Privatleistungen-Verkaufstraining für Zahnärzte

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Privatleistungen-Verkaufstraining für Zahnärzte

Beitrag#1von ruebezahl » 21. Sep 2007 19:52

Liebe Leser,
folgende Insider-Info zur Kenntnis:

Verkaufsargumente für Zahnärzte und Praxispersonal gibt es im praktischen Karteikartenformat, dargestellt für das Beispiel, Patienten teurere Implantat-Prothetik statt konventioneller Prothetik schmackhaft zu machen:
Indem man nämlich die althergebrachte Versorgungsform als Kompromiss und die implantatgetragene als vollwertige Lösung darstellt: ästhetischer, wie ein echter Zahn zu pflegen – und sogar ein Vergleich mit Baumwurzeln wird bemüht.
„Sicher möchten Sie nun wissen, was die vollwertige Lösung kostet?“
Jetzt kommt der 1. Clou: „Ich schlage die vollwertige Lösung nicht jedem Patienten vor. Aber bei Ihnen weiß ich ja (schmeichel, schmeichel...).“

Dann den Gesamtpreis oder Monats-Raten nennen, je nachdem, was dem Patienten vertrauter ist.
Sollte der so vorgekochte Patient das immer noch zu teuer finden, dann Rückzahlungsplan weiter verhandeln, 2. Clou: „Das ist mir bis jetzt noch mit jedem Patienten gelungen“ (und im Hinterkopf: ... und die Privateinnahmen sind merklich gestiegen).
Der Schlusssatz „Sie können sich das zu Hause nochmal in Ruhe überlegen“ ist nach solcher Strategie meist nur noch rhetorisch.

Sollte uns das nicht zu denken geben? Vor allem, inwieweit es solche handlichen Verkaufstipps für Kieferorthopäden auch schon gibt?

Soweit für heute,
hordeotech
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Angeschmiert!

Beitrag#2von sabeth » 13. Okt 2007 22:09

Hallo,
bei uns in der Gegend hat es sich so eingespielt, dass Eltern bei einer Kostenübername durch die KK zusätzlich zur Kasse gebeten werden.
Mein Erlebnis vom letzten Jahr:

Alles war geklärt, Kostenübernahme durch die Kasse sicher, da rechnet mit der KFO vor, dass 30 Euro pro Behandlungsmonat (freundlicherweise gedeckelt auf 2 Jahre) plus Zusatzkosten für indirektes Kleben der Brackets (180 Euro) extra zu zahlen seien. Begründung: die monatliche Pauschalzahlung beinhalte bessere Materialien als die von der Kasse bezahlten, das indirekte Kleben sei sanfter, weil das arme Kind dann nicht so lange mit offenem Mund sitzen müsse. Mein Einwand, dass mein Kind für 180 Euro ruhig eine Weile länger mit offenem Mund sitzen könne brachte den KFO etwas aus dem Konzept. Er eröffnete mir dann, dass in seiner Praxis das indirekte Kleben schon seit Jahren üblich wäre und er gar nicht mehr anders arbeiten würde.
Auf meine Frage, was wäre, wenn ich nicht bereit sei, die 180 Euro zu zahlen, und wir nur Kassenleistung in Anspruch nehmen wollten, bekam ich zu hören: "Dann müssen Sie sich einen anderen KFO suchen."
Monate später kam er mir entgegen damit, dass wir statt 24 Monate nur 18 Monate 30 Euro zuzahlen und da diese Praxis wirklich gute Arbeit leistet (und der Versuch mit einem anderen KFO gescheitert war wegen ähnlicher Zuzahlung und anderen Kathastrophen) willigte ich ein.
Nun habe ich kürzlich herausgefunden (unser nächstes Kind ist kurz vor der Spange und das Thema Zuzahlung beschäftigt uns wieder), dass
der KFO die Brackets bei unserem Älteren dann doch einzeln geklebt hat, obwohl er mir nicht nur einmal gesagt hat, dass er das schon lange nicht mehr macht.
Leider steht im Vertrag nur etwas über die monatliche Pauschzahlung von 30 Euro, nichts über Zusatzleistung direktes Kleben. (Auf was man alles achten muss!).
Langer Rede kurzer Sinn: Wir haben nochmals 180 € zuviel bezahlt und ich fühl mich angeschmiert.
Man hat als Eltern nicht wirklich eine Chance gegen solche KFO's, weil man nicht kämpfen kann, solange das Kind dazwischen gerät. Außerdem fehlt das Fachwissen; also glaubt man, was der Gott in Weiß sagt.
Gruß von Sabeth
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Ja, die kieferorthopädischen KARTELLE,

Beitrag#3von ruebezahl » 14. Okt 2007 13:13

Ja, die kieferorthopädischen KARTELLE,
außer in Ballungsräumen und in den NeBuLä (neuen Bundesländern) greifen die um sich!

