Headgear wirklich nötig

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Beitrag#11von Gast » 6. Nov 2010 08:43

[quote="Anonymous"][quote] wenn du denkst, das sei eine hilfreiche antwort auf die frage "kann ich meinen headgear auch mal 3 tage nicht tragen?"
[quote]
Im Eröffnungsbeitrag ging es aber um wesentlich mehr als nur um die konkrete Frage, ob man den Headgear auch mal drei Nächte weglassen kann. Es wäre manchmal hilfreich, aus den Beiträgen nicht nur das herauszulesen, was gerade der Unterstützung des eigenen Standpunktes dient.

Unter anderem hat der/die (?) Fragesteller/in doch gefragt, ob eine kostenfreie Behandlung auch ohne Headgear möglich ist. Insofern: ja, ich finde Ruebezahls Antwort durchaus hilfreich.

Wenn du selbst durch sanfte KFO geschädigt wurdest (wie denn genau, falls du es schreiben willst und es nicht zu persönlich ist?), ist es verständlich, dass du Vorbehalte gegenüber bestimmten Methoden hast.
Aber sind die Brutal-Methoden, die leider überwiegend in der KFO angewandt werden, deshalb besser, und darf man sie nicht kritisieren?

Es gibt übrigens auch einige vernünftige Kieferorthopäden, die den Headgear rigoros ablehnen, unter anderem, weil er zu dauerhaften Schädigungen des Kiefergelenks und der Nackenmuskulatur führen kann und das stramm sitzende Nackenband sogar die Blutzufuhr zum Gehirn behindern kann. Diese Aussagen habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen, sie stammen von besagten Kieferorthopäden selbst. Wirfst du denen auch "Halbwissen" vor?

Gruß,
Michaela
Gast
 

Beitrag#12von Gast » 6. Nov 2010 14:57

Wenn du selbst durch sanfte KFO geschädigt wurdest (wie denn genau, falls du es schreiben willst und es nicht zu persönlich ist?), ist es verständlich, dass du Vorbehalte gegenüber bestimmten Methoden hast.

hab ich in einem anderen thread schonmal. ruebezahls kommentar: dumm gelaufen.

Es gibt übrigens auch einige vernünftige Kieferorthopäden, die den Headgear rigoros ablehnen, unter anderem, weil er zu dauerhaften Schädigungen des Kiefergelenks und der Nackenmuskulatur führen kann und das stramm sitzende Nackenband sogar die Blutzufuhr zum Gehirn behindern kann. Diese Aussagen habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen, sie stammen von besagten Kieferorthopäden selbst. Wirfst du denen auch "Halbwissen" vor?


nein, das ist richtig, und einen headgear auf der straße zu sehen ist inzwischen eine absolute seltenheit.
viele dieser KFOs verwenden zur verankerung stattdessen minischrauben, die hier als "knochenpiercing" verteufelt werden, weil komplikationen auftreten können. (und wahrscheinlich auch, weil behandlungsmethoden aus diesem jahrhundert grundsätzlich des teufels sind)

eine möglichst "sanfte" behandlung endet bei ernsthaften fehlstellungen (und eine, die externe verankerung benötigt, ist meist eine ernsthafte) oft genug auf dem tisch eines kieferchirurgen, der dir dann die kiefer absägt.

ich hatte erst gestern wieder kontakt zu so einer patientin. sie hat mir auch die webseite ihrer alten KFO genannt, zitat:

"Frau Dr. ... ist grosse Verfechterin der schonenden Zahnregulierung mit abnehmbaren Apparaturen.

Durch das Herausnehmen des Gerätes ergibt sich nicht nur ein ästhetischer Vorteil, die bessere Mundhygiene minderst die Gefahr einer behandlungsbedingten Karies und der kürzere Kraftweg gewährleistet dass die Behandlung insgesamt riskoärmer und schonender verläuft.

