Progenie: Delaire-Maske verdrängt Fränkel 3: Folgeschäden ?

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Progenie: Delaire-Maske verdrängt Fränkel 3: Folgeschäden ?

Beitrag#1von ruebezahl » 7. Mär 2009 15:12

Liebe Leser,
diesmal war es Hannover, wo ein 6-jähriges Kind wegen Milchgebiss-Progenie mit 1.5 Jahren Gesichtsmaske bedroht wurde (Delaire-Maske, Außenspange mit umgekehrter Wirkung vom Headgear).
Alternativen wurden keine genannt, ebensowenig wie in Berlin, Düsseldorf, München, kleineren Städten und ländlichen Gegenden, wo ebendieses auch schon vorkam. Auch in der Schweiz und besonders schlimm z.B. in Frankreich, Österreich und diversen ferneren Ländern (1 löbliche Ausnahme, siehe unten).

Dabei hatte ich vor erst 5 Wochen einen Rückfall-Fall beraten:
ein Mädchen war schon als 5-Jährige im Milchgebiss mit Delaire-Maske UND Gaumennahtsprengung gequält worden, von einer schick aufgemachten Praxis südwestlich von München, die damit prahlt, schon 4-Jährigen die Gaumennaht aufzubrechen ( www.sanfte-zahnklammern.de/spangen/g_sp ... preng.html habe ich übrigens aktualisiert). Und dies offenbar nicht neu, denn nun ist dieses Mädchen 12 und wird, weil das Ergebnis nicht stabil war, zum zweiten Mal von den gleichen auf die gleiche Weise gequält.
Damals waren die angeblich die einzigen dort nahebei, die überhaupt Frühbehandlungen machten.
Frühbehandlungen sind wenig profitabel, sind sozusagen Billiglohn-Fälle, und z.B. im Raum Bremen wurde mir von einer Anti-Frühbehandlungs-Allianz berichtet. Praxen, die dennoch frühbehandeln, mögen die Versagerquote dabei minimieren wollen und zusätzlichen Papierkram dabei vermeiden wollen – indem sie diese Brachialmethoden nutzen, weil sie damit schnell ein abrechnungsfähiges Ergebnis herbeizwingen.
Ob das stabil bleibt oder ob dabei gar Schäden angerichtet wurden, spielt keine Geige.
Das gibt eher neue Einnahmequellen und ermöglicht Fachdiskussionen, ob man Progeniepatienten nicht generell der Knochensäge zuführen sollte (Bilder davon hätte ich im Verlauf des Themas http://zahnspange.siteboard.eu/ft100-kiefergelenk-schaeden-durch-delaire-maske-o-kopf-kinn-kappe.html ).

Dabei war laut einer Umfrage 1998 der altbewährte Funktionsregler III nach Fränkel noch das 1. Mittel der Wahl zur Progenie-Frühbehandlung. Der ist nach wie vor Kassenleistung, und manche Malträtierer-Praxen haben ihn nicht abgeschafft, sondern er erleidet wohl das gleiche Schicksal wie vorher die aktiven Platten, mit denen einst fast alles korrigiert wurde: der Anwendungsbereich wird immer mehr eingeschränkt, und die einstige Finesse gerät in Vergessenheit.
Eine alte Dokumentation, wie ein schwieriger Progeniefall in einer langsamen Behandlung mit geringer Intensität geheilt wurde, die weder kostenintensiv noch arbeitsintensiv ist, steht unter
www.sanfte-zahnklammern.de/fallbeisp/bi ... ler_c.html
Für Arzt und Patient geeignete Abrechnungsmodalitäten lassen sich finden.

Mehr zu Progenie als Volkseuche in Thailand steht in meinem alten Thema
http://zahnspange.siteboard.eu/ft94-progenie-murks-kinnkappe-delaire-maske-kassen-keine-hilfe.html : sanfte Behandlung mit Progenie-Aktivator + gezielter Physiotherapie (!) bei 9- bis 15-Jährigen (!!). Oder wenn irgendwo mangels geeigneter Frühbehandler Selbsthilfe angesagt sein sollte, dann siehe www.sanfte-zahnklammern.de/k3f/k3f.html Jetzt auch aus feinem Heißpolymerisat erhältlich, und zur Unterstützung von Osteopathie oder Physiotherapie bestens geeignet.

Big Business auch im Medizinbetrieb:
rentabel arbeiten genügt nicht mehr, sondern der Profit muss maximiert werden, und Schäden werden auf die Allgemeinheit abgewälzt?
Wenn ein Kind oder Erwachsener eine Hau-Ruck-Kieferorthopädie ohne körperlichen oder seeischen Schaden übersteht, dann hat er / sie eben Schwein gehabt.
Rastlose Grüße,
hordeotech
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Nötigung statt Behandlungsalternativen

Beitrag#2von ruebezahl » 16. Mär 2009 14:17

Liebe Leser,
offenbar machen manche Suchworte Kielwasser.
Nach den beiden vorgenannten Fällen wurde vor 3 Tagen im dünn besiedelten Brandenburg östlich von Berlin ein 9-Jähriger, der sich in erfolgreich laufender Behandlung mit Y-Platten befand, noch zögerlich mit einer Delaire-Maske bedroht.

