Alternative zu Delaire-Maske

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Alternative zu Delaire-Maske

Beitrag#1von Oja » 19. Jul 2013 10:25

Hallo,
ganz sicher ist mein Problem in diesem Forum schon einige Male angesprochen worden, aber vor lauter Verunsicherung und Angst, dass meine Tochter eine Delaire-Maske braucht, muss ich eben diese Frage (auch noch einmal) stellen und mein Problem schildern:

Gibt es Alternativen zur Delaire-Maske?
Meine Tochter wird im Oktober 8 Jahre alt. Unser Zahnarzt hat uns beim letzten Besuch geraten, wegen ihres Kreuzbisses und des ein wenig zurückliegenden Oberkiefers einen KFO aufzusuchen. Mir wurde dann eine Frau in unserem Heimatort empfohlen und ich habe einen Termin gemacht.
Dort angekommen: ruppiges Umgehen mit meiner Tochter, rauf auf den Stuhl, Ansage an mich "was ich hier schon wolle", wenn das Kind "erst" 7 ist. Mund auf - reingeschaut - mitgegeilt, dass meine Tochter an "Progenie" und einem Kreuzbiss leidet - wer das in der Familie noch hat - und sie bräuchte zwingend eine Delaire-Maske - keine Alternative - und ich soll am ersten Tag nach den Herbstferien - keinen Tag früher - keinen Tag später - wiederkommen und dann würden wir den Plan schreiben.
Hab' mich in der Praxis nicht gut aufgehoben gefühlt, meine (ohnehin etwas sensible) Tochter ebenfalls nicht.
Beim nächsten Zahnarztbesuch habe ich dies dem ZA mitgeteilt und dieser riet mir, einen weiteren KFO aufzusuchen und jetzt haben wir Mitte August einen weiteren Termin bei einer anderen - uns vom ZA empfohlenen Praxis.

Ich habe mir zwischenzeitlich schon einiges an Infomaterial im Internet zusammengesucht und bin u. a. auf den "Funktionsregler nach Fränkel" gestoßen. Ist das wohl eine Möglichkeit?
Alles was ich im Zusammenhang mit dieser Delaire-Maske lese, hört sich für mich unabdingbar nach Horror an: extremer Druck auf den gesamten Schädel, Kopfschmerzen, Mund kann nicht geschlossen werden, Spucke läuft aus dem Mund, Lippen platzen auf... ich könnt' heulen und kann auch wirklich nicht aus tiefstem Herzen meiner Tochter "begreifbar" machen, dass das "alles nicht so schlimm" ist und ja vorüber geht.

Kann mir jemand helfen... Erfahrungen teilen...?!

Besten Dank und liebe Grüße!
Oja
Oja
 

Reihenweise Kiefergelenkschäden nach Delaire-Maske Kinnkap

Beitrag#2von ruebezahl » 19. Jul 2013 16:46

Hallo Oja,
danke, dass du dich nicht zum Komplizen solcher Kinderkörper-Auspresser machen lässt, und dass du eurem Zahnarzt, der jene Praxis empfohlen hat, Rückmeldung gegeben hast.
Sollten weitere Andressen nötig sein, dann bitte Privatmail an mich mit Einzugsbereich, ich habe schließlich eine Positivliste.
Progeniker sind mittlerweile unbeliebte Patienten (das habe ich auch schon mal in diesem Forum thematisiert), weil Kieferorthopäden heute an anderen mehr verdienen und eine geringere Misserfolgsquote haben.

Braucht der Mensch gegen Progenie solchen Fertigteil-Schrott, oder überhaupt irgend etwas?
In manchen Gegenden ist Progenie ein gewohnter Anblick. Auch in Schweden, oder Teilen davon, hält man sie nicht für behandlungsbedürftig. Zudem erfuhr ich gerade von einer schwedischen Studie, die bestätigte, dass Erwachsene, die als Kinder mit Delaire-Masken oder der früher verbreiteten, außerhalb des Mundes getragenen Kopf-Kinn-Kappe behandelt wurden, fast durchweg Schäden am Kiefergelenk haben.
Diesen Verdacht hatten hiesige Ganzheitliche auch schon lange, und in diesem dicken Thema steht außerdem, dass man auch trotz Progenie mit eigenen Zähnen alt werden kann. Der Titel-Progeniker hierdrin (Frankreich) hat zwar schon etliche verloren. Aber das hat manch anderer in dem Alter ohne Progenie auch. Oder er hätte beizeiten was dagegen tun können.

