Frage wg. Herbst-Scharnier, Headgear, Mini-Implantate Forsus

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Frage wg. Herbst-Scharnier, Headgear, Mini-Implantate Forsus

Beitrag#1von ruebezahl » 11. Sep 2007 21:13

Liebe Leser,
anderswo fand ich eine Anfrage, in der eine Tochter unbekannten Alters nach 1 Jahr herausnehmbarer Spange, die offenbar nichts für die Bisslagekorrektur getan hat, nun eine feste Bracket-Spange gleich mit zusätzlichem Herbstscharnier bekommen soll, ohne dass darüber näher informiert wurde. Und im Anschluss dann eine Außenspange, die sie verweigern würde.
Auf die Frage nach Alternativen schrieb eine Mitforistin (der Webmaster machte sich gerade rar), ein Herbstscharnier wäre nicht so schlimm – nur dass man den Unterkiefer damit nicht mehr seitlich bewegen kann.
Ganz offensichtlich kauen hier manche Leute ihr Essen nicht mehr, sondern schlingen entweder alles herunter oder ernähren sich von Brei. Dabei ist kauintensives Essen nicht nur nährstoffmäßig gesund, sondern die Kaumuskeltätigkeit baut auch Stress ab. Sogar schon Kaugummi, das nicht ohne Grund früher wie heute auch zur Truppenverpflegung gehört.
Außerdem ermöglicht Zahnpflege-Kaugummi die Zahnreinigung unterwegs - nur verkriecht es sich in einem Herbstscharnier komplett!
Als katastrophaler Abschluss fallen ihr dann als Alternative zum Headgear nur Mini-Implantate ein. Meine Diagnose: Gehirnwäsche durch Werbung.
Diverse Alternativen zum Herbstscharnier, sowie auch solche gegen die umgekehrte Kiefer-Fehlstellung (Progenie), stehen in meiner Zahnspangen-Galerie B, hier in Durchwahl
http://www.sanfte-zahnklammern.de/spang ... isteb.html
Über Alternativen zum Headgear, wie den Y-Platten und Z-Platten, die nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, steht in diesem Forum mehr in den Beiträgen
Wichtig: Headgear, Distal Jet oder Extraktion? ERPRESSUNG! (vom 18. Mai 07) und
Mit Headgear oder Pendelapparatur / Pendulum erpressen-statt ... (vom 28. März 97).

Aber ich musste gerade in Bremen wieder feststellen, wie Absolventen, die einst gründlich in sanften Methoden ausgebildet wurden, diese vergessen und stattdessen erst den Behandlungsbeginn verschleppen und dann Feste-Spangen-für-alle und Außenspangen machen. Oder bedenkenlos die Gaumennaht aufbrechen, und dafür auch noch 400 Euro privat abzocken.
Selbst die robuste und wirksame Rückschubdoppelplatte (gegen Progenie bei 6- bis 10-Jährigen), hinter der immerhin ein Professor und das Vertriebsnetz einer Firma stehen, wird kaum bekannter, während sich Gaumennahtsprengung und Gesichtsmaske für hier wie eine Seuche über unser Land verbreiten.
Wird für eine KFO-Praxis ein neuer Besitzer gesucht, so wird sie meist als Erwachsenenbehandlungs-Praxis angeboten – das ist ja viel profitabler als die Behandlung von Kindern. Da wundert es nicht mehr, dass das marktgängige Arsenal an Brutalmethoden, um Erwachsenenkiefer in Form zu zwingen (Herbstscharnier, Gaumennahtsprengung, Unterkiefer-Distraktion, Headgear, Mini-Implantate) in solchen Praxen dann für Kinder erst recht geht.
hordeotech
Zuletzt geändert von ruebezahl am 26. Mär 2008 14:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Feste Spange mit Herbstscharnier

