LKGS-Progenie

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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LKGS-Progenie

Beitrag#1von Lani » 4. Apr 2016 21:56

Hallo!
unser Sohn ist mit einer LKGS auf die Welt gekommen. Seit Geburt an sind wir in logopädischer Behandlung.
Er wird bald 5 Jahre alt und hat eine "starke" Progenie, sowie einen Kreuzbiss. 1 Zahn ist nicht angelegt.
Nun war ich lange auf der Suche nach einen KFO, der sich mit Spaltkindern auskennt. Die Uniklinik hat uns leider viel zu lange hingezogen und am Ende doch nichts gemacht.
Nun haben wir einen Arzt gefunden, der sich angeblich mit Spaltkinder etwas auskennt, aber
man wollte gleich mit einer festen Zahnspange und einer Delair-maske beginnen (genau wie die Uniklinik es vorhatte). Erst auf meinen ausdrücklichen Wunsch es doch erstmal sanfter angehen zu lassen, hat sich der Arzt mit dem Thema beschäftigt. Ich bestand vorerst auf eine lockere Zahnspange, einfach damit unser Sohn sich erstmal daran gewöhnen kann und nicht gleich Angst vom KFO hat.

Zudem muss ich sagen, dass ich ebenfalls LKGS habe und sehr lange in Kieferorthopädischer Behandlung war. ebenfalls mit Progenie. Am Ende wurden Zähne gezogen und mit brackets in Ordnung gebracht. Es war ein jahrelanger tränenreicher Kampf. Aber ohne Delairmaske.

Nun haben wir für meinen Sohn eine Fränkel Zahnspange bekommen. das kenne ich jetzt gar nicht..
aber der Arzt betonte ausdrücklich, dass es nur "vorübergehend" sei und wir um eine feste Zahnspange mit Delairmaske nicht drum rum kommen.
Ich bin noch relativ skeptisch.

Meine offenen Fragen sind:
1) bewirkt die Fränkel wirklich, dass die Progenie behoben wird?
2) behebt es auch den Kreuzbiss?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen! Vielen Dank!
Lani
 

Rote Karte für Delaire-Maske und GNE-Brutalität! LKGS, Progenie, Kreuzbiss

Beitrag#2von ruebezahl » 5. Apr 2016 12:33

Hallo Lani-KGS,
dann seid ihr wohl in einer Gegend, die von den Bracket-Profitmachern schon früh erobert wurde?
Denn Zähneziehen trotz rechtzeitigem Behandlungsbeginn ist ein ARMUTSZEUGNIS für die vorherrschenden Behandlungsmethoden. Wobei mit LKGS ja wohl keiner in den industrialisierten Ländern zu spät zum Arzt geht.

Zwar scheint Zähneziehen heute rückläufig, wenn auch oft zugunsten invasiver Methoden, statt bewährter handwerklicher.
Aber dafür haben geistige Brandstifter auch die kieferorthopädische Frühbehandlung von Progenie und Kreuzbissen mit ihren verrohten Primitivmethoden Delairemaske und Gaumennahtsprengung erobert. In einer Praxen-Umfrage 1999 waren die noch sehr selten.
Dabei drohen körperliche und psychische Schäden. Dann ist Zahnarzt-Angst kein Wunder, und davon profitiert dann die Vollnarkose-Bande mit ihrem Geschäftsmodell.
Profitmedizin allerorten. Hebammen rauskanten, weil sich an Kaiserschnitten mehr verdienen lässt, fällt auch in diese große Problematik.

Mittlerweile kann man für Kieferorthopädie keine deutsche Uni-Klinik mehr empfehlen, mit vielleicht 1 - 2 Ausnahmen im Osten. Weil bei LKGS nun zwischen Nichtstun und Brutal hin und her gewechselt wird, während man zu Tränkmanns Zeiten beizeiten anfing und an der Kieferentwicklung dran blieb. In den Fallbeispielen stehen von ihm mittig links 2 Beispiele, mit und ohne Dehnbedarf, im oberen Teil von
Progenie (Vorbiss), Frühbehandlung mit „leichtem“ Gerät.

Im Fallbeispiele-Menü darunter ist die Bimler-Methode hierzulande leider historisch. Rechts davon ist die Rückschubdoppelplatte (RDP, Sander-III) moderner. Sie kann auch mit der nützlichen Bertonischraube (3-Wege-Schraube) kombiniert werden, die Tränkmann damals noch nicht verfügbar war, siehe in Galerie A
Die RDP wird als wirksam empfohlen, sobald die 6er ausgewachsen sind, bis zum Alter von 8 Jahren. Jüngere Patienten bekamen bei Bedarf bis dahin einen konfektionierten Trainer. Leider hat sie werbemäßig den Brachialmethoden kein Paroli geboten.