Außerdem kann es auch nach harten Methoden Rückfälle geben, oder sogar eher als nach Methoden, die aktiv die Muskulatur einbeziehen.
Einen Fachartikel über erfolgreiche Behandlung unsortierter Progenie-Patienten in Thailand, bis hin zu Spätfällen mit 15 Jahren, habe ich auf Papier, und schicke ihn gerne zu. Die behandeln mit Physiotherapie (nicht näher angegeben, aber auch hierzulande zu finden) und mit leichten Progenie-Aktivatoren (Spange für beide Kiefer).

Menschenwürdige Progenie-Spangen stehen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, in der FKO-Galerie.
Der Fränkel 3 ist lang bewährt, verglichen mit der Delaire-Maske sanft, aber dennoch in den Backentaschen sperrig und nichts für „Rabauken“ (verbiegbar und dann schlecht zu reparieren, und tragezeit-intensiv).
Dehnplatten mit Progeniebügel können bei 7-Jährigen auch noch hinkommen, und auch mit einer Bertoni-Schraube ausgestattet werden, die zusätzlich erlaubt, die Frontzähne zu schieben.
Dies geht auch bei Rückschubdoppelplatten (RDP), die - auf Kosten des Zungenraumes - einen schraubbaren Rückschub haben. Jedoch ist schon Materialbruch aufgetreten bei Patienten, die auch bei einem starken Wachstumsschub des Unterkiefers stur weiter geschraubt haben, statt auszusetzen oder wieder ein Stück zurück zu drehen.
Progenie-Aktivatoren (s.o.) gibt es verschiedene, bewährte, auch mit einer Spezialschraube zum Rückschub, die aber den Zungenraum klobig macht. Bilder davon folgen in o.g. FKO-Galerie demnächst.
Raritäten (leider):
Das alte Bimler-C-Gerät: komfortabel, nicht so robust.
Das neuere, für diese Altersklasse gute Turin-Gerät (nach Bracco; verfügbar in München) steht in einer Progenie-Version hier im Forumtitelbild ganz oben links. Es ist komfortabel, robust und tragezeit-freundlich.

Auch zur Selbsthilfe verfügbar:
Preisgünstig und unzerbrechlich sind konfektionierte Trainer, wie die K3Fs, die im Forumtitelbild mittig stehen.
Sie brauchen nur nachts und kurzzeitig am Tag getragen zu werden, sind eher klobig, jedoch sind solche Bauformen längst nicht ausgereizt. Mit geeigneten Materialien könnten sie dünner gestaltet werden. Leider ist dies für die großen Hersteller nicht so attraktiv wie andere Produkte, z.B. Brackets, Fertigdrähte dafür und Delaire-Masken.

Gute Weitersuche,
Rübezahl,
und meldet euch, wenn die zweite Praxis auch ein Flop sein sollte,
oder zwar herausnehmbar anfangen, aber später mit Brackets weitermachen will.
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Re: Alternative zu Delaire-Maske

Beitrag#3von blume123 » 8. Okt 2013 10:04

hallo ruebezahl,

durch zufall bin ich auf euer forum gestoßen.... ich bin ziemlich verzweifelt und komplett überladen mit informationen bzgl der delaire-maske.
bei meinen zwillingsmädles ( 6 jahre ), liegt laut fernröntgen der oberkiefer zu weit zurück.
ich arbeite seit vielen jahren schon in einer zahnarztpraxis, jedoch haben wir nur im kleinen rahnem kieferothopädische korrekturen vorgenommen. seit ein paar jahren ist nun auch der junior meines chefs an bord in unserer praxis und hat sich ausgeprägter auch mit kieferothopädie beschäftigt.

