Related topic: Training gegen Kurzsichtigkeit Alterssichtigkeit Astigmatismus ..

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Beitrag#1von ruebezahl » 27. Okt 2015 22:24

Werte Gesundheitsfreunde,
nach langer Funkstille habe ich jetzt etwas Gehaltvolles.
Mit einigen Tagen Verzögerung, weil mir endlich wieder eine Auftragswelle reinschwappte - heißer Herbst!

Dass Kurzsichtigkeit und viele andere Augenprobleme im weiten Feld der profitablen Zivilisationskrankheiten rangieren, ist wohl eine Binsenweisheit.

Über 3 Jahrzehnte lang fühlte ich mich mit feinen Kontaktlinsen gut versorgt. Nun empfahl uns eine Berliner Heilpraktikerin, die ebenfalls in das Alter gekommen ist, wo die Nahsicht nachlässt, und auch davon genervt war, das kurzweilige Buch
Vergiss deine Brille von Leo Angart.
Ein jüngerer Bekannter nutzt es auch schon.
Es bietet viel Hintergrundwissen, was einem Ärzte kaum je zugestehen (oder selber nicht richtig wissen), und dann wirklich bewährte, international zusammengetragen Übungen gegen verschiedene Fehlsichtigkeiten: Kurzsichtigkeit, Astigmatismus, Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit, Amblyopie (einäugiges Sehen) und Schielen, Star und weitere „Altersprobleme“ (habe das Buch noch nicht ganz durch).

Belastbare Studien in verschiedenen Erdteilen ergaben, dass Kurzsichtigkeit nur sehr selten angeboren ist, sondern in 98% der Fälle erworben wird, meist erst mit dem „Ernst des Lebens“ nach der Grundschule.
Also noch 10x seltener angeboren / geerbt als Kiefer- und Zahnfehlstellungen.Wie kommt das?
Am und im Auge sind vielerlei Muskeln und Regelkreise am Scharfstellen beteiligt.
Aber während für Gehen, Schwimmen und Radfahren „gelernt ist gelernt“ gilt, fällt gutes Sehen eher in die „Kategorie „Fähigkeiten / Muskeln, die man zu wenig nutzt, verkümmern“.
Demnach wäre einseitige Nahsicht-Belastung ohne Gegen-Belastung (immer wieder einen scharfen Blick auf ferne Objekte gleiten lassen) eine Ursache für Kurzsichtigkeit. Auch Lesen mit der Taschenlampe unter der Bettdecke fällt in diese Kategorie, wohingegen man in schummrigen Restaurants oder nachts im Freien durchaus seine Nah- und Fernsicht üben sollte. Zudem scheint latenter chronischer Stress durch unlösbar erscheinende Probleme im Hintergrund die Muskelverkürzung zu fördern, die die Kurzsichtigkeit bewirkt.
Im Anfangsstadium ist sie eine Haltungsschwäche, der mit gezielten Übungen zügig beizukommen ist (wozu der Autor noch ein Buch „Kinder brauchen keine Brille“ bietet).

Vergiss deine Brille“ enthält ein Sortiment von Übungen zu Stoffwechsel / Durchblutung, Dehnung, Muskelstärkung, Entspannung und Koordination. Die ist wichtig, denn ein Großteil des Sehens spielt sich im Kopf ab!
Daraus kann man sich einen individuellen täglichen Reha-Trainingsfahrplan zusammenstellen.

Einige Anti-Kurzsicht-Übungen sind für leichte, für mittlere (-2 bis -3 dpt) oder für höhere bis schwere Kurzsichtigkeit spezifisch.
Erstere soll binnen Monaten zu beheben gehen, letztere als mehrjähriges Trainings-Projekt, während dem eine unterkorrigierte Sehhilfe benutzt werden soll, damit Raum zur Verbesserung bleibt. Also öfter mal neue, schwächere Brillengläser oder Kontaktlinsen.
Da höhergradige Kurzsichtigkeit im Alter grauen Star, grünen Star und Makula-Degeneration begünstigen soll, und letzterer unheilbare Mist bei mir in der Familie 2x vorkommt, wird dies meine Baustelle für die nächsten Jahre, während sich die Alterssichtigkeit noch im Vorstadium erwies (wer rastet, der rostet halt).