Zu Nichtanlagen gibt es ein eigenes Kapitel.
Ein Patient ist LKGS-bedingt zu kleinem Oberkiefer ist nach unten links sedimentiert, unter „Federbolzenschrauben“. Um die geht es bei uns nicht, aber so lief eine Behandlung früher.

Wirklich patientenfreundlich modern wäre das Turin-Gerät, das aber leider nicht frei zugänglich ist.
Verschiedene Produkte, die ebenso tragezeitfreundlich sind, bietet das schon genannte Stichwort „konfektionierte Trainer“. Einige wie z.B. die Kaukraft Kiefer-Former (K3F) haben eigens Progenie- oder Schmalkiefer-Typen. Je nachdem, ob der Kreuzbiss vorn oder seitlich überwiegt.

Fränkel 3: einst ein beliebtes Progenie-Gerät.
Gilt als langsam, aber gründlich (was in der Businessmedizin eher kein Ziel ist).
Wie bei den aktiven Platten ist auch hier leider mit Sparversionen zu rechnen, die entweder Zeit schinden sollen, bis eine feste Spange eingebaut werden kann (vielleicht ist die Befestigungssituation gerade unzureichend?), oder die nach brutalem In-Form-Zwingen zur Retention und Nachentwicklung der Muskulatur dienen.
Wenn bei euch der Weißkittel meint, dass ihr um feste Zahnspange mit Delairmaske nicht drum herum kämt, dann könnt ihr Gift darauf nehmen, eure kostbare Zeit für etwas Minderwirksames zu vergeuden.
Ein wirksam gebauter Fränkel 3 sollte gar nicht sofort bequem sein, sondern in 2 bis 3 Wochen Aufbauphase auf volle Tragezeit gesteigert werden.
Im Original wurden im späteren Verlauf die Oberlippenschilde aus dem Plastik weiter vorgezogen, oder manche KFO-Techniker machten eigens dafür Schlaufen in ihren Draht.

Mailt oder ruft mich nochmal für taugliche Adressen an (bin 08.-10.04. aber mal weg).
Es gibt auch Ganzheitliche, die LKGS-Erfahrung haben. Und mit einem K3F könntet ihr auch auf eigene Faust trainieren.

Rotierende Grüße,
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Re: LKGS-Progenie

Beitrag#3von Lani » 5. Apr 2016 21:42

Naja der Fränkel scheint auch nicht gerade bequem zu sein. es drückt noch etwas (lt. meinem Sohn).
Ich denke schon, dass der Arzt meine Bedenken ernst nimmt. Aber mittlerweile weiß ich echt nicht wem man glauben soll.

Haben wir vielleicht zu früh mit der kieferorthopädischen Behandlung begonnen?
Wie lange muss man den Fränkel tragen um ein Ergebnis zu sehen?

behebt es denn auch den Kreuzbiss?

Danke für die ausführliche Antwort
Lani
 
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Selber überwachen: heilt Kreuzbiss aus? Ggf. Reißleine ziehen

Beitrag#4von ruebezahl » 6. Apr 2016 20:57

Nochmalhallo Lani,
Adressen sind in deiner Mail.

Unbequemer Start mit einem Fränkel 3:
Dazu gibt es dieses alte fette Thema izz-info-basis-fur-zwanglose-zahnspangen-hauptforum-f1/frage-funktionsregler-frankel-iii-t161.html (leider haben die alten Bilder den Umzug des Forums nicht überlebt).
Da die Lippenschilde tief reichen müssen, damit das Ganze wirkt, aber ihre Ausdehnung oft geschätzt statt ausgemessen wird, ist mit Reibung oder Druckstellen in den Lippentaschen zu rechnen. Eventuell muss etwas Plastik abgetragen werden.
Zu früh?
Prinziell geht es früh schneller als später, wobei Fränkel,Trainer und andere FKO-Geräte auch nicht auf konstante Haltezähne angewiesen sind. Im Gegensatz zu Dehnplatten, Crozat und auch Festeinbauten. Solche aktiven Geräte können zwar gezielter als FKO-Geräte Breite schaffen, aber die Wachstumsnutzung und -anregung durch FKO-Geräte liefert die stabileren Ergebnisse.
Andererseits besteht zu übertriebener Eile kein Grund. Erst recht nicht mit Brutalmethoden!

