Headgear wirklich nötig

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Headgear wirklich nötig

Beitrag#1von Gast » 3. Okt 2010 20:00

Ich habe seit mai 2010 einen Headgear und habe hier so einiges darüber gelesen.. Ist eine kostenfreie behandlung ohne headgear denn überhaupt möglich?
Ich trage nun den Headgear und 2 lose zahnspangen oben und unten bei mir einer Schraube rechts.
Habe meine Mutter auch schon angesprochen und sie meinte der weiß was er tut, hör doch auf.. Das macht mich wirklich traurig sie kann gar nicht nachvollziehen wie es mir damit geht.. ;(
Außerdem gehts bald auf Klassenfahrt und der KO meinte da muss ich es nur nachts tragen aber ich möchte es gar nicht tragen ich meine wer will sowas bitte mit 13 tragen?! Wäre es möglich das ich den 3 Nächte nicht trage ohne das sich da was nach vorne verschiebt?
Verzweifelte grüße Coladose..
Gast
 

Headgear unnötig bei sanfter Methodik

Beitrag#2von ruebezahl » 5. Okt 2010 09:45

Hallo Coladose
(Cola besteht übrigens zum Großteil aus Phosphorsäure H3PO4, schlecht für Knochen und Zähne),
in meiner Jugend waren Headgears bei uns total unüblich.
Man braucht keine, wenn
-- 2- und 1-teilige herausnehmbare Spangen noch richtig gekonnt werden, und dabei
-- die Zeit nicht unnötig verknappt wird (für manche Schritte sind 2 Jahre anzusetzen, während derer aber auch die Zähne geordnet werden können), und
-- das Behandlungsziel ein individuelles ordentliches Gebiss ist, und kein Einheits-Schaufensterpuppengebiss.

Dies wäre auch durchaus als Kassenleistung möglich. Leider wird es in den Fakultäten und Fortbildungen nicht mehr so detailliert gelehrt wie die festen Spangen. Lose Spangen dienen heute leider oft nur noch zur Vorbereitung für feste Spangen, statt zur ganzen Behandlung. Weil dann 2 Jahre Feste-Spange-vorbereiten, statt 2 Jahre für fast die ganze Behandlung lang sind, haben die Bracket-Hersteller und ihre Forschungsmittel-Empfänger Headgears, Gesichtsmasken, Gaumennahtsprengungen, Pendulums, Herbstscharniere und anderes Zubehör für brutale, schnelle Einzelschritte wieder aus der Gruft hervorgeholt, in die es gehört.
Dieser Ganzheitliche wettert erstmal ordentlich dagegen: www.prof-becker-koeln.de/Kieferorthopaedie-19.html

Ist der Headgear an einer losen Spange einzuhängen, wäre er zwar nicht weniger hässlich, aber immerhin weniger schädlich als das leider häufigere Einhängen in festen Haltern, die seine ganze Kraft auf die 6er übertragen. Wenn deren Zahnhaltegewebe dann unter dieser Gewalteinwirkung zugrunde geht, wachsen sie im Knochen fest und verschleißen wahrscheinlich vorzeitig (der Kollege von der Prothetik reibt sich die Hände...).

Alternativen wären folgende, denen man soviel Zeit geben muss, wie sie brauchen, und dafür mit einem stabileren Ergebnis belohnt wird (auch die neumodischen Kleberetainer wären dann überflüssig):
-- wenn es an der Bisslage liegt, Funktionskieferorthopädie: 1-Teiler (Doppeldecker) oder Vorschubplatten z.B. www.sanfte-zahnklammern.de/fallbeisp/stab/stab.html sowie Galerie B meiner Seite
-- wenn Seitenzähne aufgewandert sind, siehe den 3. bis 5. Eintrag in Galerie A www.sanfte-zahnklammern.de/spangen/gera ... istea.html
bei Eckzahn-Hochstand ... Z-Platten ... Molarendistalisation. Diese Platten müssen ausreichend viele und sorgfältig angepasste Halteklammern haben. Die grüne Platte in den Querbildern hat sogar 5 Segmente, ist aber so fein gebaut, dass das schwer erkennbar ist. Mit diesen 5 Segmenten kann den eingeengten Eckzähnen nach und nach der fehlende Platz zurückgewonnen werden, ohne dass die Gegenkraft nach vorn zu groß wird.

