Welche Therapie bei starker Arhtrose des Kiefergelenks?

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Welche Therapie bei starker Arhtrose des Kiefergelenks?

Beitrag#1von menang » 14. Jun 2010 14:47

Hallo,
ich habe auf der Suche nach Hilfe dieses Forum gefunden und schon viel quergelesen.

Ich, weibl., 57 J., habe seit vielen Jahren Zahnschmerzen, welche anfangs zeitweise, dann immer öfter auftraten.

Zunächst wurden Weisheitszähne verantwortlich gemacht mit langen Wurzeln - entfern und rausoperiert.
Danach kamen die Backenzähne dran - Nerv gezogen, Wurzelspitzenresektionen, gezogen.
Mir fehlen nun auf der rechten Seite (wo die Schmerzenhauptsächlich auftraten) zwei Backenzähne, vor und hinter diesen habe ich jeweils Kronen.
Außerdem habe ich noch andere Kronen und Inlays, was momentan wahrschienlich noch nicht so wichtig ist.

Ich hatte über die Jahre verschiedene Zahnärzte, mein jetziger hat sich aufgrund meiner Klage, dass nach der letzten Entfernung des Backenzahnes im Herbst die Schmerzen immer noch da sind, mal die Mühe gemacht und 1 Stunde das Gebiss gründlich anzuschauen.
Mittels der schwarzen Plättchen hat er vor allem getestet, wie der Kontakt der Zähne beim zubeißen ist - und hat mich an den Kieferorthopäden verwiesen, da hier wohl nichts richtig zusammen passte.

Der Kieferorthopäde hat sofort den Verdacht der Diskusverlagerung geäußert und mich zum MRT geschickt. Aufgrund einer manuellen vorherigen Funktionsanalyse war er der Meinung, ich müsse wohl ein herbstscharnier bekommen, das ich aber nur in der Nacht tragen solle.

Der Befund des MRTs:

Bei habitueller Occlusion zeigt sich eine craniale Kompressionsstellung beiderseits. REchter und linker Discus sind wiet nach enterior prolabiert, der linke Discus ist zu Teilen resorbiert und im Bereich der Intermediärzone und Pars posterior erheblich degenerativ altiert.Die Condylen weisen fortgeschritten degenerative Veränderungen mit spazierstockartiger Deformierung auf, links neben arthrotischen Ausziehungen grobe Geröllzsytenbildungen an der cranioventralen Circumferenz.
Im Rahmen der kontrastmittelgestützen MRT kein Nachweis einer pathologischen intraossaren Kontrastmittelaufnahme.
Bei limitierter Rotation und Translation kein nachweis einer Discusreposition. Die Disci verlagern sich unter Kompression vor die Tubercula articulare. Kein Anhalt für eine Discusadhäsion.
Beurteilung:
Craniale Kompressionsstellung beider Kiefergelenke mit Arthrosis deformans, links mit groben Geröllzysten an der car.Circumferenz und erheblichen arthrotischen osteophytären Anbeuten ventral.
Chronisch weit nach anterior und links zusätzlich mäßig nach medial luxierte, deformierte und nicht reponible Disci. Links tw. Discusresorption.

Wer kann mir sagen, was ich hier am besten tun kann, ich bin im Prinzip kein Tag ohne Schmerzen, mal mehr mal weniger.
Lt. Auskunft des Kieferorth. werden die Maßnahmen nicht von der Kasse übernommen, bin gesetzlich versichert.

Vielen Dank schonmal fürs Lesen - es wäre schön, eine Meinung zu hören, ob hier tatsächlich ein herbstscharnier helfen kann.

Danke und Grüße
menang
 

Arthrose Gelenkverschleiß am Kiefergelenk

Beitrag#2von ruebezahl » 15. Jun 2010 11:44

Hallo Menang,
wenn auf einer Seite keine Backenzähne mehr da sind, gibt das eine asymmetrische Belastung. Dann ist es kein Wunder mehr, wenn Beschwerden entstehen, oder bestehende Verschleiß-Erkrankungen verstärkt werden.

Ein herausnehmbares Herbstscharnier an Schienen, das wäre vielen Schnarcherschienen ähnlich. Auf einer französischen Seite hatte ich mal eine Auswahl davon gesehen, aber leider auch feste-Herbstscharnier-Brutalos.
Das soll den Unterkiefer vorhalten und dadurch die abgenutzten Gelenke entlasten, würde also zunächst nur lindern. An anderen Körperstellen hilft nach Abklingen der akuten Beschwerden Physiotherapie, um die Gelenke wieder beweglicher zu kriegen. Das müsste es für das Kiefergelenk doch eigentlich auch geben.
Ob dieser Spezialist im Norden mit Kiefergelenks-Orthopädie (KGO) hier helfen kann?
www.cmd-optiprax.de
www.cmd-optiprax.de/a_21_03_07_Moesch_H ... Praxis.pdf

Und nach der Besserung der Gelenke sollte man die asymmetrische Belastung abstellen, indem man mit Ersatzteilen kaut: Teilprothese als billigere oder Implantate als teurere, invasivere Lösung (wobei es mehr oder weniger OP-intensive Bauformen gibt).

