Fahrgemeinschaft statt Höllen-Kieferorthopädie? 54, 56er PLz

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Fahrgemeinschaft statt Höllen-Kieferorthopädie? 54, 56er PLz

Beitrag#1von ruebezahl » 25. Jan 2012 21:36

Werte Gemeinde!
Wo Kieferorthopäden dünn gesät sind, kann es so oder so zugehen, je nach Privatpatienten-Dichte.
Während es an der Oder ruhig ist, erreichte mich eine Hiobsbotschaft aus dem PLZ-Bereich 54/56 westlich des Rheins, in dem sich früher auch schon Trier schwierig zeigte.

Dort schrauben nassforsche Kieferorthopäden Kindern und Erwachsenen reihenweise sogenannte Minischrauben (Pins; keine Kassenleistung) in den Knochen, um feste Spangen besser abzustützen. Zu allem Überfluss propagieren sie diese Methode, die auch kortikale Verankerung genannt wird, in Kursen, in denen die Teilnehmer restliche Bedenken und Skrupel abbauen sollen.
Konventionelle GNEs, Pendulums, Lingualbögen usw. sollen damit verdrängt werden, von Aktive-Platten-Kunstfertigkeit (Y-, Z-, Bertoni-, ...) ganz zu schweigen.

Während ein Knochenpiercing-Propagierer in zentralerer Lage dazu Übungen an Schweinekiefern veranstaltet, die auch im Zahnmedizinin-Studium beliebt sind, und ein Hersteller von anderem dentalchirurgischen Material mit exklusiven Übungen an Humanpräparaten (konservierten Teilen menschlicher Leichen) wirbt, umfassen diese Kurse Übungen an echten Patienten.
Dafür wird regelmäßig frisches Patientenmaterial gebraucht. Konkret hatten sie z.B. 2 Kindern, die erst etwa 9 Jahre waren und die durchaus intelligente und fürsorgliche Eltern haben sollen, GNE-Apparaturen mit je 2 Schrauben ans Gaumendach geschraubt. Wohingegen beim neuesten Un-Fall aus Berlin „nur“ eine geklebte GNE-Apparatur drohte, der gewöhnliche Wahnsinn. Aber dort sind andere Anbieter ja nicht weit. Überall werden allerdings die Risiken http://www.sanfte-zahnklammern.de/spang ... preng.html
und die Alternativen http://www.sanfte-zahnklammern.de/alterna/alterna.html
sträflich verschwiegen. Denn kämen sie ihrer Pflicht gewissenhaft nach, welcher vernünftige Mensch würde sich dann noch unnötig die Gaumennaht sprengen oder gar Schrauben in den Mund drehen lassen, oder seine Kinder dafür hergeben?
Wenn ein Patient durch die eigenen Risiken unnötig invasiver Methoden geschädigt wird, hier z.B. eine Knocheninfektion, fällt dies nicht einmal in die „Kunstfehler“-Rubrik, und schon dort hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus, und auch die Presse hängt von Werbeeinnahmen ab und steigt da ungern ein.

Dabei ziehen sie solche Behandlungen keineswegs im Eiltempo durch. Auch von teuren Marken-Brackets, für die sie hohe Zuzahlungen nehmen, hatte ein Jugendlicher große Schmerzen. Sodann nehmen geschulte Augen Menschen mit perfekten Zahnreihen wahr, die aber nicht zu Gesicht und Mimik passen.

Neulich las ich, dass die Zulassungshürden für Medizinprodukte längst nicht so hoch sind wie für Medikamente. Schließlich werden in der EU 1000-mal soviel Medizinprodukte wie Arznei-Wirkstoffe neu zugelassen. So brauchen Medizinprodukte meist nur den Nachweis zu erbringen, dass sie funktionieren, und keine Studie, ob sie Patienten eher nützen oder eher schaden.

Wie definieren Maximal-Kieferorthopädie-Hersteller ihre Zielgebiete,
in denen sie Anwender als Kursdozenten engagieren?
Gegenden, wo A) Zweitmeinungen nicht wohlfeil sind, B) die Leute sich leicht einwickeln lassen und C) wohlhabend genug sind, um kräftig zuzuzahlen?
Draht, Plastik, Dehn- und Sonderschrauben für handwerkliche KFO-Technik sind heute teils an Hersteller und Händler allgemeiner Dentalprodukte übergegangen. Daran verdienen reine KFO-Hersteller wohl nicht mehr genug? Hört man, wie die Aktionäre die Messer wetzen?
Wenn die gepeinigten Kinder nervöse Störungen entwickeln, folgen die Ritalin-Vertreter auf dem Fuß: „Jedes 3. Kind kriegt hier Ritalin.“
Das ist eine Droge. „Na und? Es hilft doch.“
Spekulanten-Firmen grabben weltweit Ackerland, wozu sie die ansässigen Bauern vertreiben.
Profitmaximierer krallen sich Kinderkörper hierzulande.

Wo auch lose Spangen nicht zuzahlungsfrei sind, könnte sich eine Fahrgemeinschaft anderswohin bereits kostenmäßig lohnen. Nur mögen die nächsten Quellen angemessener Kieferorthopädie in Allesmacher-Praxen liegen, gerade auf dem Lande. Leider wissen das viele Eltern nicht, und selbst wenn, dann sind solche Anbieter schwieriger zu finden.

Bedenkliche Grüße, Rübezahl
Entzieht euch Auspressern! Sucht faire Kieferorthopädie und schützt ihre Biotope!
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