WAS TUN?
War im Behandlungsplan der Headgear geplant? Er kann sich dort auch im Sammelbegriff extra- /intraorale Verankerung verstecken. Ist eine feste Spange geplant?
Wenn der jetztige Behandler noch so-wie-früher 1.) kann und 2.) auch machen würde und du 3.) kein Hollywoodgebiss willst, dann verhandeln.
Ansonsten Behandlerwechsel, Positiv-Adressen bei mir.

Soweit für´s erste, Rübezahl
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Beitrag#3von Gast » 5. Okt 2010 22:20

Hach meine Mutter will einfach nicht wechseln sie meint er weiß was er tut.. -.-
Also ja der Headgear war geplant, nach ca. 4 Monaten Headgeartragezeit kamen die losen Spangen dazu..
Ist der Headgear an einer losen Spange einzuhängen, wäre er zwar nicht weniger hässlich, aber immerhin weniger schädlich als das leider häufigere Einhängen in festen Haltern, die seine ganze Kraft auf die 6er übertragen. Wenn deren Zahnhaltegewebe dann unter dieser Gewalteinwirkung zugrunde geht, wachsen sie im Knochen fest und verschleißen wahrscheinlich vorzeitig (der Kollege von der Prothetik reibt sich die Hände...).

Der headgear wird bei mir in diese Ringe die man um den Backnezahn schraubt eingehängt..
Feste Zahnspange ist bei mir nicht möglich weil irgendetwas mit meinen Zähnen nicht in Ordnung ist (zu weich oder so..) und eine feste Spange alles verschlimmern würde.
Übrigens ist mir aufgefallen das bei der losen Spange auch diese Dräht hinter den Zähnen sind die verschoben werden sollen aber das geht durch die Drähte dann doch gar nicht :shock:
Wäre es denn tragisch wenn ich den Headgear 3 Tage lang nicht trage, kann sich in der zeit irgendwas wieder nach vorne verschieben?

Danke erstmal für die Antwort.
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Karies-Falle Headgear-Aufhängung warum nicht an loser Spange

Beitrag#4von ruebezahl » 6. Okt 2010 15:40

Nochmalhallodose,
>Hach meine Mutter will einfach nicht wechseln sie meint er weiß was er tut..
++ Das ist heute eine gefährliche Einstellung! Sie hat wohl keine eigene Spangen-Erfahrung? Hier eine Seiten über Schäden, die mit festen Spangen fahrlässig angerichtet wurden: www.kfo-schaden.de (eine weitere Seite in Österreich ist platt(gemacht?)).
Gerade gestern sah ich eine missratende Lingualbracket-Behandlung. Trotz computergebogener Drähte (werbeklugscheiß kotz!).
Wo wir gerade dabei sind, hier noch was Schönes (wo ich kommentiert habe, dass da Kieferorthopädie noch fehlt): www.zahnarztluegen.de
Deine Mutter sollte sich klar machen, dass die Medizinbranche die Besonderheit hat, dass fahrlässig angerichtete Schäden neue Einnahmequellen geben. Man stelle sich das mal bei der Bahn oder bei Fluglinien vor! Ähnlichkeiten gibt es zwar zum Bankwesen mit faulen Geldanlagen, aber da sind die Schäden nicht körperlich.

Ärzte haben heute oft keine Zeit mehr, richtig über die Behandlung aufzuklären. Da ist selber informieren angesagt. So, wie man als Kunde auch sonst immer mehr selber machen muss: Fahrscheine drucken, Telefon installieren, ..
Nur bei 2 Patientengruppen sind sie sorgfältiger: andere Ärzte und deren Angehörige, und Rechtsanwälte und deren Angehörige.