Indirektes Kleben von (oft eh unnötigen) Brackets wird von Zahnlabors vorgereitet. Denen durch die Konkurrenz aus Fernost ja anderswo Aufträge wegschwimmen. Ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann diese auch die Bereitstellung des indirekten Klebens übernimmt, mit Brackets made in China. Oder siehe Thema Bracket-Recycling (= international agierender Anbieter für die Wiederaufbereitung).
Indessen gibt es auch Zahnlabors, die noch vollwertige herausnehmbare Spangen bauen, und nicht solche Sparversionen, mit denen sich Kieferorthopäden wie der obige die Arbeit für routinemäßig anschließende, kostentreibende feste Spangen übrig lassen.
Die Diskussion über Zahnersatz ist in aller Munde. Dass auch die Diskussion über Zahnspangen öffentlich wird, ist überüberüberfällig!
Dem Gott in Weiß mit der Lizenz zum Kinderquälen (oder gar Verstümmeln im Fall von unnötigem Zähneziehen) und mit der Lizenz zum Eltern Abzocken mal endlich den Thron ansägen!
In der Hoffnung, das Konkurrenz das Geschäft belebt, verweise ich hier noch auf das Thema

Update „Hilfen“/ Med. Rückwärtsauktions- und Gesuchsseiten
um Gesuche gegen die Abzocke online zu stellen. Dabei am besten gleich Behandlung mit herausnehmbaren Spangen suchen. Das ging früher auch, kostet viel weniger, und welches Kind braucht wirklich ein Hollywoodgebiss? Allerdings dafür nicht abwarten, bis alle Zähne wie Kraut und Rüben stehen. Je früher, desto einfacher (und kostengünstiger), lautet hier die Devise.
Und für Privatmitteilung guter Anbieter wäre ich dankbar.
Viele Grüße, Larissa
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Beitrag#4von sabeth » 16. Okt 2007 17:39

Hallo,
nun hatte ich nochmals ein Gespräch mit dem KFO. Hab nachgefragt wegen dem in meinem obigen Beitrag erwähnten Einzelkleben der Brackets bei unserem Sohn.
Antwort: die Brackets wurden zwar indirekt geklebt, aber in Segmenten. Das heißt, die Übertragungsmaske wurde in mehrere Abschnitte geteilt und diese Abschnitte einzeln geklebt, aber immer mehrere Brackets auf einmal.
Nun würde mich doch interessieren, ob ich zu mißtrauisch bin und diese Erklärung Sinn macht. Aber ich frag mich schon, wozu man eine Übertragungsmaske anfertigt, wenn man diese wieder zerteilt!?
Bei direkten Kleben ist das Ergebnis nach Aussage des KFO nicht so ästhetisch, nachher wäre man unzufrieden, weil die Zähne nicht wirklich gerade werden.
Dann habe ich noch gelernt dass beim direkten Kleben ein falsch gesetztes Bracket nicht korrigiert werden kann (oder darf?). Wieso weiß ich aber leider nicht.
Gruß von Sabeth
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Tanz auf der Titanic

Beitrag#5von ruebezahl » 19. Okt 2007 11:51

Wenn das einzige Werkzeug, was man hat, ein Hammer ist, dann sehen alle Probleme wie ein Nagel aus.
Dabei kann man Probleme schlecht mit derselben Denkweise lösen, durch die sie geschaffen wurden.
Also, die genannten Querelen sowie Schmerzen und Schäden durch die Behandlung kann man umgehen, indem man Behandler, die routinemäßig allen feste Spangen einbauen, vermeidet. Hierfür baue ich kontinuierlich an meiner (nicht-öffentlichen) Weißen Liste weiter. Schon über 150 Adressen in Deutschland, 10 in Österreich und 5 in der Schweiz Gerade habe ich einen zuverlässigen Neuzugang im kartell-gebeutelten Raum Bremen.
Und meine ganze Seite steht voller Alternativen, die bewährt sind.
Nicht vergessen: Amateure bauten die Arche Noah. Fachleute bauten die Titanic.
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