Hilft das Ding und bessert den Kreuzbiss?
Vielleicht hat der mit festen Spangen liebäugelnde KFO ja noch einen ordentlichen Techniker. Aber es liegt auch an eurem Wachstum. Da müsstet ihr empirisch rangehen:
nehmt jetzt den IST-Zustand auf.
Breite an den Zähnen definiert ausmessen (eventuell in Wachsscheibe beißen und dort ausmessen), oder den Kreuzbiss in guter Perspektive fotografieren.
Dann alle 4 bis 6 Wochen kontrollieren (vom Beginn des regelmäßigen Tragens an), ob sich was bessert. Nicht zu ungeduldig dabei. Wachstum verläuft manchmal in Schüben statt gleichmäßig.
Bei anhaltend ungebessertem Kreuzbiss weitere Meinungen einholen.
Rotierende Grüße,
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Re: LKGS-Progenie

Beitrag#5von norbert » 10. Apr 2016 11:54

Meine offenen Fragen sind:
1) bewirkt die Fränkel wirklich, dass die Progenie behoben wird?
2) behebt es auch den Kreuzbiss?

Das Gerät hat die Aufgabe fehlgeleitete tonische Muster in regelgerechte Bahnen zu lenken. Also nicht das Gerät sondern verbesserte tonische Muster beheben die Progenie. Leider ist die Anwendung und Gerätekonstruktion in der KFO sehr mangelhaft. Richtig angewendet braucht man keine Delaire Maske. Mit 5 Jahren hat man genügend Wachstumspotential um das Wachstumsdefizit des Oberkiefers orthopädisch auszugleichen. Dabei ist MF-Therapie wichtiger als die Hilfestellungen die der Kieferorthopäde zu erbringen hat. Wesentlich dabei ist die palatinale Kraftkomponente der Zunge regelgerecht in den Oberkiefer zu bekommen. Bei einer Progenie ist die Zunge im Unterkiefer wirksam.

Ist nicht mehr genügend Wachstumspotential vorhanden ist die Delaire Maske keine Option, die einem systemischen Abgleich mit wachstumstheoretischen Grundlagen standhält, um eine Wachstumshemmung im OK zu korrigieren.

Begründung:
Diagnostisch ist die Frage zu klären welche wachstumsbestimmenden tonischen Muster findet man bei regelgerechter Entwicklung, die anzustreben wären. Und wie sind die Abweichungen davon, also welche tonischen Fehlinduktionen führen zu dieser Entwicklung.
Die Zunge liegt zu tief und das Schluckmuster findet zu weit vorne statt. Die palatinale Kraftkomponente der Zunge ist entgegen seiner Bestimmung im Unterkiefer wirksam.
Eine Delaire Maske ist psychisch belastend und trägt zu einer weiteren Verschlechterung wachstumsbestimmender Faktoren bei. Durch die Gummizüge ist der Mundschluss sehr erschwert. Das erlernen eines entspannten Lippenschlusses ist damit unmöglich, der aber notwendig für ein brauchbares Schluckmuster ist. Den dadurch erzeugten Unterdruck braucht die Zunge um sich ohne Kraftaufwendung flächig im hohen Gaumen anzulagern. Eine notwendige Wachstumsinduktion zur regelgerechten Entwicklung des Oberkiefers.
Statt das Schluckmuster - nach hinten und oben zu trainieren. Eine notwendige Induktion zur Entwicklung der hinteren Strukturen, bekommt die Zunge zusätzliche Irritationen durch das Multiband. Wenn was häufig der Fall ist, die Delaire Maske mit einer GNE kombiniert wird ist die Irritation der Zunge komplett und ein brauchbares Schluckmuster nicht möglich.
Nach einer „erfolgreichen“ Behandlung mit einer Delaire Maske ist die mangelhafte Entwicklung der hinteren Strukturen weiter fortgeschritten, die Nasenatmung funktioniert nur noch eingeschränkt (Zwangsmundatmung) und Myofunktionen haben sich gegenüber der Ausgangsituation weiter verschlechtert.
Definiert man aus dem Ruder gelaufene Myofunktionen als Krankheit ist der Patient nach der Behandlung mit Delaire Maske kränker als vor der Behandlung. Dass da das erreichte stabil bleibt ist mehr als fraglich.