>Der headgear wird bei mir in diese Ringe die man um den Backnezahn schraubt eingehängt..
++ Auch das sind feste-Spangen-Bestandteile, und kariesträchtig besonders am zahnfleischseitigen Rand. Bei deinem Zahnmaterial freut sich dann der Kollege, der dir hinterher dort die Löcher stopft. Während sich Wurzelschäden nicht so schnell bemerkbar machen.

Dabei wäre es wirklich kein Akt gewesen, eine herausnehmbare Spange zum Headgear-Einhängen auszustatten. Es gibt dafür Drahtstücke mit angeschweißten Röhrchen, aus denen dann die hinteren Halteklammern gemacht werden. Die stehen allerdings nicht in Bracket-Prospekten, falls die die Grundlage der Behandlungsmethoden deines Kieferorthopäden sein sollten.

Gerade hat sich ein Zahntechniker bei mir informiert, dem kommt Brutal-Kieferorthopädie für seinen Sohn gar nicht in die Tüte!
Allerdings sind die Zahnspangen-Bauer, die bei Kieferorthopäden angestellt arbeiten, heute manchmal gar keine gelernten Zahntechniker mehr, sondern abgelernte Billiglöhner. Wenn die losen Spangen eh nicht mehr richtig zu funktionieren brauchen, weil eh eine feste Spange folgen soll ...

Last not least können Wechsel-Adressen in der Nähe sein oder erst in größerer Entfernung (mailmichmal dafür). Manchmal hilft eine Zweitmeinung auch schon, um mit dem derzeitigen Behandler eine Kurskorrektur auszuhandeln. Oder wenn er offen ist, dazu zu lernen, könntest du gegen deine bekannte Kariesgefahr vielleicht meine Vorschläge aushandeln: feste Teile raus, Headgear-Halter an lose Spange, oder besser gleich ohne Headgear vielleicht ein Paar wie vorgenannt verwenden: www.sanfte-zahnklammern.de/fallbeisp/stab/stab.html

>Übrigens ist mir aufgefallen das bei der losen Spange auch diese Dräht hinter den Zähnen sind die verschoben werden sollen aber das geht durch die Drähte dann doch gar nicht
++ Wie, ist da was im Wege? Der Weg sollte natürlich frei sein, damit es geht.

So weit, so schlecht, Rübezahl
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Beitrag#5von Gast » 6. Okt 2010 17:42

Hast du eine E-Mailadresse dann könnte ich dir mailen wo ich wohne und du könntest mal nachschauen ob dort ein guter KO in der Nähe ist..
Gast
 

Kieferorthopäden Positiv-Liste

Beitrag#6von ruebezahl » 7. Okt 2010 13:06

webmaster( at )sanfte-zahnklammern.de
Wie im Impressum meiner Seite
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Beitrag#7von Gast » 2. Nov 2010 22:06

meine fresse, kannst du es nicht wenigstens bei einer 13 jährigen mal gut sein lassen, die dein gesammeltes halbwissen noch überhaupt nicht kritisch bewerten kann.
Gast
 

Beitrag#8von ruebezahl » 3. Nov 2010 12:41

Was ist denn bitteschön falsch daran?
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Beitrag#9von Gast » 5. Nov 2010 15:21

Anonymous hat geschrieben:meine fresse, kannst du es nicht wenigstens bei einer 13 jährigen mal gut sein lassen, die dein gesammeltes halbwissen noch überhaupt nicht kritisch bewerten kann.