2 chinesische Übungssequenzen, um den Hahn aufzumachen, sind beschrieben. Den Akupressur-Zyklus mache ich zu Beginn, die andere erscheint mehr wie autogenes Training, worin ich nicht geübt bin. Anschließend Dehnübung.
Dann die einfach zu machende Schnur-Übung, sie erinnert an Feldenkrais.
Für zwischendurch die Samurai-Übung oder – nicht aus diesem Buch, sondern Yogi-Wissen – einen „Stern“.

Schon nach 10 Tagen regelmäßigen Trainings habe ich den Eindruck, die erste -1/4 Dioptrie weg zu kriegen. Im Freien kann man die ferne Sicht z.B. an Nummernschildern parkender oder fahrender Autos stärken.
Bin gespannt, wie das weiter geht, und wie stabil das Ergebnis bleibt.
Ich vermute, da gilt Ähnliches wie bei Übergewicht. Dieses dauerhaft los zu werden, erfordert eine Änderung der Essgewohnheiten (die durchaus schmackhafte Neuerungen ermöglicht).
Wieder herbeitrainierte Sehschärfe dauerhaft beizubehalten, bräuchte dann wohl eine Rückkehr zu natürlichen Sehgewohnheiten (bei Naturvölkern ist Kurzsichtigkeit unbekannt). Oder mit kindlich wachen Augen in der Welt umher blicken.
Dies sind ganz andere Handlungs-Optionen als z.B. Akupunktur für die Augen oder ein Psycho-Angebot, das eine Kundin erwähnte, nach dem man ein „Mutter-Auge“ und ein „Vater-Auge“ hätte: o gottogottogott!

Lediglich in 2 Dingen scheint der Autor nicht up to date zu sein:
was für gute Kontaktlinsen es hier und heute gibt, und in Fragen guter Beleuchtung, was Maßeinheiten, LED-Lampen und Vollspektrum-Leuchtstofflampen angeht (nicht zu verwechseln mit „Warmton“). Gute Info und entsprechende Leuchtmittel, samt Angaben in SI-Maßeinheiten, bietet der Memo-Katalog (online http://www.memo.de > Beleuchtung). Für augenfreundliche Beleuchtung (kontinuierliches Lichtspektrum ohne Nadelspitzen) z.B. den Farbwiedergabe-Index beachten.

Fortsetzung folgt, das Leben bleibt auch in seiner 2. Hälfte spannend!
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Re related topic Augentraining: am besten im Freien

Beitrag#2von ruebezahl » 14. Jan 2016 22:08

So, erstes Zwischenergebnis
mit mittlerweile Monatslinsen nach fast 3 Monaten, und in Kürze beiderseits 0,75 dpt schwächer als vor Trainingsbeginn:
Das Nahsehen ist wieder o.k., aber nach dem motivierend flotten Start gegen die alte Kurzsichtigkeit kam ich ab Mitte November nur noch im Schneckentempo weiter. Zeitweise fühlte ich, auf der Stelle zu treten. Nach Weihnachten z.B. auch. Vorher war ja noch sonniger „Dezemberfrühling“.
Aber das dunkelste Achtel des Jahres haben wir nun mal wieder durchschritten. Was da Sache ist, führt einem eine Anzeigetafel einer Schul-Solarstromanlage im Stadtteil krass vor Augen:
während bei Sommer-Sonne 1000 W/m2 vom Himmel strahlen, sind es bei November- / Dezember- / Januar-Grau nur 10 W/m2, also nur 1/100 soviel, und das wohlgemerkt auch mittags!
Kein Wunder, wenn dann die Schwachlicht-Schwachsicht nervt, und man, wenn es dann noch saukalt wird, Winterruhe halten will. Oder mancher gar Depressionen kriegt. Die Zirbeldrüse lässt sich nämlich nicht hinters Licht (siehe unten) führen, scharfe Sehhilfe egal.