Beitrag#2von ruebezahl » 14. Jan 2008 11:39

Liebe Leser, hier noch ein Fund:
einer jungen Erwachsenen wurde eine feste Zahnspange mitsamt Herbstscharnier eingebaut.
Nicht nur ungewohnt zum Anfang, sondern sie hat sich erschrocken, als sie sich zum ersten Mal damit gesehen hat. Wenn sie weit den Mund aufmacht oder lacht, wird das Herbstscharnier sichtbar!
Binnen Stunden fängt die feste Spange an, weh zu tun, und mit dem Herbstscharnier sind kaum seitliche Bewegungen möglich, was sehr stört. Nach 2 Tagen sind die Schmerzen recht groß.
Dennoch fanden mehrere Freunde und Kollegen, die dies inzwischen mitgekriegt haben, den „Mut“ zur festen Spange gut – bis auf eine, die schon als Jugendliche mitsamt Herbstscharnier gequält wurde.
Zähneputzen wird dadurch ebenfalls erheblich behindert. Dennoch meint dieses Opfer, um in den Genuss von gesunden und geraden Zähnen zu komme, müsse es all diese Nachteile in Kauf nehmen.
Diagnose: fortschreitende Verdummung! Gesunde Zähne durch schmerzhafte Quälerei (signalisiert Schädigung) und erheblich eingeschränkte Putzbarkeit? Besser wäre,
A) Ursachen von Fehlstellungen zu kennen und vorzubeugen (80% der Fehlstellungen sind erworben), und
B), wenn das nicht gereicht hat oder zu spät kam oder in restlichen 20%, rechtzeitig den richtigen Arzt zu finden, und
C) gibt es auch für Spätbehandlung noch sanfte Methoden, z.B. den Biognathor etwa auf der Mitte von Zahnspangen-Galerie B: http://www.sanfte-zahnklammern.de/spang ... isteb.html
Sanfte Spätbehandlung ist allerdings rar, nur bei seltenen Könnern mit evtl. längeren Anfahrtswegen (dafür aber praktisch ohne Notfälle). Dennoch, meine Weiße Liste wartet und lebt auch von eurem Input, liebe Leser.
Zudem habe ich gerade das Alternativen-Kapitel aktualisiert, v.a. mit neuen Berichten von Gaumenbogen-Opfern (Kind und Erwachsener). Erstaunlich, welche Qualen dieses kleine Fertigteil schon beim unwillkürlichen Leerschlucken bereiten kann. Ein zermürbender Dauer-Schluckschmerz-Zustand, wie er bei einer heftigen Halsentzündung tageweise vorkommt, soll hier normalerweise bis zu 2 Wochen dauern. Kind wie erwachsene Frau sind „fast am Verhungern“, ihre Zungen sind wund, und dennoch fand der Not-Zahnarzt da nichts falsch:
http://www.sanfte-zahnklammern.de/alterna/alterna.html
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Beitrag#3von ruebezahl » 26. Mär 2008 14:16

Liebe Leser,
Knochenpiercing (Mini-Implantate) droht immer jüngeren Opfern,
1) gestern z.B. einer erst 12-Jährigen zum Schließen von Nichtanlage-Lücken (die Milchzähne dort waren nicht zu retten), und natürlich zuzahlungspflichtig. Bis jetzt trug sie eine kontraproduktiv konstruierte herausnehmbare Spange (unproduktive „Überwachung des Zahnwechsels“), die diese Lücken, die zu schließen sind, noch extra offen hält – wohingegen die natürliche Tendenz der 6er, vor zu wandern, diese Lücken von selbst verkleinern würde!
Früher hat man solche Lücken mit Zugschrauben in aktiven Platten zugeschraubt, und dabei ein Auge darauf gehabt, ob dabei Zähne unerwünscht kippen. Je älter der Patient, desto eher kann das passieren, und dann wurde eben mit dem Schrauben pausiert, bis das Kieferwachstum diese Zähne wieder geradegestellt hatte, und dann weitergedreht.
2) Statt des Herbstscharniers im Titel wurde ihre 14-jährige Schwester nach langgezogener Behandlung, mit bereits viel Abzocke, mit Forsus-Federn gequält: die tragen nicht so auf, aber gehen dafür schneller kaputt. Sie wurden schon 1x erneuert, total 2x 200 Euro abgelatzt. Angeblich seien 14 Jahre zu alt für eine Bisskorrektur mit Herausnehmbaren. Dabei hat das meinerzeit auch geklappt – ohne das Ding auch in der Schule tragen zu müssen. Und inzwischen gibt es neben solchen Doppeldeckern dafür z.B. auch Pro-Stab-Platten.
Weiterhin geben folgende Funde Anlass zur Nach-Winter-Depression:
3) 11-Jährige, Einzelzahnfehlstellungen, leichte Abweichungen der Verzahnung (kein Fehlbiss): kein Kassen-Fall. Geplant: voll mit fester Spange einrüsten und die künstlich erzwungene Form mit Kleberetainern halten. „Die kieferorthopädische Behandlung ist in dem vorgesehen Umpfang zur Wiederherstellung der Kaufähigkeit erforderlich.“, und die Eltern glauben diesen Mist auch noch.
4) 13-Jährige, Tiefbisssituation mit Engständen. Auch hier künstlich in Form zwingen und diese mit Kleberetainern erhalten. Keiner denkt mehr daran, dass passend eingeschliffene Doppeldecker (Aktivatoren, Bionatoren; Kassenleistung) schmerzlos und ohne Nebenkosten die Bisslage ZUGLEICH in Längsrichtung und in der Vertikalen ausheilen können, und nebenher gesunde Mundraumfunktionen fördern.
5) 1,5 Jahre Großbaustelle drohen, vermutlich einem Kind, wegen frontalen Schmalkiefern: auch hier in in Form zwingen, samt Quadhelix und Lingualbogen, und Kleberetainer hinterher. Immerhin räumt dieser Gesuchsteller ein (die Sonne lacht durch die Wolken!), dass auch andere Behandlungsmethoden in Frage kämen – wenn sie billiger wären. 5000 Euro (!) wären zu unterbieten, das wäre doch kein Problem z.B. für Fächerdehnplatten, aber auch für ganzheitliche Methoden.
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