Verlagerter Eckzahn; Überbiss-Fehlbehandlung: invasiv herumholzen bei 11-Jährige

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Verlagerter Eckzahn; Überbiss-Fehlbehandlung: invasiv herumholzen bei 11-Jährige

Beitrag#1von ruebezahl » 28. Nov 2014 12:59

Liebe Leser,
die haarsträubenden Praktiken einer KFO-Praxis in einem kleineren, bracketverseuchten Ballungsraum mit Industrie möchte ich euch nicht vorenthalten.
Fall 1, gesetzliche Krankenkasse, Planung:
11-Jährige mit Rückbisslage (häufig) und etwas Kiefer-Enge (auch nicht selten).
Traditionelle Funktionskieferorthopädie, um den Unterkiefer vorwachsen zu lassen, hat jene Praxis offenbar nicht mehr im Sortiment (mittlere Reihe im Diagramm http://www.sanfte-zahnklammern.de/downl ... ckentw.pdf). Aber das hinderliche Herbstscharnier oder ähnliche, flexiblere feste Hamsterbacken-Dinge auch nicht.
Stattdessen wollten sie dem Kind etwas an den Gaumen dübeln, um Oberkiefer-Zähne gewaltsam zurück zu zwingen. Maximalinvasiv würde so nicht nur der Weisheitszahn-Crash garantiert, sondern eine einfache Kiefer-Fehlstellung zu einer doppelt kranken Situation umgeformt. Inklusive einer deformierten Mund- und Kinnpartie und beengter Nasenwege.
Die Zuzahlungen für diese Fehlbehandlung sollten bei 800.- anfangen. Und zisch! Weg waren die Patienten.
Ein Beispiel einer Alternative, die simultan Kieferbreite, Zahnreihen und Biss korrigieren kann, ist hier: http://www.sanfte-zahnklammern.de/fallb ... /stab.html

Fall 2, privat versichert, vollstreckt:
Klassenkamerad, demnach etwa gleichaltrig, u.a. ein verlagerter Eckzahn (selten).
Diese Leute hatten leider nicht so gesunde Reflexe, oder wegen der Seltenheit dieser Fehlstellung keine Vorkenntnisse dazu. So bekam der Junge als Teil eines 8000-€-Paketes (!) ein Knochenpiercing zum Herunterziehen dieses Zahnes. Und das bei der heutigen Belastung mit MRSA und anderen Bakterien, die gefährlich werden, wenn sie ins Blut gelangen!
Zum Vergleich: früher klebte man in solchen Fällen einen Haken und spannte ein Gummi zu einer losen Spange. Die ließ sich zugleich auch so ausstatten, dass sie die oftmals verengte Eckzahn-Lücke simultan wieder aufweiten konnte.

Falls der Hauszahnarzt rät, einen Kieferorthopäden aufzusuchen:
Meine Positivliste
enthält inzwischen mehr Kieferorthopädie-Anbieter, die als Allgemein-Zahnärzte praktizieren, als Fachkieferorthopäden, und so ein Allrounder darf es dann durchaus sein. Denn solche Allesmacher
-- sind weniger Zielgruppe für Verkäufer von Zubehör für Brutal-Kieferorthopädie,
-- haben noch weitere Standbeine,
-- ziehen nicht leichtfertig gesunde Zähne.
Aber andersherum taugt auch nicht jeder davon. Manche gehen den falschen Lobbyisten oder Fortbildungs-Anbietern auf den Leim. Angefangen von „Erst, wenn alle Milchzähne weg sind...“ über „braucht einen Headgear“ bis hin zur „Gaumennahtsprengung in der Frühbehandlung“.

Also, rettet eure Haut und schützt eure Kinder!
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[search(=(google|wikipedia|yahoo))]verlagerter Eckzahn, Zahnspange, Überbiss, Kieferorthopädie, Fehlbehandlung[/search]
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Distalisierungs-Apparatur an Gaumenimplantat, gegen Aufwanderung der Seitenzähne

Beitrag#2von ruebezahl » 3. Feb 2015 21:27

Dumm gelaufen!?
Meine Landkarte hat ein weiteres Katastrophengebiet bekommen, 300 km von diesem hier vereinigte-zahnspangen-kieferorthopadie-archive-hauptseite-f5/fahrgemeinschaft-statt-hollen-kieferorthopadie-56er-plz-t359.html
Die Brachialmethoden-Verhinderung hat wohl versagt. Denn obwohl das Weihnachtsferien-Loch in Süddeutschland generell bis zu dem komischen Feiertag 06.01. reicht, haben es manche eiliger. Um feste Tatsachen zu schaffen, bevor die Einnahmequelle nicht doch noch zu einen angenehmeren Anbieter wegläuft.
Leider war ich zu optimistisch, hatte nämlich nicht damit gerechnet, dass mein ehemaliger Favorit der Gegend jetzt von eifrigen Damon-Bracket-Dämonen gekapert ist. Und dass ein anderer, Rubrik Allesmacher-Praxen, Kieferorthopädie aus seinem Sortiment genommen hat. Sie es aus wirtschaftlichen Erwägungen, oder weil er dazu genötigt wurde, oder weil sein Lieferant nachlässt.
Noch zwei Adressen, die ich aus meiner Liste gegeben hatte, waren den Leuten zu weit (und ob sie sich für Spätfälle noch zuständig gefühlt hätten, weiß ich nicht).
So eine Entwicklung ist heimtückischer als ein Landstrich, in dem meine Positivliste sowieso noch keine geeignete Adresse aufweist, so dass sich, wer dort sanfte Kieferorthopädie sucht, auf Erkundung, Selbsthilfe oder beides einstellen müsste.