Wir beraten Sie gerne."
Gast
 

Scharlatane, Ignoranten, Profiteure und zu späte Patienten

Beitrag#13von ruebezahl » 6. Nov 2010 23:02

Hallo Alle,
gesammelt von unten nach oben:
>eine möglichst "sanfte" behandlung endet bei ernsthaften fehlstellungen (und eine, die externe verankerung benötigt, ist meist eine ernsthafte) oft genug auf dem tisch eines kieferchirurgen, der dir dann die kiefer absägt.
1) Ernste Fehlstellungen kommen nicht über Nacht, allenfalls gibt es (selten) angeborene Missbildungen wie z.B. LKG-Spalten, aber auch die bekamen früher sanfte Kieferorthopädie.
2) Auch Kieferchirurgen sind geschäftstüchtig. Dagegen konnten bei Bimler damals die real existierenden Progeniepatienten, die die Behandlung zu spät anfingen und keine vollständige Korrektur mehr erreichen konnten, lebenslang nachts ein Retentionsgerät tragen.
Dauerretention findet man heute anderswo. Man hü, mal hott, dahin wo es eben nach Geld riecht...
3) Ich bin keineswegs fortschrittsfeindlich. Nur erscheint mir dieses Jahrhundert, gemessen an meinem Alter, erst 10 Jahre jung. Es hat z.B. nützliche Fortschritte in der Laser(zahn)medizin, in strahlungsarmem Röntgen, aber ich würde auch die vor 15 Jahren entwickelten Pro-Stab-Platten und Rückschubdoppelplatten in den Fallbeispiele-Kapiteln und das Regulierungssilikon modern nennen. Nur warum kommen Rückschubdoppelplatten nicht gegen die viel älteren Gaumennahtsprengungen und Gesichtsmasken an, die nun auch für Frühbehandlungen wieder aus der Gruft geholt werden?
4) Dieses Gerede von Verankerung und die entsprechenden Fortbildungen sind ein Business für sich. DER SPRINGENDE PUNKT:
Bracket-Spangen haben keinen starren Körper. Herausnehmbare Spangen haben einen. Wenn sie richtig abgestützt sind, oder (für Schraub-Aktionen, siehe Galerie A http://www.sanfte-zahnklammern.de/spang ... istea.html ) genug griffige Halteklammern haben, dann HAT man Verankerung. Wenn gar nichts genug halten sollte, könnte man sogar, wie es bei Korrekturschienen ggf. praktiziert wird, weiße Attachments kleben.
Aber dort, wo die Bracket-Methoden herkommen, ist dies weitgehend unbekannt, und die Knochenpiercing-Propagandierer und ihre Vasallen ignorieren diese 50 Jahre an europäischer Erfahrungsmedizin wie eine Urwaldmethode.

Dumm gelaufen?
Stümper, Abzocker und Blender gibt es bei harten und sanften gleichermaßen, sowie solche, die die Grenzen ihres Könnens nicht kennen oder beachten.
Nur sind die Risiken der harten Methoden doch größer:
da können schon im real existierenden Normalbetrieb Schäden wie z.B. die von Michaela bschriebenen auftreten. Während man mit aktiven Platten Schäden erst bei Fehlbedienung riskiert, oder mit Funktionskieferorthopädie nur bei groben Fehlern (Fehldiagnose, fehlende Kontrolle ... auf halbem Wege verreckte Bisslagekorrekturen sind z.B. kontraproduktiv).

Auch dann, wenn (noch zur rechten Zeit) ein erster Behandler die Sache versiebt oder vertrödelt, hat es ein späterer in ernsten Fällen, bei Progenie z.B., mit sanften Methoden schwer.
Ich hatte auch schon Leute, die zwar noch rechtzeitig eine Zweitmeinung einholen wollten, aber dabei an einen Kieferorthopäden jener Sorte geraten sind, die (profitabler) erst anfangen, wenn alle Milchzähne weg sind.

In diesem Sinne:
Lieber halb wissen als im Dunklen tappen. Vor allem bei den vielen Halbwahrheiten, die Kieferorthopäden den Eltern aufbinden und damit oft auch noch abkassieren:

Die Leute, die meinen Rat suchen, mögen nicht repräsentativ sein, und die KFOs, bei denen sie sich schlecht aufgehoben fühlen, folglich auch nicht.
Aber ich erfahre immer wieder, dass KFOs vor so einer langfristigen Behandlung gar nicht über Risiken und Alternativen aufklären - obwohl das ihre Pflicht wäre!
Wenn die alle ihrer Pflicht nachkämen, statt nur eine Methode zu präsentieren, an der sie glatt verdienen, dann hätte ich hier nichts zu ergänzen.
2 frische Beispiele:
1) Völlig plausibel klingend (man muss wissen: Hersteller veranstalten Kurse dafür) wurden einer 12-Jährigen 2 gesunde Zähne gezogen und zunächst ein scharfkantiger Gaumenbügel eingebaut. Sie isst nun seit Tagen nur Brei, bei unverminderten schulischen Anforderungen.
2) Ein Gesuch für einen Jugendlichen mit Kreuzbiss, das für günstigere Methoden offen ist, soll hier die Rüstungsspirale darlegen, an der viele marketingstarke Hersteller mitverdienen:
„thermoelastische Spezialbögen ... die eine schnellere und angenehmere Behandlung bieten und das Risiko einer Wurzelresorption reduzieren. .. Weiterhin empfielt er eine Glattflächenversiegelung, Behandlung mit Cervitec Plus 6x und einen Kleberetainer ... Die drei Maßnahmen betragen einen Eigenanteil ca. 400 Euro“
++ Wobei 400 Euro nicht mehr bemerkenswert wären, denn mancherorts nähern sich Zuzahlungsforderungen inzwischen 2000 Euro - wofür man in billigen Biotopen bereits eine ganze Platten- oder Korrekturschienen-Behandlung privat bekäme.
Auch Krankenkassen und selbst Verbraucherberatungen und Rechtsschutzversicherungen helfen selten weiter, wenn Familien dort Hilfe wegen hoher Zuzahlungsforderungen von KFOs suchen. Eher schieben sie den Schwarzen Peter weiter. Denn im Gesundheits-/Krankheitssystem herrscht eine besondere Lobbykratie.
Exkurs: Was ist Lobbyismus? ... primär nicht etwa „graue Herren mit schwarzen Koffern“, sondern Politikberatung. Völlig legal und auch sinnvoll. Lobbyismus wäre sogar demokratisch, wenn JEDER seine Lobby hätte. Aber dem ist nicht so, und das nenne ich Lobbykratie, d.h. die Herrschaft von Lobbys. Wer da keine Lobby hat, kann unter die Räder geraten.
Soweit für diesmal,
Rübezahl
P.S. Auch auf dem Gebiet der Zahnprothetik bedauerte neulich ein Fachmann, dass es so manche guten Komponenten von früher nicht mehr gibt. Weil die Hersteller an dauerhaft hilfreichen Dingen weniger verdienen als an ...
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Beitrag#14von Gast » 17. Apr 2011 16:28

so ich bin inzwischen operiert und es lief alles perfekt.

vielleicht willst du die addresse meines chirurgen ja in deine liste aufnehmen, für andere "sanfte KFO"-geschädigte.
Gast
 

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Beitrag#15von ruebezahl » 18. Apr 2011 12:08

Mach dir eine eigene Liste.
JA, Scharlatane gibt es überall.
Nur zum Beispiel, Bio-Betrüger. Aber ist daher alles Bio Bockmist, und sind alle Bio-Käufer fehlgeleitet und blauäugig?
Statt dessen empfehle ich: AUGEN AUF und MITDENKEN und ggf. rechtzeitig andere Meinungen einholen. Vor allem, keine wertvolle Zeit verlieren. Gerade habe ich bei einem Jungen zuwandernde Lücken vorzeitig gezogener Milchzähne gesehen. Den wollten profitgeile Zahnärzte und Kieferorthopäden abwartend in eine Gewaltbehandlung hineinlaufen lassen, statt frühzeitig mit sanfteren Mitteln zu helfen.
Wenn du willst, teil mir deine inkompetente "sanfte KFO"-Adresse mit, damit ich sicherstellen kann, dass sie nicht noch irgendwo in meiner Liste steckt. Denn anders als die viele etablierte Mediziner will ich Schwarze Schafe nicht decken.
Eilige Grüße,
Rübezahl
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Beitrag#16von Gast » 19. Apr 2011 05:19

Anonymous hat geschrieben:so ich bin inzwischen operiert und es lief alles perfekt.


Na, dann hast du ja großes Glück gehabt. Über die Risiken dieser OP bist du ja hoffentlich aufgeklärt worden und solltest insofern wissen, was da alles schieflaufen kann.

Wenn du deinen Chirurgen weiterempfehlen möchtest, gibt es für Kiefer-OPs im Netz ein eigenes Jubelforum, welches dir sicherlich bekannt ist bzw. über Google leicht zu finden ist. Dort kannst du in epischer Breite davon schwärmen, wie toll es ist, sich in einer oft mehrstündigen, riskanten Operation den Kiefer brechen zu lassen, tagelang mit Schmerzen, zugeschnürtem Kiefer und Magensonde im Krankenhaus zu liegen, wochenlang nicht richtig sprechen und nur Brei essen zu können, eventuell noch Jahre später unter bleibenden Sensibilitätsstörungen im Gesichtsbereich zu leiden, weil wichtige Nerven irreversibel geschädigt wurden - und zuguterletzt mit dem Langzeitergebnis vielleicht doch nicht zufrieden zu sein.

In einem Forum, das sich mit sanften Methoden beschäftigt, wäre dies wohl eher fehl am Platz.

Übrigens gibt es auch im Jubelforum einige Leute, bei denen nicht alles so toll gelaufen ist und die von ihren verpfuschten OPs und deren Folgen berichten. Diese werden aber meistens sehr schnell mundtot gemacht.
Nur mal so zum nachdenken.

Nix für ungut!
Gast
 

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