Um den Unterkiefer vorzuhalten, wären bei Ganzheitlichen der Bionator gebräuchlich, oder bisweilen auch seine Abart Biognathor. Aber eher teurer als ein Schnarcherschienen-artiges Gerät.
Es gibt sogar verstellbare Herbstscharniere und Schnarcherschienen. Das bietet ein Bionator nicht, sondern allenfalls ein U-Bügel-Aktivator.

Keine Kassenleistung: um es erstmal preisgünstig zu versuchen: auch ein Kaukraft Kiefer-Former bringt in der Nacht den Unterkiefer vor und entlastet die Gelenke:
www.sanfte-zahnklammern.de/k3f/k3f.html
In konfektionierten Größen, zwar nicht verstellbar, aber dafür Umtausch oder Rückgabe möglich. Man bezahlt also nichts, was man dann vielleicht doch nicht brauchen kann.
Viele Grüße,
Rübezahl
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Beitrag#3von menang » 15. Jun 2010 13:50

Danke ruebezahl für die schnelle Antwort.

Die Lücke der beiden Backenzähne hab ich erst seit ein paar Monaten, seit der 2. Backenzahn (mit Krone)gezogen wurde - hierzu wurde die Brücke durchgesägt, die vorher über die 4 Zähne ging (1 Backenzahn war da ja schon ersetzt).... Und es ist auch geplant, diese Lücke entweder durch Implantate oder eine neue Brücke zu schließen, ganz klar. Die Schmerzen wurden allerdings, seit ich die Lücke der 2 fehlenden Backenzähne habe, schlimmer, daher auch die Untersuchung durch den Kieferorthopäden.

Was mir jetzt nicht ganz klar ist, wo bekomme ich z.B. den Kaufkraft Kiefer-Former her - über meinen Kieferorthopäden?
Ich bin beheimatet im Süden von Hessen - und der mir empfohlene jetzige KO soll ein sogenannter ganzheitlicher KO sein...

Viele Grüße
menang
menang
 

Kaukraft Kiefer-Former bestellen

Beitrag#4von ruebezahl » 15. Jun 2010 14:53

Nochmal hallo Menang,
den K3F kann man bei mir bestellen. Unter obigem Link dann rechts auf Einsatztabelle, Maßnehmen, Preisliste gehen. Noch schöner wäre, einem Arzt schmackhaft zu machen, mit einem K3F zu behandeln. Das Panorama der Typen und Sonderformen zeigt da fachlich mehr, und Fallbeispiele gibt es auch ein paar, auch von einer Praxis bei Halle / Leipzig (falls das noch erreichbar wäre). Kassenleistung wäre er aber auch dann nicht. Für Kassenpatienten gilt immer öfter: hilf dir selbst, dann hilft dir...
Viele Grüße,
Rübezahl
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Beitrag#5von menang » 15. Jun 2010 15:37

Hallo nochmals ruebezahl,

danke für die fixe Erklärung, habs mir gleich angesehen....
Wenn ich bei mir messen soll, dann fehlt mir auf der rechten Seite aber der 6er und der 7er im Moment - sprich, ich kann zwar ungefähr messen, das wäre dann aber nicht genau.
menang
 

Kiefer-Former bei ungefährer Größen-Messung

Beitrag#6von ruebezahl » 16. Jun 2010 12:44

Nochmal hallo Menang,
dann sind deine Minus-Backenzähne also oben.
Ja, dann misst man halt ungefähr (sofern man keine Gipsmodelle hat, auf die ich die K3Fs anprobieren könnte). Trotzdem bitte ich um eine millimetergenaue Angabe.
Dann ergeben sich zwei Möglichkeiten:
A) Die Ungefähr-Angabe liegt mitten innerhalb einer Größe. Diese sollte dann passen, auch wenn die Messung 1 bis 2 mm ungenau ist.
B) Die Ungefähr-Angabe liegt zwischen zwei Größen. Dann sollte man beide anprobieren. Wenn es gängige Größen des Standard-Typs sind, kann ich gleich 2 aus Silikon schicken, dann kann man den passenderen behalten und den anderen zurückschicken. Sonderformen oder extreme Größen halte ich dagegen nicht vorrätig, sondern schicke dann lieber erst 2 Probekörper, die beide zurückzuschicken wären, und mache dann das ausgewählte Exemplar aus Silikon.

Kontakt siehe
www.sanfte-zahnklammern.de/impressum/impressum.html
Viele Grüße,
Rübezahl
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