In diesem 11-jährigen Spätfall mit schon so früh abgeschlossenem Zahnwechsel sind die Seitenzähne aufgewandert, was zur Einengung der Stützzonen führt. Das zeigte sich hier aber nicht wie sonst an Vampir-Eckzähnen, die früher aufgefallen wären und in die Platzreserve der Milchmolaren einfacher einzuordnen gewesen wären.

Mir war nicht klar, dass sie sich von der geschilderten Maximalinvasiv-Praxis, die schon Diagnostik erstellt hatte, noch nicht gelöst hatten. Sondern dass das teure Knochen-Bohren dort unmittelbar bevorstand. Ich empfahl noch Aufschieben, um eine nahe neue Adresse zu prüfen, die diverse geläufige Spangen erwähnt, so dass die Chance, dort besser dran zu sein, reell sein sollte.
Aber sie fürchteten, ihre Kasse würde bei weiterem Meinungs-Einholen zicken (während anderswo 4 oder mehr KFOs abgegrast werden können), und vergleichen das Gaumenimplantat, das die Distalisierungs-Apparatur nun halten soll, mit Zahnersatz-Implantaten.
Dabei werden hier stattdessen 1 bis 2 breite Schrauben in den porösen Gaumenknochen gedreht, die dort erst einwachsen („einheilen“) müssen. Anders als die ebenfalls invasiven sogenannten Minischrauben, die feste Apparaturen an harten Knochenzonen verankern und nach Gebrauch wieder herausgedreht werden, so wie in o.g. hinkendem Vergleichsfall mit dem verlagerten Eckzahn, bei dem die invasive Teuer-Methode keine Komplikationen gab.
Hingegen müssen die im Knochen eingewachsenen Gaumenimplantate herausgefräst werden und hinterlassen jeweils einen größeren Knochen-Defekt. Nun ja, bei natürlich vorkommenden Gaumenspalten fehlt noch mehr Gaumenknochen.
Sollte die eingebaute Höllenmaschine Schmerzen und Komplikationen machen, läge ein astreiner Concorde-Effekt vor, benannt nach jenem französischen Überschallpassagierflugzeug-Flop:
von einem Plan, der schon so viel Geld und Aufwand gekostet hat, löst man sich ungern, auch wenn Weiterverfolgen gegen alle Vernunft wäre.
Ob die Propagierer dieser maximalinvasiven Methode den Concorde-Effekt ins Kalkül ziehen?
Damit pokern, dass die komplette Demontage der Vorrichtung so aufwändig wird, dass es einen Arzt- und Methoden-Wechsel wegen Komplikationen arg behindert? Zielgebiete dafür waren laut o.g. Forum-Link (Januar 2012) Gegenden, wo andere Meinungen nicht wohlfeil sind, sich die Leute leicht einwickeln lassen und wohlhabend genug sind, um kräftig zuzuzahlen.

Dabei bestehen neben den Knochen- und Schleimhaut-Infektionsgefahren auch die üblichen Risiken gewaltsamer Seitenzahn-Distalisation. Bevor die Knochenpiercing-Vandalen auftraten, wurden Kindermünder hierfür mit Apparaturen wie Pendulum oder Distal-Jet verbarrikadiert (intraorale Verankerung), die immerhin rasch wieder ausgebaut werden können. Es drohen:
  • Zahnwurzel-Abbau
  • Weisheitszahn-Karambolage. Ein Professor alter Schule nannte forcierte Molaren-Distalisationen einen Kunstfehler, wenn vorher nicht die 8er herausoperiert würden.
  • Sofern eine der Allgemeingesundheit abträgliche Schmalkiefer-Situation (Zungen-Fehlfunktion, Mundatmung ...) oder zu kurze Kieferfront vorliegt, bleibt diese unverbessert.
  • Da es insgesamt keinesfalls ein Schnellverfahren ist, sondern mit festen Einbauten unter dem Gaumen weitergeht, z.B. Verschlechterung der Zahnfleisch-Gesundheit.
In kieferorthopädischen Niederungen gibt es zur Molaren-Distalisation mehr den immerhin abnehmbaren Headgear (extraorale Verankerung), oder stattdessen Extraktion der Prämolaren (4er): ein größeres Opfer, da sie sichtbarer und funktionell wichtiger als die 8er sind.

Humane Alternativen:
Bezüglich Anfragen nach Positiv-Adressen erscheinen Gegenden für mich „stumm“, wo gegen aufgewanderte Seitenzähne noch die bewährten Y-, Z- oder Bertoni-Platten in Gebrauch sind, oder sogar noch die Crozat-Technik beherrscht wird. Diese arbeiten an der gesamten Kieferentwicklung und schieben dort, wo tatsächlich Platz fehlt, in der Engzone. Statt hinter ihr eine Lücke und dahinter eine Weisheitszahn-Karambolage zu erzeugen.

Ra(s)tlose Grüße,
Rübezahl
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