die delaire-maske war laut unserem letzten gespräch die alternatvie behandlung. je mehr ich aber darüber im internet lese, desto mehr angst macht mir das gestell für meine kinder. von der täglichen tortour in der schule mal ganz abgesehen...
bis jetzt habe ich in meinem arbeitsleben eigentlich immer gelehrt bekommen... das gras wächst nicht schneller, auch wenn man daran zieht.... also man kann alles auch überbehandeln.

wie notwenig ist diese maske wirklich und sind die schäden so ausgeprägt wie es in einigen berichten beschrieben wird? natürlich möchte ich das beste für meine kinder, aber wenn möglich ohne psychischen und physischen schaden danach. sollte ich besser warten bis der zahnwechsel abgeschlossen ist und dann eine korrektur starten?

hoffe ich finde hier ein bisschen mehr klarheit in meinem durcheinander
vielen dank
blume123
 
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Statt falschem Film: echte Alternativen der Progenie-Behandl

Beitrag#4von ruebezahl » 8. Okt 2013 14:36

Hallo123,
gut, dass du mich noch gefunden hast!

Der Mensch ist zwar nicht so leicht totzukriegen, und kindliches Gewebe ist besonders regenerationsfähig.
Aber in einer Umfrage von 1999 waren feste Spangen und Außenspangen zur Progenie-Frühbehandlung noch unüblich. Bevorzugt wurde damals noch der obengenannte Funktionsregler 3 nach Fränkel. Der steht heute noch im Angebot mancher Brutal-Praxen dabei, aber nur zum Retentionsgerät degradiert.
Du sollst nicht fragen, was früher war?
Allgemeiner ist dies im Schema des Niedergangs kurz dargestellt: http://www.sanfte-zahnklammern.de/downl ... ckentw.pdf (gilt für Deutschland; in kleineren Ländern, vielleicht außer der Schweiz, ging der Kehraus schneller).

Ganz super wäre, denn du euren Nachwuchs-Zahnarzt nun über bewährte Alternativen, die menschenwürdig sind, aufklären könntest, bzw. ihn dazu auf meine Seiten verweist.
Alternativen sind oben in diesem Thema aufgelistet,
und sie stammen aus seriösen Quellen, die in den jeweils verlinkten Seiten stehen (Professoren, wissenschaftliche Literatur, erfahrene KFO-Zahnärzte und KFO-Techniker).
Ich weise darauf hin, dass meine Seite, ebenso wie mein Forum hier, bis auf wenige handverlesene Partner werbefrei ist, was ich mir ein paar Euro kosten lasse. Bei mir gibt es keine Felder mit fremdbeschickten Inhalten.

Kieferorthopädische Fortbildung wird leider häufig von den Herstellern der Brackets und peripherer Fertigteile wie z.B. Außenspangen angeboten. An Draht und Plastik zur handwerklichen Verarbeitung verdienen die längst nicht so viel.
Da war euer Praxisjunior zur Fortbildung wohl im falschen Film. Ein Vergleich, der gar nicht hinkt, wenn man denkt, wieviel Umsatz Kommerzkinos machen, und wieviel Umsatz Programmkinos, und dass man die Programmkinos in einer fremden Stadt erst suchen muss...
Wo wären dann „Programmkinos der kieferorthopädischen Fortbildung“?
Z.B.:
Prof. Sander senior (emeritiert) gibt wohl noch Kurse (esoterikfrei) zu seiner o.g. Rückschubdoppelplatte (RDP). Aber notwendig, um die RDP anzuwenden, sind die nicht. Ebenso wie andere Progenie-Geräte könnte eure Praxis sie einem guten KFO-Labor (siehe FKO-Galerie) beziehen, das nicht mit den Fertigteil-Wölfen heult.