Ich glaube, auch hier kann Indoor-Training die Betätigung im Freien (v.a. bei Sonne) nicht völlig ersetzen. Auch wenn drinnen die „Schnurübung“ essentiell zu sein scheint. Wie eine Hantelbank für jene Augenmuskeln, die Jahrzehnte lang abgeschlafft und ausgeleiert sind.
Auf Dinge, die mit regelmäßigen Abständen in die Ferne gehen, wie Alleebäume (die Rinde der Stämme) oder Kopfsteinpflaster, wollen sich die Augen förmlich scharf stellen. Sofern sie genug ausgeleuchtet sind. Auch entfernte Dinge beobachten hilft. Wenn die Sicht dann zu schwimmen anfängt, kann man mit den Akupressur-Zyklus wieder Kraft nachtanken.

So hoffe ich jetzt auf frischen Wind in den Segeln. Und nicht, dass im Oktober meine frischeste, kleine Sicht-Verschlechterung nur deshalb leicht reversibel war, weil sie sich „noch nicht gesetzt hatte“, anders als alles, was schon jahrzehntelang verfestigt ist.
Die Trainingserfolge zeigen sich hier nicht von heute auf morgen, aber in 5- bis 6-tägigen Intervallen schon ab und zu.

HELL SEHEN: eine leuchtstarke weiße Lichtquelle macht im Winter munter.
Aus der Rubrik „Vollspektrum-Licht“ hatte ich beizeiten eine NARVA Biovital® „U-Boot-Lampe“ eingeschraubt. Mit UV-B-Anteil für die Vitamin-D-Eigensynthese im Winter. Gutes Augentrainings-Licht gibt sie auch.
Nur das Modell Steckleuchtkörper, das es davon gibt, passt nicht in jene frühere IKEA-Massenware von Gelenkarm-Schreibtischlampen rein. So leuchtet mir hier, wo ich sitze und schreibe, seit einigen Jahren ein Megaman 11 W G23 mit verbessertem „Nature Color“ Leuchtstoff (läuft auch unter „Vollspektrum“).


Soweit für diesmal,
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Re Related topic: Augentraining: halbe Kraft voraus

Beitrag#3von ruebezahl » 23. Mai 2016 13:44

So, zwotes Zwischenergebnis, nach nun 7 Monaten Augentraining:
dank Monatslinsen habe ich deren Stärke peu a peu tatsächlich schon um 40% reduziert.
Aber meine anfängliche Euphorie, jeden Monat 1/4 Dioptrie wegturnen zu können, erwies sich auf Dauer als zu forsches Tempo. Da gehe ich nun eher von je 6 Wochen aus.

Wie schon erwähnt, kommt die Verbesserung in Wellen, und die Sehschärfe hat eine Tagesform. Ist sie mal gut, war ich im Frühjahr zu eilfix zu nächstschwächeren Linsen gewechselt, und wenn die Scharfseh-Welle wieder abebbt, gab das tagelangen Schwachsicht-Blues.
Da hilft auch die frühsommerliche Lichtintensität nicht grundlegend, auch wenn sie die Übungen angenehmer macht.

