

3 April 2006
Dieser Themen-Zweig basiert auf einem Bericht einer aktuellen KFO-Fachtagung. Solche Tagungen sind offenbar ein Einfallstor aggressiver Behandlungsformen.

Da propagiert einer aus Europa Gaumennahterweiterung (GNE) mit 5 Monate Verheilen (!) für alles Mögliche vom frühen Wechselgebiss an. D.h. das arme Kind hat über 6 Monate ein voluminöses Ding, dass die Seitenzähne überkappt, im Mund eingebaut. Für Progenie empfiehlt er dies routinemäßig und mit einer Gesichtsmaske (in fieser Bauform) noch zusätzlich!
Kinder sind da wohl nur noch Kanonenfutter, oder Rohstoff zum Ausbeuten?
Vor einer Weiterbehandlung soll dann noch 6 – 12 Monate gewartet werden (wohl, damit sich die Verhältnisse wieder normalisieren). Was man in diesen ca. 12 – 18 Monaten bei so jungen Kindern mit sanften Methoden schaffen könnte, fällt komplett unter den Tisch!

Und selbst wenn die Kieferweitung (oder deren Abrechnung) eilt, kann man bei Kindern tatsächlich auch mit einer konventionellen herausnehmbaren Platte mit 1mm pro Woche (!) in kurzer Zeit 6, 8 oder gar 10 mm herbeischrauben, ohne das es danach eine Heilungsphase braucht. Damit die Platte dabei nicht „aussteigt“, sollte sie mit genug kräftigen Halteklammern bestückt sein (im Bild nicht so sehr). Für mehr Tragekomfort kann sie den Vordergaumen frei lassen und kann trotzdem noch korrigierend auf die Frontzähne einwirken.

.. und bei Progenie fiese Gesichtsmaske dazu, ...dort, wo Funktionskieferorthopädie kaum gelehrt wird, und in der Kinder nur noch die Rolle von Werkstücken spielen, die zu bearbeiten sind.

Neulich habe ich Eltern eines davon bedrohten 9-Jährigen beraten. Sie versuchen ihn auf dem Gymnasium unterzubringen, aber so ein Monstrum in Mund könnte ihn dort gleich wieder rauskatapultieren. Ein haariger Fall. Durchfilzen der gko-online- und junge-kfo-Listen hilft da, anders als bei bloßem Platzmangel, bestimmt nicht weiter.
Es könnte auch MESSTECHNISCHE GRÜNDE haben, dass solche Abfolgen harter, schneller Einzelschritte heute die traditionelle 3-dimensionale Hilfestellung zum Gesundwachsen verdrängen, OBWOHL diese mit funktionellen Spangen bei rechtzeitigem Beginn insgesamt meist gar nicht länger dauert.
Denn der Einzelerfolg jeder schnellen, harten Maßnahme kann schon nach kurzer Zeit dokumentiert werden, und nimmt dem Arzt etwas von dem Druck, schnelle Erfolge zu produzieren.
(Junge) Forschende Ärzte können sich damit auch, ohne jahrelange Vorarbeiten leisten zu müssen, auf Tagungen produzieren und aussichtsreiche Drittmittel-Anträge stellen, von denen die medizinische Forschung heute immer mehr abhängt.

DAGEGEN gilt für das umfassende Gesundwachsen-Lassen beim Kind:
je mehr Zeit verstreicht, desto verwischter werden die Unterschiede zwischen einer behandelten Gruppe und einer unbehandelten Kontrollgruppe aus ebenso kräftig wachsenden Menschen. Bzw. desto aufwändigere Studien sind nötig, um die Kostenträger zu überzeugen, dass auch diese Methode wirken.

Auch das Kriterium der LANGZEIT-STABILITÄT des Behandlungsergebnisses, bei dem funktionelle Methoden oft gut abschneiden, scheint kaum noch zu interessieren.

All das mag dazu beitragen, warum die sanften Methoden heute ignoriert oder als „zu langsam“ madig gemacht werden, und warum sie für Kinder in vielen Praxen nur noch bei „gutmütigen“ Überbissen oder geringgradigen anderen Bissanomalien angeboten werden.

Schonende Progeniebehandlung hartnäckig ignoriert!
Ein anderer aus Fernost zog auf dem gleichen Kongress die nichtoperative Progeniebehandlung generell in Zweifel, bezog dabei tatsächlich aber nur die uralte Kopf-Kinn-Kappe als Behandlungsmittel ein, jegliche bewährte Funktionskieferorthopädie hartnäckig ignorierend (>Fallbeispiele >Progenie).
Sind dies die Brandstifter des Flächenbrandes, der zurzeit die meiste schonende Progeniebehandlung selbst rechtzeitigster Fälle vernichtet?
Dabei wurde die Wirksamkeit der sanften Platte mit Gegenkieferbügel in o.g. Fallbeispiel in einer aktuellen Publikation bestätigt. Besonders bei ihrer Anwendung schon im Milchgebiss war die Behandlung nicht nur kürzer (in Schnitt bloß 5 Monate), sondern der Effekt auch nachhaltiger als bei einem Behandlungsbeginn mit 8 Jahren.
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