Beek Aktivator oder Dynamax bereiten feste Spangen vor!

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Beek Aktivator oder Dynamax bereiten feste Spangen vor!

Beitrag#1von ruebezahl » 30. Mai 2008 11:36

Liebe Leser,
ein Van Beek Aktivator ist eine Maulsperre mit integriertem Headgear, und gab einer Mutter Anlass zu Nachforschungen. Ihr Sohn trägt ebendiesen seit 1/2 Jahr, mit letzten Milchbackenzähnen verbleibend, aber weil seine Wirkung nicht turbomäßig durchstartet, will der Kieferorthopäde ihm ein Herbstscharnier einbauen.
Da erfuhr sie bei einer Ärzte-Hotline, ein Beek-Bionator (oder -Aktivator) wäre nur die Vorbereitung für die Herbst-Apparatur.
Und leider fand ich diese Anwendungsform bestätigt, nicht nur durch bestimmte Nutzer, sondern schon vom Erfinder Van Beek selbst so konzipiert:
„Für Mädchen bis zu einem Alter von 14 Jahren und für Jungen bis 16 Jahre wähle ich eine Aktivator-Headgear-Kombination. Darauf folgt das Herbst-Scharnier, ...“ (leider hatte ich keinen Zugriff auf mehr von diesem Fachartikel)

Routinemäßige Herbst-Folter, außer vielleicht zur Frühbehandlung??
Weiterhin fand ich Ergebnisse einer Doktorarbeit aus Gießen (von der Fakultät habe ich auch schon Brutales gehört), in der die Wirkung eines Headgear-verstärkten Beek mit der eines traditionellen Aktivators verglichen wurde. Es zeigten sich keine Unterschiede in der Wirkung beider Typen, sondern in erster Linie war es die Mitarbeit des Patienten, die die Behandlung zum erfolg oder Misserfolg führt.
Daraus könnte man in 2erlei Weise Folgerungen für die Praxis ziehen:
Kaltherzig:
Herausnehmbare Korrektur von Rückbisslagen hilft nur in 2/3 aller Fälle. Also lieber gleich, oder zumindest, wenn die Herausnehmbare nicht gleich durchstartet, Herbst-Scharnier o.ä. einbauen!
Warmherzig:
wenn der Patient seinen Aktivator durch komforable Bauform und gute Psychologie hinreichend trägt, dann hilft er in 4/5 aller Fälle.
Heute kann man Aktivatoren wirklich bequem bauen, wie z.B. im 1. Bild, auf blauem Grund, in www.sanfte-zahnklammern.de/infotexte/fko/fko.html
Der ist deutlich feiner als mein Beißklotz damals.

Indessen gibt es noch mehr rudimentäre neumodische Spangen, die nur feste Spangen vorbereiten sollen. Ein weiteres Beispiel wäre die 2-teilige Dynamax-Apparatur nach Bass (Google findet da aber auch allerhand Musikzeug) für den Vorschub des Unterkiefers. Sie ist vom Komfort her nicht besser als viele Vorschubdoppelplatten, aber kompatibel mit Bracket-Spangen, oder auch als teilweise oder gänzlich fest eingebaute Variante propagiert.
Dabei kann man auch mit Vorschubdoppelplatten zugleich mit dem Vorschub dehnen und Zähne korrigieren, insbesondere mit den Pro-Stab-Platten. Mit denen kann man, wie in den Fallbeispiele-Kapiteln gezeigt, richtig ARBEITEN, statt bloß Vorbereitungen für Bracket-Spangen zu treffen.
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Kieferorthopädie Gießen: Könige der Profitmache