Modulare ganzheitliche Fortbildung bei Dr. von Treuenfels hatte ich hier verlinkt: http://www.gzm.org/163-0-ganzheitliche- ... hopdie.htm
Es gibt da aber noch anderen Dachverbände mit Fortbildungen.

Für das leider seltene, komfortable o.g. Turin-Gerät nach Bracco, verfügbar in München, gibt es nicht nur in Turin, sondern meines Wissens auch an der Privat-Uni Krems in Österreich Kurse.
Es kann gegen verschiedene Fehlstellungen ausgestattet werden, ist robust, kommt mit wenig Tragezeit aus (Kaugummieffekt!) und wäre wirklich Kieferorthopädie, die diesen Namen verdient und die zu heutigen Lebensumständen passt.

Die Zwillingsmädles ( 6 Jahre ):
Die Alten empfahlen zur Progenie-Behandlung:
so früh wie möglich, so lange wie nötig (ggf. mit Unterbrechungen).

Ein zu kleiner Oberkiefer ist generell jedoch weniger hartnäckig als zu großer Unterkiefer.
Insofern eilt es bei euch noch nicht sehr.
Aber sich jahrelang in Warteschleifen schieben zu lassen, damit es für die Absahner profitabler wird, wäre ein Fehler.
Für Stück-für-Stück-Info ruf mich am besten an, oder mail mir, wenn ich dir den o.g. Thailand-Artikel zuschicken soll (aus Fachzeitschift, mit Statistik, an unsortierten Patienten, also keine gut gelaufenen Fälle herausgepickt).

Die wollen nur unser Bestes: unsere Gesundheit. Aber wir geben sie nicht her!
Je eher man sich vom Kommerzmedizinbetrieb emanzipiert, desto besser.
Rastlose Grüße,
Rübezahl
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Positivadressen für Frühbehandlung, wo?

Beitrag#5von ruebezahl » 10. Okt 2013 22:38

Nochmal hallo Blume123,
Funkstille?

Gerade habe ich Hilfe für einen ziemlich-spät-Fall (zu lange den Profitmachern vertraut) in einem dünn mit Adressen besäten Gebiet eingefädelt.

Dagegen wären die Chancen für 6-Jährige doch viel besser. Dazu ist eine kleine Statistik im eingangs genannten Kapitel mit den Dehnplatten mit Progeniebügel am Anfang beschrieben: Prof. Tränkmann belegt damit, dass Progeniebehandlung in so frühem Alter schneller geht und mit weniger dieser einfachen Spangen auskommt, als später im frühen Wechselgebiss-Stadium (in dem wohlgemerkt auch noch erfolgreich mit sanften Mitteln behandelt wurde).

Wenn ihr also nicht warten wollt, bis euer Praxisjunior den richtigen Kurs absolviert hat, oder sich von einem guten KFO-Labor helfen lässt, dann lass für Adressen aus meiner Positivliste mal privat deinen Einzugsbereich rüberwachsen.

Eine Wahrscheinlichkeits-Tabelle, wie oft man beim blind Fischen nämlich an den Falschen gerät, steht unten in http://www.sanfte-zahnklammern.de/hilfen/hilfen.html

Beste Bastlergrüße,
Rübezahl
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Re: Alternative zu Delaire-Maske

Beitrag#6von jo22 » 16. Jun 2014 14:28

Wir haben das wie folgt gelöst:
Chefärztin einer Uniklinik wollte Delaire - wir aber nicht
Die Chefärztin sagte dann, wir sollten den Fränkel probieren
Wir hatten dann eine Logopädin getroffen, die uns über gute Erfolge in der Logopädie berichtet hat.
Wir haben dann wie folgt behandelt:
1 Jahr Logopädie (mit 6 Jahren) - hat schon viel gebracht (in Absprache mit Uniklinik)
Dann zu einer niedergelassenen KFO-Ärztin gewechselt
Dann 1 Jahr Fränkel III
Dann 1,5 Jahre Klammern oben und unten
seit einem halben Jahr kein Bedarf mehr!!!
sieht echt gut aus
jo22
 


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