Zeitweise nagte an mir Ungewissheit, ob der Zustand nicht doch zu großem Anteil der schulmedizinischen Meinung entspricht? Gemäß der wäre die Deformation, die Augen fehlsichtig macht, eben doch nicht bloß ein muskulärer Haltungsfehler?
Aber ich bin zuversichtlich, dass ich bloß zu schnell damit war, voranmachen zu wollen.
Dieser Fehler wird auch an der Zahnspangen-Front gern gemacht, und zwar mit Schrauber-Platten:
stur immer weiterdrehen, auch wenn Kiefergröße oder Zahnposition nicht mehr mitkommen und die Schraubfrequenz verringert werden müsste. Meist greift und wirkt die Platte dann nicht mehr richtig, sondern „steigt aus“. Fast wie ein Sicherheitsmechanismus, bevor Schäden entstehen.
Dennoch war dieses Fehldosierungs-Risiko Wasser auf die Mühlen gewisser Brutalmethoden- und Teuerbracket-Verkäufer. Diese reden Kieferorthopäden und Zahnärzten pauschal und undifferenziert die Unwahrheit ein, aktive Platten würden in jedem Fall die Zähne nur kippen.
Sie kippen aber nur, wenn es zu schnell ging oder wenn die biologische Obergrenze überschritten wird. Beides hängt aber individuell vom Patienten ab, und es gibt auch aktuelle Geschäftsmodelle mit aktiven Platten für Erwachsene.

Oder auch, wenn man eine neue Sportart beginnt, hat man es oft eilig, darin besser zu werden, um nicht mehr als Anfänger dazustehen. Bei vielen Kampfsportarten z.B., die Gelbgurt- und dann die Orangegurt-Prüfung abzulegen.
Hat man das Anfänger-Stadium dann hinter sich, geht weitere Verbesserung langsamer. Sie erfordert beharrliches Training und dabei Gelassenheit.

Immerhin, seit vorgestern bemerke ich wieder eine kleine Verbesserung, die zu beständig ist, um bloß eine Tagesform-Fluktuation zu sein.

Soweit für jetzt,
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Lockerer Sehen; Tibetisches Rad

Beitrag#4von ruebezahl » 8. Mai 2017 17:38

Werte Leser,
nun habe ich ein anregendes Sehtraining-Wochenende von http://www.augenschuleberlin.com besucht, in Berlin im tibetischen Zentrum (mit guter saisonaler Küche).

Denn nach 6 Monaten Wohnstress (September bis Februar) samt 2 Umzügen bin ich nun zwar wieder ruhiger, aber komme mit meinen bisherigen Übungen, die ich mir aus dem eingangs empfohlenen Buch „Vergiss deine Brille“ von Leo Angart zusammengestellt hatte, trotzdem nicht mehr weiter. Bei einem anderen Teilnehmer, der nicht kurz-, sondern altersweitsichtig war, war das genauso. Dennoch finde ich dieses Buch hilfreich gegen beginnende und leichte Fehlsichtigkeit.

Wenn ich für besseres Sehen also längerfristig trainieren muss, will ich das wenigstens richtig tun. Kann man als Erwachsener kindliche scharfe Sehfähigkeit wiedererlangen?
Jein.
Ein Augenarzt, der mit Training besseres Sehen erreicht hatte und dann die Form seiner Augäpfel mit seinen Geräten untersuchte, fand dort keine Normalisierung.
Jedoch werden die weichen Augäpfel ständig von den 6 Augenmuskeln verformt. Hinzu kommen innen noch die Linsen- und Hornhaut-Muskeln und außen die Lidmuskeln.

Die Kraft, Dehnfähigkeit, Schnelligkeit und Koordination, also in Summe die Beweglichkeit dieser Muskeln kann durch Sehhilfen zu gutem Teil „einrosten“. Auch das Gesichtsfeld verkleinert sich dabei. Zudem ist der Stoffwechsel derartig „fauler“ Augen vermindert, was Alterskrankheiten, z.B. durch Ablagerungen, Vorschub gibt.