Beitrag#2von ruebezahl » 24. Jun 2008 11:01

Liebe Leser,
Gießen mal wieder (Dynamax siehe unten), da habe ich schon von verschiedenen Abzockern gehört, und einer Herbstscharnier-Schmiede an der Uni auch.
Nun suchte ein Vater Rat für seine 9-Jährige, bei der jemand die Behandlung nach allen Regeln der Kunst 4 Jahre langziehen will, erst mit minderwirksamen herausnehmbaren und dann mit festen Spangen + Headgear oder Inneneinbauten. Das Ganze soll 8000 Euro (!) kosten, was die Kasse natürlich nicht alles zahlt, so dass die Eltern vorab blanko in hohe private Zuzahlungen einwilligen sollen...
Nach den Beschreibungen dachte ich erst, die Zähne der Kleinen stehen wie Kraut und Rüben, und dass ihr Biss einer Seite klafft. Aber wer Profit maximieren will, der übertreibt natürlich gehörig. Es sieht so aus, ein bisschen Überbiss, ein bisschen Schiefbiss, kein Platzmangel oder Kreuzbiss, leicht schiefe 2er, und wäre z.B. ein schöner Fall für einen Bimler-Neueinsteiger:
Bild
Der Knaller im Gießener Kino:
wo andere örtliche Firmen bloß ein Werbe-Dia zeigen, zeigt diese Kieferorthopädie-Praxis dort einen 1 1/2-minütigen Werbefilm in Profiqualität. ZITAT vom Vater:
„Auch in sowas geht also das Geld der Patienten.
Der Knalleffekt: Hinter uns sagt eine Frau spontan "Die blöde Kuh" oder sowas. Das anschließende kurze Gespräch ergibt, dass sie 5000 Euro bezahlt hat für ihre eigene Korrektur ("Abzocke!", sagt sie) und dass sie mit ihrer Tochter wohl gerade noch rechtzeitig rausgekommen ist.“

SICHTUNG der Behandlungsmittel auf dessen Seite:
- KEINE ZAHNkorrektur mit Platten
- KEIN Bionator mehr für Mädchen über 12 oder Jungen über 14 (dabei hat bei mir ein Aktivator (ähnlich) 10 mm Überbiss geheilt, obwohl ich damit erst mit 13 begonnen habe).
- Headgear-Aktivatoren (zu deren fragwürdigem Nutzen, siehe vorgehenden Beitrag hier)
- Gaumennahtsprengung GNE „für Kinder und Jugendliche“ (gezeigt immerhin an einem deformierten bleibenden Gebiss)
- Dynamax, samt festem Unterteil und (nicht-routinemäßigen) Ösen für Headgear
- Gewaltsames Pendulum oder Distal-Jet „statt Zähneziehen“ (früher nahm man da Y- oder Z-Platten, 3. Spalte von oben in
www.sanfte-zahnklammern.de/spangen/gera ... istea.html und auch heute noch Kassenleistung)
- und das in KFO-Praxen, die sich modern nennen, heute fast unvermeidliche Knochenpiercing (Schrauben in den Knochen drehen, um feste Spangen besser zu verankern)
O-TON dort: „Dem beruflichen und privaten Erfolg stehen alle Türen offen!“
++ Für den, der für jede einzelne Behandlungsaufgabe das profitabelste Gerät auswählt und damit durchkommt, aber sicher!
4 Jahre inklusive voller Großbaustelle für 8000 Euro für den gezeigten leichten Fall! Wird höchste Zeit, dass der Schwindel mal auffliegt!

Beste Bastlergrüße,
hordeotech
Zuletzt geändert von ruebezahl am 11. Dez 2008 16:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Kaukraft Kiefer-Former ist viel angenehmer...

Beitrag#3von ruebezahl » 26. Jul 2008 14:50

... als ein Headgear-Aktivator, findet der 13-Jährige vom Anfang des Themas hier, nachdem ihn sein Herbstscharnier-Erpresser ohne jede Verhandlungsbereitschaft einfach herausgekantet hat. Weil die Familie hart an der Grenze wohnt und die Lage im benachbarten EU-Ausland wohl auch nicht besser ist, findet sich der nächste ernsthaft ganzheitliche Anbieter hier erst in etwa 40 km, und hat auch noch jene Kassenabrechnungs-Probleme, die bei Ganzheitlichen zumindest in Westdeutschland nicht selten sind. Also greifen sie nun zur Kieferformer-Selbsthilfe und haben ein erstaunlich kleines Exemplar bestellt, das aber passt:
www.sanfte-zahnklammern.de/k3f/k3f.html
O-Ton der Mutter:
„die Nächte werden für ihn mit Sicherheit nicht so ein Drama wie mit dem Beek-Teil“
Wobei es nicht viel Unterschiede in der (Schlaf-)Hinderlichkeit von Beek-, Teuscher-, Lautrou- oder sonstwie Headgear-Aktivator geben wird, oder für die umgekehrte Zugrichtung von der Gesichtsmaske (Delaire-Maske), die in aktuellen Fachpublikationen zur Progenie-Frühbehandlung dominiert.

Viele Grüße,
hordeotech
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