Gestern wurde dann ein erst 5-Jähriger im Raum Ingolstadt / Eichstätt dafür gleich 2x vehement mit der Delaire-Maske bedroht.
Zum Glück hatte seine Mutter eigene Erfahrung A) mit herausnehmbaren Spangen und B) dass überhaupt zuviel operiert und zu wenig vorgebeugt und frühzeitig behandelt wird.
KFO Nr. 1 behauptete nämlich, dass ohne Delaire-Maske eine OP unumgänglich sei, aber auch mit nicht ausgeschlossen werden könnte. Die Behandlung würde von langer Dauer sein, Maßnahmen: Delaire-Maske, Kopfkinnkappe, FKO.
In dieser Praxis kam der Patient gleich ohne Wartezeit in die Verarbeitungsmaschinerie.
Das ist Nötigung, wenn man z.B. vergleicht mit
KFO Nr. 2: der veranschlagte mit klinischem Blick eine vorerst 3-jährige Behandlung und kannte durchaus Funktionsregler nach Fränkel oder Bimler-C, aber wollte diese partout erst nach 1/2 Jahr Delaire-Maske einsetzen. Eine belastende Kiefer-OP glaubt er vermeiden zu können, ggf. mit einer weiteren Behandlung in der Pubertät.
Seine Praxis war „voll wie ein Hühnerstall“ (O-Ton der Mutter) – in dem offenbar jedes Huhn termingerecht schlachtreif werden muss.
Während KFO Nr. 1 eher zu der Sorte gehört, die aus jedem den maximalen Profit herauspressen will (der Junge ist privat versichert!). So wie Vattenfall keine Ruhe hat, solange noch Braunkohle in der Erde liegt, oder Monsanto keine Ruhe hat, solange noch Bauern, wie seit Urzeiten, ihr eigenes Saatgut wiederaussäen.
Nun will die Mutter von 3 Kindern nicht allzu weit fahren und fand in ihrer Nähe noch die Webseite von KFO Nr. 3. Auf den ersten Blick wirkt sie ansprechend, aber dann:
Werbesprüche, wie essentiell wichtig perfekte Zähne doch seien.
Jede Menge teurer Leistungen aufgelistet, die man bei minimalinvasiver Kieferorthopädie eigentlich gar nicht bräuchte.
Eine lange Liste besuchter Fortbildungen, und darunter reichlich Knochenpiercing, diese Venusfliegenfalle!

Alle 3 zeigen (mal wieder), dass einst bewährte aktive Platten und FKO-Geräte in ihrer Anwendung immer mehr reduziert werden! Hier mein altes Schaubild dazu:
www.sanfte-zahnklammern.de/downloads/fo ... ckentw.pdf
Ich frage mich immer wieder, WIE ES KOMMT, dass derart rohe Behandlungsmethoden schon für Kleinkinder verbreitet werden. Um stets termingerecht ein Ergebnis vorweisen zu können? Bei eventuellen Nachfragen der Kasse müsste der Behandler doch erklären können, wenn das Wachstum mal länger braucht. Oder er könnte solche Nachfragen vermeiden, wenn er für Patienten, deren Befund sich einige Monate nicht gebessert hat, ein Leerquartal meldet und ggf. eine Kontrollsitzung privat abrechnet.

Bei der Progenie-Frühbehandlung entwickeln sich Zustände wie z.B. in Frankreich, beschrieben in
www.sanfte-zahnklammern.de/dentosophie/dentos.html
unten an der Stelle --- 4 WEITERE FALLBEISPIELE ---- wenn auch mein Progenie-Kieferformer nicht so klobig ist wie das Gummi-Ding dort, das mit Einsätzen verdickt ist. Bevor wir hier und jetzt aber notgedrungen damit eine Selbsthilfe versuchen müssten, wäre noch zu versuchen,
Entwicklungshilfe in Sachen Rückschubdoppelplatte bei KFO Nr. 2 zu leisten (mit dem pdf aus dem Fallbeispiele-Kapitel), oder
65 km zu einer Praxis zu fahren, die diese Dinger angeblich hat.

Wegen der Nötigung bei Nr. 1 hatte ich das schon mal geschrieben: ------- schnipp-schnapp ----------
... habe (nur auf Papier...) einen frischen Artikel zur Rechtsprechung aus einer Zahnarzt-Zeitschrift. Da wurde einer Patientin sogar Schadenersatz (!) zugesprochen, weil bei einer Zahnersatz-Versorgung Alternativen nicht erwähnt worden waren. Soweit für Zahnersatz. Wenn jemand bei Kieferorthopädie auch so ein Urteil erreicht, dann geht die Post ab! Dann dürfen Alternativen nicht mehr so sträflich verschwiegen werden wie heute. Oder führt das dann zur restlosen Miesmache aller herausnehmbaren Spangen, so dass sie, obwohl 50 Jahre lang Standardmethode, gar nicht mehr als echte Alternative zu zählen wären?

Sie haben den Großversuch absolviert und die Langzeitergebnisse können untersucht werden.
Während in einer aktuellen HTA / DIMDI Studie zur „Mundgesundheit nach kieferorthopädischer Behandlung mit festsitzenden Apparaturen“ Belege für den langfristigen (!) medizinischen Nutzen vermisst werden.
------------------------------
Und nicht zu vergessen die Aussage einer Ganzheitlichen, mit Delaire-Masken und Kinnkappen züchtet man sich die Kiefergelenk-Patienten von morgen.
Soweit für diesmal,
und für potenziell rettende Adressen mich fragen,
hordeotech
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