Abb. 9a: Dentoalveolär bedingter Kreuzbiss bei 52-53/82-83 bei einem 5-jährigen Kind.

„Voraussetzung ist, dass auch der Biss gesperrt wird, damit der Kreuzbiss überstellt werden kann und dass der Patient das Gerät gut trägt (Abb. 9d)

www.zwp-online.info/de/fachgebiete/.../die-entwicklung-der-maxilla
20.05.2010 - Die Entwicklung der Maxilla - Der folgende Beitrag von Prof. Dr. Dr. Ralf J. Radlanski (Berlin) fasst aktuelles Wissen zur vor- und ...
Hier findet man die Bilder (Googeln)


Die Bisssperrung (Konstruktionsbiss) ist die gravierendste Einschränkung der üblichen Anwendung. Es ist gut sichtbar, dass der Unterkiefer durch den Konstruktionsbiss lateral überkompensiert wurde um ein überstellen der Zähne zu ermöglichen. Ein funktionell sehr fragwürdiges Unterfangen.
Dadurch wird die Primärfunktion des Geräts eingeschränkt und das orthopädische Potential nur unzulänglich genutzt. Besser wäre durch eine Vorbehandlung den Kreuzbiss aufzulösen also die mechanischen Hindernisse zu beseitigen die einer regelgerechten Entwicklung im Wege stehen. Das ist problemlos in kürzester Zeit mit geeigneten Mitteln, herausnehmbar oder festsitzend zu leisten. Im konkreten Fall wäre es ausreichend gewesen den Kreuzbiss (Zwangsbiss) durch beschleifen der Milchzähne aufzulösen.

Dann erst ist es sinnvoll Funktionsregler zu nutzen.

Die klassische Gerätekonstruktion und seine Anwendung unterstützt natürliche Wachstums zusammenhänge nur unzulänglich.



Durch den Protrusionsbogen bekommt die Zunge falsche Reize, der Palatinal-Bogen ist für die Zunge keine Hilfe sich nach oben zu orientieren und ermöglicht nicht das Gerät mit dem Zungenrücken auszubalancieren. Die Auflagen sorgen für zusätzliche Irritationen, durch den Konstruktionsbiss und der damit verbundenen Bisserhöhung wird der Lippenschluss erschwert. Wird mit ihm die Unterkieferposition korrigiert ist das mit Spannungen der Gesichtsmuskulatur verbunden. Diese Anwendung und Konstruktion unterstützt nicht sondern verhindert geradezu brauchbare Myofunktionen. Begleitende MFT erschöpft sich darin das Gerät erträglich zu machen. Einzig wirksam sind bei dieser Anwendung und Gerätekonstruktion Wangen- und Lippenschilde aber auch nur unzulänglich weil die palatinale Kraftkomponente der Zunge nicht genügend unterstützt wird.

„Nur wer Funktionsregler als Gymnastikgerät handhabt und versteht, wird damit Erfolg haben“. (Prof. Fränkel)

Der modifizierte Funktionsregler (Relaktor) und seine Anwendung ….
Wenn man Relaktor Googelt findet man Bilder


ist von diesen Einschränkungen (Limitierungen) befreit und unterstützt selbsttätig brauchbare Myofunktionen. Unter diesen Voraussetzungen ist auch begleitende MFT erfolgreich. Durch die Vorbehandlung kann das Gerät in der Habituellen hergestellt werden. Disproportionen werden durch das Wachsfutter kompensiert und nicht durch eine Veränderung der Unterkieferlage. Die Abstände der Schilde gleichen Disproportionen aus und simulieren der Muskulatur die gewünschte skelettale Nachentwicklung. Bei der Herstellung ist dies der anspruchsvollste Schritt. Die Pelotten im Unterkiefer erleichtern den Lippenschluss wesentlich und erhöhen den Tragekomfort. Im Mundinnenraum befindet sich nur der nach Balters gebogene Zungenbügel der die Zunge nach oben orientiert und mit ihr das Gerät ausbalanciert. Der Mundinnenraum gehört der Zunge. Mit dieser Anwendung und Konstruktion wird das orthopädische Potential ausgeschöpft und der Zeitverlust durch die Vorbehandlung mehr als ausgeglichen.
Ganz wesentlich daran ist, es werden primär die tonischen Rahmenbedingungen verbessert und die dentalen und skelettalen Effekte sind eine positive Begleiterscheinung. Wird das Ziel tonische Fehlinduktionen abzustellen erreicht, verläuft auch das Restwachstum regelgerecht und das Ergebnis bleibt stabil.
Vorausgesetzt die Umstellung tonischer Muster ist gelungen und die Lernziele sind neuronal verankert.