Bei jedem kann die Sehschärfe im Laufe des Tages erheblich schwanken. Denn ebensowenig wie eine Kamera vermag das Auge jederzeit alles scharf abzubilden. Nur fällt das nicht auf, solange man jedes Objekt seiner Aufmerksamkeit sofort scharf sieht. Sondern erst, wenn das nicht mehr der Fall ist.
Aufbautraining, um schneller wieder scharf zu stellen, braucht den Mut zur Unschärfe. Und Entspannung, z.B. Palmieren, vor und nach anstrengenden Übungen.
Peripheres Sehen ist sowieso unscharf, aber wichtig für die Wahrnehmung von Bewegungen - und für gesunde Augenfunktion. Es lässt sich mit Übungen und gesunden Gewohnheiten ebenso trainieren.

Auf dem Lehrgang wurde eine Vielfalt ansprechend farbig gestalteter Trainingsmittel genutzt, von denen man viele auch erwerben konnte.
Wie z.B. das Tibetische Rad in verschiedenen Farbgestaltungen. Während es im genannten Buch von Leo Angart nur in krassem Schwarzweiß für anstrengendes Training gegen Astigmatismus vorkommt, ist es hier ein buntes Hilfmittel, mit dem man in Tibet die Augenbeweglichkeit übt. Man sollte das Training in lockerer Distanz beginnen und allmählich durch Annähern die Anforderungen steigern.

So habe ich einerseits spät zu diesen Alternativ-Methoden gefunden, die eigentlich in jeder Schule durchgenommen werden sollten. Ob es bei Waldorf-Schülern nicht so viel Fehlsichtigkeit gibt?
Andererseits erfuhr ich sie beizeiten, um den in Industrieländern grassierenden Augen-Alterskrankheiten vorzubeugen, wie ich hoffe. Oder grassieren die bei Naturvölkern auch?
Ich schätze eher, die Kommerzmedizin lässt das Publikum in alle möglichen degenerativen Erkrankungen hineinschliddern, um dann mit (Ersatzteil-)OPs oder im Pflegebetrieb Kasse zu machen.

So habe ich nun parallel zwei Langfrist-Baustellen, wo man keinen Fortschritt erzwingen kann, und finde das besser, als wenn es nur eine wäre. Die zweite besteht darin, ein Wohnprojekt zu finden oder mitzugestalten, wo man bezahlbar gemeinsam statt einsam älter werden kann. Und das in der äußeren Stadt, nicht in der Betonwüste und auch nicht in einer grünen Idylle, in der aber grundlegende Infrastruktur mangelt.

Schönen verzögerten Frühling, nach so lange Mistwetter,
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Peripheres Sehen, Augen-Beweglichkeit - und der Farbwiedergabeindex RA

Beitrag#5von ruebezahl » 30. Jul 2017 12:25

Liebe Aktive,
nun hatte ich noch einen individuellen Sehtrainings-Termin bei einer Partner-Anbieterin der Augenschule Berlin, um effektive Übungen zu lernen. Diese Seh-Suchende und -Lehrende ist noch immer stärker kurzsichtig als ich, aber hat zudem schon mehr verbessert.

Der motivierend schnelle Anfangsfortschritt, den ich mit dem eingangs genannten Buch von Leo Angart hatte, kam vom Aufbau untrainierter Augenmuskeln. Das mag ausreichen, um Fehlsichtigkeit, die im Anfangsstadium oder geringgradig ist, wieder zu normalisieren.
Braucht man mehr, dann braucht es nun Geduld, und Aufmerksamkeit für jede kleine Verbesserung. Gezielter Rat und Ermunterung durch Leute, die auf dem Weg, Sehschärfe zurückzugewinnen, schon weiter vorangekommen sind, helfen.

Grundlegend für klareres Sehen ist immer Entspannung, Durchblutung und Beweglichkeit.
Erschöpft kann man nicht trainieren.
Bereits die einfache, überall machbare Atemübung, in 4 Schritten einzuatmen und in 4 Schritten auszuatmen, kann die Sicht etwas entspannen und schärfen.
Wer zu verspanntem Hals-Nacken-Schulter-Bereich neigt, sollte auch hierfür Lockerungsübungen machen. Denn wenn der verkrampft ist, wird die Blutzufuhr in den Kopf quasi eingeschnürt.

