Tiefbiss: Herbstscharnier / MFA verdrängen Bionator o.ä. Doppel-Spangen?

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Tiefbiss: Herbstscharnier / MFA verdrängen Bionator o.ä. Doppel-Spangen?

Beitrag#1von ruebezahl » 8. Jul 2014 15:18

Liebe Leser, Hamsterbacken gefällig?
Die meisten Unterkiefer-Rücklagen sind den Zivilisationskrankheiten zuzurechnen.
Früher wurden sie mit funktionskieferorthopädischen Spangen auskuriert, Sammelbegriff „FKO“: v.a. Aktivatoren und Bionatoren, ferner Fränkel, Vorschubdoppelplatten (VDP), konfektionierte elastische Geräte, ...

Dann holten Feste-Spangen-Propagierer das hinderliche alte Herbst-Scharnier aus der Gruft und ließen es eine typische Einfallsroute nehmen: zunächst als Nicht-Kassen-Spätfallmethode und zur Erwachsenenbehandlung. Dokumentation ausreichend vieler Fälle gab dabei nicht nur Kongressbeiträge, sondern stützte auch ihre Lobbyarbeit bei den Kassen. So wurde das Herbstscharnier Kassenleistung, zunächst wieder als Spätfallmethode, aber unverfrorene Behandler treiben jüngere Kinder auf, an denen sie damit experimentieren.

Herbstscharnier-Info, unvermindert aktuell:
http://www.zwanglose-zahnspangen.de/dow ... altern.pdf schildert, dass es als Allein-Behandlungsmittel ungeeignet ist und den Behandlungsaufwand hochtreibt. So wie andere Brachialmethoden auch, siehe http://www.zwanglose-zahnspangen.de/alt ... terna.html
Im Mittel verdrängen harte Methoden heute schon im rechtzeitigen, wachstumsgünstigen Behandlungsalter die bewährten FKO-Geräte.

Die für Herbst-Apparatur und Co. typischen „Hamsterbacken“ zusätzlich zu einer Bracket-Spange sind längst in den Massenmedien publik. Auch folgende 2 Fälle illustrieren, wie sie nicht bloß Teenagern drohen, die erst dann zum Kieferorthopäden gehen, wenn sie keine Milchzähne mehr haben:
1) 10 Jährige mit 7mm Überbiss bei „zu kleinem Kiefer“:
Ein KFO schlug vor, 4 Milchzähne zu ziehen, um Platz zu schaffen. Dann 1 Jahr lose Zahnspange, dann ca. 3 Jahre feste mit Forsus Apparatur und Teuer-Brackets, „zur Verkürzung der Behandlung“ (ein Hohn!).
Privater Eigenanteil: ca. 2.000-2.500 €! Dafür gäbe es mancherorts schon eine Privatbehandlung (alte Schule oder ganzheitlich), und die liefe wohl zügiger ab als diese 4 Jahre herummachen, wovon 3 mit festen Einbauten. Neulich sagte mir eine Heilpraktikerin, dass ihre Zahnärztin an jungen Erwachsenen laufend Schäden findet, die von festen Spangen herrühren.
Laut kompetenter Zweitmeinung wäre dies auch deshalb eine glatte Fehlbehandlung gewesen, weil der Überbiss hier nicht durch eine echte Unterkiefer-Rücklage, sondern durch Form und Zahnstellung des Oberkiefers kam.
2) Während Bracket-Praxen in nicht so betuchten Gegenden eine Rückbiss-Korrektur wohl mit einer schlicht gebauten Doppeldecker-Spange anzufangen pflegen und nach 1 Jahr dann Brackets einbauen, wobei die Bisslage durch nachts einzuhängende Gummibänder zu stabilisieren ist, versuchte hier jemand, die Rekordmarke für Zuzahlungen und Behandlungsmaximierung hinaus zu schieben:
11-Jährige, keine Bagatelle, aber mit restlichen Milchzähnen auch noch kein Spätfall, und: gute Mundhygiene!
Plan für fast 10.000 €, leicht zu unterbieten:
Individualprophylaxe, Bionator, Invisalign Teen, Klasse II Mechanik (Bracket-Spange), MFA, Positioner, Kleberetainer, Osamu-Retainer, Retentionsplatten.
Die Bombe darin ist das Kürzel MFA: statt eines Scharniers feste Sporne, die ineinander greifen und eher noch dickere Hamsterbacken machen und mehr beim Kauen und Putzen hindern, was durch die wunden Backentaschen nicht nur mühselig, sondern schmerzhaft bis blutig wird.
Angesehen davon, dass die hier geplanten Behandlungsmittel auch für 3 Patienten reichen würden: 2 Arten Bisslage-, 3 Arten Zahnkorrektur-Spangen, und 3x Retentionsgeräte.
Zudem gibt es Jugend-Aligner mittlerweile auch von preiswerteren Aligner-Anbietern.

In beiden Fällen könnte man meinen, jemand will einige neu gelernte Dinge ausprobieren.
Wobei die losen Spangen billig gebaut, aber voll abgerechnet werden und die Zeit herum bringen sollen, bis die Milchzähne weg sind?
Aber ob die jemanden, der viel Zahnbelag oder viele Kariesbakterien hat, auch für solche Experimente auswählen würden?

Mit „Hängepartie? Nein danke!“ werben die Feste-Spangen-Propagierer. Weil sich Eltern heute nicht mehr so wie früher um ihre Kinder kümmern können oder wollen (oder sollen?). Weil Ganzheitliche, wenn sie mit sanften Methoden gute Ergebnisse erzielen, keinen Querschnitt der Bevölkerung behandeln täten, sondern überdurchschnittlich motivierte Patienten, ob mit oder ohne langem Anfahrtsweg ...

Zügig, wirtschaftlich und human (aber nicht Profit schaffend) ginge anders. Z.B.:
- Kieferformer-artige Dinge wurden bei vietnamesischen Kindern gesichtet.
- Nach Erkenntnissen der Turiner Schule können Rückbisslagen am zügigsten und nachhaltigsten in einem Alter behoben werden (per FGB Funktionsgerät nach Bracco), in dem die gesetzlichen Krankenkassen ihre Behandlung noch nicht zahlen.

Soweit in diesem Wechselbad-Wetter,
Rübezahl
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