Sichtbar ist das an einer kompetenten Gesichtsmimik (Lippenschluss)

Das macht den MF-Therapeuten so wichtig. Ein gut ausgebildeter MF-Therapeut (Codoni / Fuhlbrück) gehört unbedingt dazu um erfolgreich orthopädisch zu behandeln. Es reicht nicht Kinder zum Logopäden zu schicken es muss sichergestellt werden, dass der Therapeut ausreichend dafür qualifiziert ist. Moderne MFT ist sehr viel besser geworden.
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Re Progenie: Delaire-Maske macht dauerhaft ungesund

Beitrag#6von ruebezahl » 11. Apr 2016 18:43

Hallo Norbert,
fahren wir hier Achterbahn?
(Kreuzbiss-Vorbehandlung, um) ...die mechanischen Hindernisse zu beseitigen, die einer regelgerechten Entwicklung im Wege stehen. Das ist problemlos in kürzester Zeit mit geeigneten Mitteln, herausnehmbar oder festsitzend zu leisten. Im konkreten Fall wäre es ausreichend gewesen den Kreuzbiss (Zwangsbiss) durch beschleifen der Milchzähne aufzulösen.

++ Seit wann ist es problemlos, Zahnstellung oder Kieferbreite „in kürzester Zeit“ breiter zu zwingen (dort, wo Beschleifen von Milchzähnen dazu nicht ausreicht)?
Gewaltsame Schnelltöter-GNE vor diesem superphysiologischen Relaktor-Gerät, das wäre, als würde man Ackerland, wo man bio anbauen will, vorher mit Glyphosat freispritzen.
Der Zweck heiligt NICHT alle Mittel !


Andererseits DANKE für diesen umfassenden Verriss der Außenspangen- und GNE-Behandlung! Er fügt den bekannten Schäden durch GNE und der Aussage einer Ganzheitlichen, mit Delaire-Masken würden Kieferorthopäden „Kiefergelenkpatienten von morgen“ erschaffen, weiteres hinzu:
gesundes Schlucken samt gesunder Gesichtsmimik wird mit einer Delaire-Maske nicht trainiert, sondern regelrecht verhindert!


Was schließlich die alten Funktionsregler angeht, so musste Prof. Fränkel damals in Zwickau mit begrenzten Mitteln auskommen.
Aber auch z.B. Bimler (Wiesbaden), der mit Biss-Sperrungen an seinen FKO-Geräten sehr zurückhaltend war, oder Stockfisch (Stuttgart) hatten ihrerzeit wenig Konstruktionsmaterial.
Viel zu balancieren hat die Zunge indessen beim Tragezeit-freundlichen Turin-Gerät (siehe Galerie B), das sich modern darstellt, aber auch einen alten Vorläufer hat.
Ähnlich wie Bimler-Geräte kann es auf Dehnung eingestellt werden, deren Kraft dann allein von der Zunge zu liefern ist. Überdies geht beim Turin-Gerät auch einseitige Dehnung.
Eilige Grüße,
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Re: LKGS-Progenie

Beitrag#7von norbert » 11. Apr 2016 22:53

++ Seit wann ist es problemlos, Zahnstellung oder Kieferbreite „in kürzester Zeit“ breiter zu zwingen (dort, wo Beschleifen von Milchzähnen dazu nicht ausreicht)?
Gewaltsame Schnelltöter-GNE vor diesem superphysiologischen Relaktor-Gerät, das wäre, als würde man Ackerland, wo man bio anbauen will, vorher mit Glyphosat freispritzen.
Der Zweck heiligt NICHT alle Mittel !