Um stetige Augenbeweglichkeit zurück zu gewinnen, statt die Augen hinter Sehhilfen zu „parken“, hatte ich bereits das Tibetische Rad erwähnt.
Mehrstärken- und Gleitsichtbrillen schränken die Augenbeweglichkeit mehr ein als Einstärkenbrillen, und fördern bei Schreibtischtätigkeiten Verspannungen. Empfohlen wird, unterkorrigierte Einstärken-Sehhilfen bei Bedarf flexibel zu nutzen.
Neu hinzugekommen sind gezielte Übungen, bei denen man das zentrale Sehen mit Pappe oder Textil abschirmt, um das periphere Sehen mit bewegten Objekten zu fördern, z.B. einen Ball o.ä. von einer Hand in die andere zu werfen.
Sowie wie „einäugiges“ Üben mit einer Augenklappe, z.B. einen Ball an die Wand (am besten auf eine Sehtafel) werfen und fangen.
Beides sind weitere Reserven, die aktiviert werden und bei verschiedenen Augenerkrankungen zu besserem Sehen beitragen können.
Seitdem bemerke ich Fortschritte dabei, meine Augen auch einzeln schärfer stellen zu können. Mehr „Schnellkraft“ beim Scharfstellen wäre eine Sehverbesserung.

Tätigkeit am Bildschirm strengt die Augen an, da er nur 2-dimensional ist. Man sollte zur Entspannung öfters aus dem Fenster ferne Objekte ansehen, und ab und zu aufstehen und sich lockern.
Hier liegt für kleine Kinder eine zusätzliche Gefahr, wenn eine Hersteller-Lobby den Gebrauch von Smartphones und Tablets gern schon im Kindergarten einführen würde.
Neben den Risiken durch „Elektrosmog“, Suchtpotenzial und manipulativer Software reifen dann auch wichtige Gehirnareale nicht:
es fehlen Reize des „Begreifens“ für die Feinmotorik der Hände, und des großräumig räumlichen Sehens für die Feinmotorik der Augen.

Außerdem haben Bildschirme kein Vollspektrum-Licht.
Bei Leuchtmitteln wird ein hoher Farbwiedergabeindex RA-Wert (oder englisch CRI) empfohlen.
Im Licht billiger LED-Lampen erscheinen Dinge oft in „kranken Farben“, wegen ihres unnatürlichen Lichtspektrums, das zudem die Augen strapaziert.
An gutem Licht sollte man aber nicht sparen. Teurere hochwertige LED-Lampen erreichen z.B. nach dieser schon älteren Info http://fastvoice.net/2012/02/19/auf-tre ... led-lampen einen sehr guten RA-Wert von 98 (September 2015).

Bei gutem Tageslicht oder guten hellen Lichtquellen gibt andererseits Lesen ohne Sehhilfe einen Trainingseffekt. Sofern man es schon bei normalem Abstand von 30 cm und mehr schafft, auch hier den Blick ab und zu in die Ferne schweifen lässt und versucht, den Anstand hinauszuschieben (gegen Kurzsichtigkeit). Dichter dran verdreht man die Augen kontraproduktiv nach innen, was jene Muskeln anspannt, die sich dehnen sollen.

Soweit für diemal,
Larissa (Rübezahl)
Was meine derzeit zweite Langfrist-Baustelle betrifft, Mehrgenerationen-Wohnen in Gemeinschaft, werde ich bald ein etabliertes Gemeinschafts-Objekt erleben. Aber nicht im Würgegriff von Spekulanten, sondern in einer kleineren Stadt ohne zuviel Schickimicki, Hitze, Regen - oder Fluglärm, der hier an manchen Tagen früh bis spät nervt.
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