Grüne Hölle: Schweizer Aufbiss, Zähneziehen, 3x Headgear ...

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Grüne Hölle: Schweizer Aufbiss, Zähneziehen, 3x Headgear ...

Beitrag#1von ruebezahl » 23. Aug 2007 14:26

Liebe Leser,
von den 3 Stationen meiner Reise waren 2 nur mäßig mit festen Spangen belastet, und man sah auch herausnehmbare. ABER die mittlere Station, ein Öko-Camp, entpuppte sich als grüne Hölle. Trotz politisch aktiver Eltern (zugegeben, auch Neulinge dabei) hatten von 8 anwesenden Kindern 4 feste Spangen (2 Jungen, 2 Mädchen, Alter ca. 11 - 13), und 3 davon auch noch mit häßlichen Zusätzen! Von den übrigen 4 waren 3 noch zu jung ...

Außer einer Gaumennahtsprengung, wie bei meiner 2005er Reise, war da fast alles dabei. 2 Geschwister hatten vor ihren Bracket-Spangen einen Headgear sogar auch zur Schule tragen müssen. Und eine alte Häsin war damals zwar noch vor der Bracketspangen-Welle vorhergeschwommen, aber nachdem ihr erster Behandler den Fehler machte, Längen-Platzmangel durch Breiten-Dehnung beheben zu wollen (vergl. im Fallbeispiel „Zähneziehen vermeiden“ das untere „So nicht“-Beispiel), musste sie beim zweiten Behandler einen Headgear für nachts tragen. Der war offenbar schon damals nicht in der Lage, Platten mit effizienten Längs-Schraubern oder -Federn zu verabreichen. Oder die Headgear-Werbetrommel war da kräftig gerührt worden, es gab da noch mehr Opfer in der Gegend ...
Zurück zu heute, das schlimmste Opfer hatte vorweg 2 Jahre lang herausnehmbare Spangen getragen, die offenbar NICHTS taten. Wie sonst wäre zu erklären, dass danach A) die oberen 4er gezogen wurden, und
B) noch eine Deckbiss-Situation bestand (vergl. Fallbeispiel „Pro-Stab..“), wodurch Brackets auf den unteren Scheidezähnen von Herunterbeißen bedroht sind.
Um das zu verhindern, war dem Mädchen ein sog. „Schweizer Aufbiss“ fest hinter die oberen Frontzähnen montiert worden (bei meiner Seiten-Sichtung, siehe Oberthema „50% mehr“, hatte ich in der Schweiz und Österreich so viel Schrott geleckt inszeniert gefunden, aber auch ein paar brauchbare). Also, ein ausgedehnter Plastiksims, der nicht nur beim Sprechen stört, sondern auch verhindert, dass die Mahlzähne zusammenkommen und ihrer Funktion als Mörser und Stößel dienen können. Gesunde kauintensive Kost zu essen ist damit kaum noch möglich, bzw. Herunterschlingen würde zu Verdauungsstörungen führen. Während sich Weich-Esser da weniger gestört fühlen. Zwischen den Schneidezähnen klafften große Lücken. Sollte das Zähneziehen nicht etwa Platzmangel-bedingt gewesen sein (was man in den 2 vorhergehenden Jahren hätte beheben können), sondern um einen Überbiss pfuschmäßig zu verdecken, indem man die Schneide- und Eckzähne gewaltsam nach hinten zwingt? Vergl. dazu aus meiner Linkliste die Pfuschopfer-Seite
http://www.bracket.at
- Die suboptimale, verschleißträchtige Rücklage-Verzahnung der Mahlzähne bleibt dabei erhalten,
- die Oberlippe wirkt eingedellt („Hexen-Profil“),
- der Raum der Nasen-Atemwege wird verkleinert,
- der Raum für die Zunge wird verkleinert,
- die seitlichen Stützzonen werden verkleinert.
Es drohen Folgen wie Infektanfälligkeit, Schnarchen in mehr oder minder schweren Formen sowie Kiefergelenksbeschwerden in späteren Jahren.