Milchzähne zu beschleifen - dafür muß nicht eingesprizt werden das ist Schmerzfrei - ist absolut harmlos und mit dem Bruxieren im gesunden Milchgebiss zu vergleichen da werden Hindernisse weg Bruxiert damit sich der Unterkiefer physiologisch ausrichten kann. Prof. Tränkmann hat das sehr empfohlen. Im übrigen wird damit der Kiefer nicht breiter gezwungen, sondern nur der Zwangsbiss aufgelöst um eine regelgerechte Entwicklung nicht zu behindern. Hingegen Kinder, mit einem Konstruktionsbiss bei dem auch noch lateral überkompensiert wird, zu belasten sollte unterbleiben. Das ist wirklich belastend für das Kind, unphysiologisch und führt unweigerlich zu Spannungen der Gesichtsmuskulatur. Haben sie schon ein Gerät das im Konstruktionsbiss hergestellt wurde getragen? Mit den Zähnen auf Drahtauflagen rumzueiern ist kein Spaß, ich habe es probiert und als untragbar empfunden. Das haben sie in der Eile falsch verstanden, da sollten sie nochmal darüber schlafen und eventuell ihren Text korigieren wenn das Verständnisproblem aufgelößt ist.
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Milchzähne beschleifen ist sanft, aber reicht nicht immer

Beitrag#8von ruebezahl » 12. Apr 2016 12:24

Nochmalhallo Norbert,
ich glaube, diese Diskussion hatten wir schon mal.
Dass ich nicht gegen das Beschleifen von Milchzähnen bin, sondern in den vielen Kreuzbiss-Fällen, wo dies nicht ausreicht, gegen Gaumennahtsprengung, Quadhelix und Co., das steht da doch! Ist das noch mehr Lesern unklar?
Oder was meintest du sonst mit „geeigneten festsitzenden Mitteln (oder herausnehmbar z.B. Dehnplatten), um mechanische Hindernisse, die einer regelgerechten Entwicklung im Wege stehen, in kürzester Zeit zu beseitigen“?

Anschließend hatte ich weitere FKO-Geräte genannt, die keine unbequeme Konstruktionsbiss-Kieferhaltung verlangen: Bimler (historisch) oder Turin-Gerät.
Jedoch auch, wenn bei den geläufigeren Bionatoren und Aktivatoren, die heutzutage nicht mehr klobig sein müssen, ein überkorrigierter Biss flächig in Plastik geht, statt auf Drähte, lassen sich die Kaumuskeln damit überlisten und auf eine bessere Kieferhaltung trainieren. Eigene Erfahrung!

Haare spaltende Grüße,
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Re: LKGS-Progenie

Beitrag#9von norbert » 12. Apr 2016 12:51

Oder was meintest du sonst mit „geeigneten festsitzenden Mitteln (oder herausnehmbar z.B. Dehnplatten), um mechanische Hindernisse, die einer regelgerechten Entwicklung im Wege stehen, in kürzester Zeit zu beseitigen“?

Damit sind einfache Dehnplatten gemeint, auch wenn damit Zähne überwiegend nur gekippt werden ist das ausreichend um erstmal den Kreuzbiss dental zu beseitigen und dem Unterkiefer ein physiologisches Ausrichten zu ermöglichen. Eine GNE braucht man dafür nicht. Mit festsitzend sind Criss -Cross Gummis oder Bögen usw. gemeint womit man in kürzester Zeit einen Kreuzbiss rein dental auflösen kann. Für die notwendige skelettale Nachentwicklung ist der Funktionsregler zuständig. Und wenn er als angenehm zu tragendes Gymnastikgerät in der Habituellen ohne Konstruktionsbiss konstruiert ist, dann ist auch die "compliance" dafür vorhanden damit die Nachentwicklung gelingt.
Gruß Norbert
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Re: LKGS-Progenie

Beitrag#10von norbert » 12. Apr 2016 13:15

Anschließend hatte ich weitere FKO-Geräte genannt, die keine unbequeme Konstruktionsbiss-Kieferhaltung verlangen: Bimler (historisch) oder Turin-Gerät.

Beide Geräte sind besser als der Aktivator oder Bionator. Allerding schränken beide Geräte den Zungenraum ganz erheblich ein und sind aus myofunktioneller Sicht in der Frühbehandlung abzulehnen. Also im frühen Wachstum sind diese Geräte keine Option, in diesem Alter ist der MF-Therapeut jedem Gerät vorzuziehen. Brauchbare tonische Muster können sehr viel besser natürliches regelgerechtes Wachstum steuern als vom Kieferorthopäden verordnete Geräte. Diese Geräte haben ihre Berechtigung wenn die Dysgnathie bereits sehr fortgeschritten ist und nicht mehr ausreichend Wachstum vorhanden ist. Das ist Geschmacksache wenn man wie ich Funktionsregler für das bessere Gerät auch bei dieser Anwendung hält.

Ich habe eine Meisterzulassung für Funktionskieferorthopädische Geräte und über dreißig Jahre Erfahrungen damit in der Kieferorthopädie gesammelt.

Gruß Norbert
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