Gerade weil eine Dreizehnjährige noch nicht alles kritisch bewerten kann -und das gilt auch für die Behandlungsvorschläge des Kieferorthopäden, der vielleicht nicht ausschließlich am Wohlergehen seiner Patientin sondern überwiegend am schnellen Profit interessiert ist - ist es gut, dass es diese Seite gibt, auf der sich Patienten über sanfte Methoden informieren können und aufgerufen werden, bestimmte Behandlungen zumindest einmal zu hinterfragen.
Mit Halbwissen hat das rein gar nicts zu tun. Außerdem behandelt Ruebezahl ja niemanden selbst sondern vermittelt Adressen von Fachleuten, die eine entsprechende Behandlung durchführen.

Liebe Ruebezahl, an dieser Stelle möchte ich dir einmal dafür danken, dass du diese wichtige Arbeit machst, zumal ich gesehen habe, wie oft du in anderen Foren von Ärzten, zahnspangengeilen Eltern oder Patienten, die ihre maximalinvasive Behandlung auf perverse, masochistische Weise zu genießen scheinen, angefeindet wirst.

Ich hatte selbst gottseidank nie eine Spange, meine ältere Schwester musste aber leider die Vertrauensseligkeit meiner Eltern gegenüber einer Brutalo-KFO ausbaden und hat das volle Programm mitgemacht: Ziehen von vier gesunden Zähnen im zarten Alter von zehn Jahren, dann zwei Jahre feste Spange unter ständigen Schmerzen und roheste Behandlung durch die KFO, die ich aus dem Behandlungszimmer (ich war mangels "Babysitter" als Siebenjährige manchmal im Wartezimmer dabei) regelmäßig herumbrüllen hörte.

Erst nach zwei Jahren sahen meine Eltern ein, dass das wohl doch nicht so ganz zum Wohl ihres Kindes sein kann und ließen die Spange - unter wüstesten Beschimpfungen seitens der KFO - ausbauen.

Meine Schwester hat von dieser "Behandlung" nicht nur ein ruiniertes Gebiss (Karies trotz guter Mundhygiene an allen (!) bebänderten Backenzähnen, zwei abgestorbene Zähne aufgrund zu schneller Zahnbewegungen, offener Biss, der vor der Behandlung nicht da war) sondern auch eine jahrelange schwere Zahnarztphobie mit allen negativen Folgen und eine regelrechte psychische Traumatisierung davongetragen.

Mir blieb das dann gottseidank erspart, und meine Zähne stehen auch ohne Spange zu 90 % gerade im Kiefer, der Biss stimmt auch.

Meine Schwester ist bestimmt kein Einzelfall. Und da soll man nicht wenigstens vor den völlig pervertierten Auswüchsen der Kieferorthopädie warnen dürfen?

Denk also erst mal nach, werter Unbekannter, bevor du Ruebezahl hier angreifst. Bist du KFO? Es würde mich nicht wundern...

Grüße,
Michaela
Gast
 

Beitrag#10von Gast » 5. Nov 2010 22:22

Mit Halbwissen hat das rein gar nicts zu tun. Außerdem behandelt Ruebezahl ja niemanden selbst sondern vermittelt Adressen von Fachleuten, die eine entsprechende Behandlung durchführen.

ruebezahl ist die definition von halbwissen.
wenn du denkst, das sei eine hilfreiche antwort auf die frage "kann ich meinen headgear auch mal 3 tage nicht tragen?" war...

Meine Schwester ist bestimmt kein Einzelfall. Und da soll man nicht wenigstens vor den völlig pervertierten Auswüchsen der Kieferorthopädie warnen dürfen?

deine schwester ist ein fall von inkompetenz, vor allem weil es die zahnmediziner nicht schaffen, wie alle anderen mediziner evidenzbasierte behandlungen aufzubauen.
stattdessen wird probiert und gebastelt, und das was beim letzten patienten funktioniert hat wird weiterverwendet - selbst wenn es bei 10% der patienten zum absoluten desaster führt. studien finden praktisch nicht statt.
das gilt aber genauso für die sog. "sanfte KFO".

Bist du KFO? Es würde mich nicht wundern...


nein, nur "sanfte KFO"-geschädigter.
Gast
 

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