Ist dieser letzte Schrott hier für unsere Kinder gut genug, wenn er viel Profit bringt und entsprechend schick vermarktet wird, so dass auch gebildete Leute nicht durchblicken (außer die explizit unabhängig Gesundheits-Interessierten)? Denn leider fand mein spontanes Vortragsangebot nur wenige Interessenten. Die Unterlagen hatte ich ja dabei, noch von Augsburg (oben nicht als „Station“ gezählt), wo wir nun eine sanfte Adresse haben.
Haben die Täter dieser Opfer hier wohl die Funktionskieferorthopädie, die Hilfestellung zum 3-dimensionalen Gesundwachsen, abgeschafft !? Mit der habe ich meinerzeit, obwohl auch nicht jünger, meinen stattlichen Überbiss in 2 Jahren schmerzlos gesundwachsen können, horizontal quer und längs, und vertikal auch. Ursächlich durch Vorwachsenlassen des Unterkiefers und Hochwachsenlassen der unteren Seitenzähne an eingeschliffenen Führungsflächen, statt Pfusch durch Zurückzwingen der oberen Frontzähne in Extraktionslücken, oder des ganzes Oberkiefers mit dem Headgear (samt weiterer Spangen, falls er nur in feste Halter an den 6ern eingehängt wird und deren Wurzeln mit hoher Wahrscheinlichkeit schädigt).

Das Herbstscharnier war hier noch nicht manifest, wenn auch andere von früheren Opfern erzählten, aber es droht hier für Jugendliche bestimmt auch, wenn da noch Überbiss zu messen ist.

Ich gehe jetzt daran, mehr für meine Vorträge zu werben.
Rastlose Grüße,
Larissa (hordeotech)
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Schweizer Aufbiss: Foto gefunden

Beitrag#2von ruebezahl » 31. Jul 2008 15:42

Liebe Leser,
fast 1 Jahr nachdem ich auf das oben beschriebene Opfer traf, fand ich nun untenstehendes Bild von dem Schweizer Aufbiss.
Bei Zahnersatz kann schon 1/10 mm zu hoch Beschwerden machen, und Nichtbeachtung der Kaufunktionen gilt zu Recht als Pfusch, den sich bei der harten Konkurrenz heutzutage kein Zahntechniker mehr erlauben kann.
Aber Kieferorthopäden können die Kaufähigkeit ihrer Patienten nach wie vor mit Füßen treten!? Bei o.g. Opfer haben sie z.B. zuvor 2 Jahre mit losen Spangen herumgemacht, die offenbar so schlecht ausgelegt waren, dass sie weder den Platzmangel noch den Tiefbiss behoben haben. 2 Jahre wären dafür reichlich Zeit gewesen. Schon ein billiger konfektionierter Trainer hätte das schaffen können, und vielleicht auch noch die Zahnstellung verbessern können.
Als kleine Quick-and-dirty-Version gibt es auch Biss-Sperren fertig aus der Packung:
ein Paar gewinkelter Plättchen, die hinter die oberen 1er zu kleben sind, „one size fits all“ ...
Weshalb ich mich wieder einmal nach neuen Lieferanten umsehen muss ...

Von Jahr zu Jahr wird, nachdem die aktiven Platten fast abserviert worden sind, auch die Funktionskieferorthopädie weiter weggedrückt, sogar in der Frühbehandlung. Gerade wurde ein 6-Jähriger, dem ein Funktionsregler III bestimmt helfen würde, stattdessen in gleich 2 Praxen mit Gaumennahtspengung + Außenspange bedroht! Und die eine davon hätte ihm das am liebsten schon im Alter von 4 angetan! Bisher kannte ich solche Geschichten erst von 8-Jährigen.
Oder wie ich Ende Juni den französischen Artikel mit Herbstscharnieren an 8-, 9- und 11-Jährigen fand... (hier im Forum beschrieben).

Immerhin war mein diesjähriger Urlaub so kurz (3 Tage 13 Stunden, davon 2/3 Mistwetter), dass ich im Urlaub nur von festen Spangen nur gehört habe, statt sie zu sehen. Opfer waren beide Kinder einer kleinen Wirtschaft bei einem hübschen Ort gewesen. Idyllisch ist der dann nicht mehr. Aber ich urlaube derzeit ja eh so, dass ich von Quartier zu Quartier weiter laufe. Laufen, laufen, laufen, so wird der Kopf am schnellsten frei.

Und als Fortschritt zum Vorjahr habe ich zurzeit nicht nur 2 Vorträge, sondern auch 2 Lehrgänge in Planung.
Beste Bastlergrüße,
Larissa (hordeotech)

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